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Der ehemalige DFB-Sportdirektor fordert die Vereine auf, dem Verband bei Nachwuchsturnieren entgegenzukommen. Nur so könne man Schlappen bei Nachwuchsturnieren vermeiden.

Bremen. Nach dem Vorrundenaus der deutschen Nationalmannschaft bei der U-21-Europameisterschaft hat Robin Duttin einem Interview Erklärungsansätze geliefert: Der DFB habe sich bei der Abstellung der besten Spieler nicht auf Konfrontationskurs mit den Vereinen begeben wollen.

Keine Lust auf die U 21

Während bei Topfavorit Spanien europapokalerprobte Nachwuchsstars wie de Gea, Isco, Thiago und Muniain mühelos den Gruppensieg errangen, musste die deutsche Mannschaft auf Stars wie Andre Schürrle, Julian Draxler und Ilkay Gündogan verzichten.

"Dazu muss man wissen, dass Rainer Adrion versucht hat, diese Spieler für das Turnier in Israel zu bekommen. Aber es wurde deutlich zum Ausdruck gebracht, dass die Vereine und die betreffenden Spieler nur sehr wenig Interesse hatten, bei der U-21-EM dabei zu sein", erklärte Dutt gegenüber dem Kicker.

Demnach sei es die Philosophie des Verbandes, den Vereinen entgegenzukommen und unnötige Abstellungen für die Nachwuchsauswahl zu vermeiden: "Wenn die Spieler in der A-Mannschaft angekommen sind, hat die U 21 ihren Anteil an der Ausbildung geleistet."  Zudem wolle der DFB "keine Konfrontation, sondern eine einvernehmliche Zusammenarbeit mit den Vereinen".  Es sollten "keine Spieler gegen Widerstände" angefordert werden.

In anderen Nationen sei die Abstellung der absoluten Toptalente hingegen möglich, weil diese "noch nicht diesen Status haben".  Der ehemalige DFB-Sportdirektor fordert Zurückhaltung im Umgang mit den Nachwuchstalenten: "Wir dürfen unseren jungen Stars nicht zu viel zumuten. Im Champions-League-Finale stehen, nächstes Jahr Weltmeister mit der Nationalmannschaft werden und auch noch mit der U 21 in Israel Europameister." Dortmunds Ilkay Gündogan habe in diesem Jahr etwa 60 Spiele absolviert.

Vereine sollen DFB entgegenkommen

Die Vereine hätten vom Talentförderprogramm des DFB vor 13 Jahren, wodurch die Leistungszentren entstanden waren, profitiert: "Da sollten die Klubs durchaus bereit sein, etwas zurückzugeben."

"Die Vereine müssen dem DFB entgegenkommen und ihre Spieler abstellen, wenn dafür in anderen Perioden die Maßnahmen reduziert werden", verlangte der neue Trainer des SV Werder Bremen und nannte als Beispiel die U-19-Nationalmannschaft, die zum fünften Mal in Folge nicht bei der EM dabei sein wird: "Gerade in diesem Alter hatte der DFB immer mit Abstellungsproblemen zu kämpfen."

Im Falle der U-21-Auswahl könne man zumindest über die Spieler nachdenken, "die noch keine etablierten Stammspieler in der A-Mannschaft sind und in ihrer Entwicklung noch keine Turniererfahrung gesammelt haben".

Auf die Frage, ob die DFL nicht eigentlich ein Interesse daran haben müsste, die Bundesliga durch eine starke U-21 repräsentieren zu lassen, antwortete Dutt: "Da müssen Sie Herrn Rauball fragen, der als BVB-Präsident ja auch Götze und Gündogan nicht mehr als U-21-Spieler betrachtet."

EURE MEINUNG: Welche Lehren und Konsequenzen muss man aus dem Debakel der U21 in Israel ziehen?

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