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In den letzten Tagen haben viele Leute etwas über das Aus der deutschen Nationalmannschaft gesagt. Nun reiht sich auch Felix Magath ein.

Wolfsburg. Felix Magath behauptet, dass die deutsche Nationalmannschaft das Halbfinale gegen Italien bereits vor dem Spiel verloren hatte. Das macht er vor allem an den Nationalhymnen aus. „Wer sah, wie inbrünstig die Italiener ihre Hymne sangen, ja schrien, der konnte den Willen ahnen, mit denen sie die anstehenden 95 Minuten angehen würden“, schrieb Felix Magath in seiner Kolumne bei der Welt.

Willen fehlte

Er habe bei den deutschen den absoluten Willen vermisst. „Diese hörbare Hingabe, diese Bereitschaft, alles geben zu wollen, habe ich dagegen im deutschen Team vermisst“, sagt er weiter. Auch den Kampf haben die Deutschen nicht angenommen. „Und das schmerzt, denn unsere Mannschaft hatte die Qualität, um Europameister zu werden. Wobei ich diese These gleich einschränken muss. Die spielerische Klasse war vorhanden, nicht aber die kämpferische“, beschreibt Magath.

Ohne Kampfgeist gegen Italien

Der Kampf machte im Halbfinale wahrlich den Unterschied. Die Italiener zeigten von Beginn an, wie man so ein wichtiges Spiel angehen muss. Einzig von Sami Khedira war der Trainer des VfL Wolfsburg angetan. „Die Italiener haben uns vorgemacht, wie man in einem EM-Halbfinale aufzutreten hat: zielstrebig, gierig und körperbetont – und nicht nahezu körperlos wie unsere Elf. Bezeichnend war die Entstehung des 1:0. Im Mittelkreis gerät Italiens Spielmacher Pirlo nach einer Attacke Özils ins Straucheln, rappelt sich wieder auf, läuft acht Meter zurück, ohne dass Özil nachsetzt, und ist dadurch so frei, einen präzisen Pass auf Cassano zu schlagen“, erklärt Magath.

Guter Auftritt gegen Griechenland überbewertet

Den Grund für den schwachen Auftritt gegen Italien sieht er im Viertelfinale, als die deutschen mit 4:2 gegen Griechenland ihre vielleicht beste EM-Leistung brachten. „Dieser 4:2-Sieg ist überbewertet worden. Ja, das war ein überzeugender Erfolg mit einigen spielerischen Glanzpunkten, keine Frage, zudem der gefeierte 15. Pflichtspielsieg in Serie, doch der Gegner – ohne Zweifel ein unangenehmer – genügte nicht höchsten europäischen Ansprüchen“, sagte Magath.

Kampfgeist muss geschult werden

Abschließend legte Felix Magath noch einmal das grundsätzliche Problem des deutschen Fußballs dar und behauptet, dass es 2014 doch noch mit einem Titel klappen könnte. „Das Problem liegt dann auch mehr im Grundsätzlichen. Löw hat in den vergangenen Jahren stets auf einen intakten Mannschaftsgeist gesetzt, was ein wichtiger Teil der Stärke seines Teams ausmacht. Andererseits hat er vernachlässigt, den Kampfgeist zu schulen. Das ist für mich die Lehre aus dieser EM. Ziehen wir jetzt die richtigen Schlüsse, können wir 2014 Weltmeister werden – wenn wir nicht auf die Italiener treffen“, sagt Magath.

EURE MEINUNG: Hat Magath recht?

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