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Nach einem erneuten TV-Bild-Eklat mehrt sich die Kritik am Verband - das Ansehen steht praktisch europaweit auf dem Nullpunkt.

Warschau. Ein Traumtor von Italien, extravaganter Jubel, feiernde Fans in blauen Trikots und eine weinende deutsche Frau. Das waren die von einem Partner der Uefa gezeigten Fernsehbilder nach dem zweiten Tor von Mario Balotelli im Halbfinale der Europameisterschaft zwischen Deutschland und Italien. Im Nachhinein stellte sich jedoch heraus, dass der weinende Fan eine Fälschung war - die Szene hatte nämlich gar nichts mit den Toren zu tun! Nicht der erste Fehltritt des europäischen Fußballbundes…

Italien zu stark

Im zweiten Halbfinale der EM fand die deutsche Mannschaft in Italien seinen Meister und verpasste somit das Traumziel Finale - 2:1 hieß es am Ende für die „Squadra Azzurra“.

Nach dem zweiten Treffer der Italiener durch Mario Balotelli zeigte die Weltbild-Regie, die die globalen Fernsehbilder sendet und der Uefa unterstellt ist, eine weibliche Zuschauerin mit Tränen in den Augen.

Falsche Bilder

Wie nun aufgedeckt wurde, handelte es sich dabei allerdings nicht um ein Live-Bild, sondern um ein vor dem Spiel gefilmte Aufnahme, während der die Dame laut ihrer eigenen Aussage gegenüber der SZ vom „Gefühl übermannt“ wurde, während die Aufstellung der deutschen Mannschaft gezeigt wurde.

ARD beschwert sich

Dies bestätigte die ARD offiziell am Freitag - für den Sender sei diese Fälschung in der angesprochenen Situation nicht zu erkennen gewesen.

Ein fataler Fehler der TV-Regie, der nicht zum ersten Mal vorkam - man erinnere sich nur an Jogi Löws „Ball-Klau-Aktion“ gegen einen Balljungen im Spiel gegen die Niederlande. Hinterher wurde eingeräumt, dass Löw das kleine Späßchen nicht während, sondern vor dem Spiel getätigt hatte.

Dementsprechend empört äußerten sich auch die ARD-Teammitglieder um Chef Jörg Schönenborn.

„Wir sind erstaunt und irritiert. Diese Bilder sind für uns so nicht akzeptabel - zumal wir mit der Uefa über diese Problematik vor wenigen Tagen gesprochen hatten“, sagte dieser laut der Süddeutschen Zeitung. Es wurde angesagt, dass weitere Fälle notiert und angesprochen werden sollen. „Wir werden jetzt erneut das Gespräch suchen.“

Wie authentisch ist die Uefa?

Doch ob man es „nur“ bei Gesprächen belässt, ist die weitere Frage. Die UEFA um Michel Platini steht nicht nur wegen gefälschter Mitschnitte in der Kritik, seit Jahren erregt sie in regelmäßigen Abständen Aufmerksamkeit wegen politischer Skandale - von einigen Beobachtern werden Michel Platini und FIFA-Boss Sepp Blatter gar als „Mafiosi“ betitelt.

Verhältnisse in der Ukraine beschönigt

Auch vor und während der EM gab es wieder ausreichend Diskussionsstoff für Kritiker der UEFA: Nicht nur, dass Platini sich zu den politisch wankenden und korrupten Verhältnissen im Gastgeberland Ukraine trotz Aufforderungen nicht äußerte, auch unschöne Aktionen neben dem Feld verdeckte er, so bekam der neutrale Zuschauer nur wenig von den leeren Rängen und Ehrenlogen, den Pyrotechniken und politischen Plakaten mit. Sogar ein Flitzer, der bei vielen Zuschauern Freude auslöst, wurde ausgeblendet und nicht gezeigt.

„Die Öffentlichkeit hat ein Anspruch auf authentische Berichterstattung“, schimpfte einst Michael Konken, Chef des Deutschen Journalistenverbands. Der Uefa gab er damals folgende Worte mit auf den Weg: „Das deutsche Publikum erwartet, dass live drin ist, wenn live drauf steht.“

EURE MEINUNG: Was haltet ihr von der Politik der UEFA?

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