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Bundesligaspieler standen in den Reihen von neun Nationen. Goal.com wirft einen Blick auf alle Legionäre der EM und ihr Abschneiden mit ihren Nationalteams.

Polen/ Ukraine. Die Europameisterschaft 2012 neigt sich dem Ende und die deutsche Liga kann wohl zufrieden sein: Bundesligisten standen in den Reihen von Frankreich, Holland, Polen, Tschechien, der Ukraine, Griechenland, Schweden, Dänemark oder Kroatien - in neun von siebzehn Nationen. Weil im Finale zwischen Spanien und Italien keine Bundesliga-Legionäre mehr vertreten sind, wirft Goal.com nocheinmal einen Blick zurück bevor der Vorhang fällt: Wer hat überrascht, wer enttäuscht?

Überraschungsgäste: Mit Pferdelunge und mit Köpfchen

Beim 1:0-Sieg über Polen, der Tschechien ins Viertelfinale brachte, skandierten die tschechischen Fans seinen Namen (Peeeeetr-Ji-ra-cek). Von der UEFA wurde der Wolfsburger Petr Jiracek anschließend zum Man of the Match gekürt und war auch beim Ausscheiden gegen Portugal der Beste seines Teams. Mit seinen Toren gegen Griechenland und Polen öffnete Jiracek die Tür zum Viertelfinale. Und mit seinem Engagement, Pferdelunge und Löwenmähne hat sich Magaths Mittelfeldspieler Sympathien erspielt.

Jiraceks Ex-Teamkollege Mario Mandzukic nahm während der EM schon mal neben Namensvetter Mario Gomez Platz – zumindest in der Torstatistik. Der kopfballstarke Angreifer traf ebenfalls dreimal im Turnier und schied mit Kroatien nur knapp in der Vorrunde aus, wo man gegen die beiden Finalisten Spanien und Italien den Kürzeren zogen. Gegen Irland wurde er mit einem Doppelpack zum Mann des Spiels gewählt. Zufall, dass die Bayern umgehend anklopften? Der Rekordmeister entschied sich für Mandzukic statt für Dzeko. Mandzukic kann also bald wieder neben Gomez Platz nehmen, wenn nicht auf dem Rasen, dann zumindest auf dem Mannschaftsfoto.

Noch vor Turnierbeginn hatten viele in der kroatischen Defensive den Schwachpunkt der Mannschaft ausgemacht. Neben Oldie Jup Simunic galt auch Gordon Schildenfeld als zu langsam, behäbig und mit nur wenigen Chancen auf Einsatzzeiten. Der Verteidiger von Aufsteiger Eintracht Frankfurt bekam aber seine Chance und verbesserte sich mit jeder Partie. Im letzten Spiel gegen Spanien zeigte der 27-Jährige seine besten Leistung und hatte großen Anteil daran, dass die Null bis kurz vor Schluss stand: Schildenfeld gegen Torres, Iniesta und Silva, das war auch Eintracht gegen eine geballte Offensivkraft vom FC Chelsea, dem FC Barcelona und Manchester City. Und ein Marktwert von rund zwei Millionen Euro gegen 146 Millionen.



Dass die Griechen es dank einer Leistngssteigerung bis ins Viertelfinale schafften sorgte für Erstaunen. Ein Grund dafür: Die beiden Bundesliga-Türme in der Innenverteidigung von Hellas. Dabei kam Kyrgiakos Papadopoulos nur zum Einsatz, weil sich sein gesetzter Namensvetter bereits im ersten Spiel verletzte. Der Schalker machte seine Sache gut, gegen Deutschland bekamen die Griechen aber ihre Grenzen aufgezeigt. Sein Beinah-Namensvetter Papastathopoulos, genannt Sokratis, musste wegen Gelb-Rot im ersten Spiel eine Partie aussetzen. Im wichtigen Spiel gegen Russland zeigte der Bremer ebenso wie der Schalker seine beste Turnierleistung.

Die Pferdelunge
Der Aufsteiger
Die zwei Türme


Voll im Soll: Ausgesöhnte und Bemühte

Dass Franck Ribery Fußball spielen kann, ist keine Überraschung. In der Vorrunde zeigte er Glanz (gegen die Ukraine), aber auch Mäßiges (gegen Schweden). Im Viertelfinale gegen Spanien überzeugte Bayerns Ausnahmekönner aber auch kämpferisch und war einer der besten auf dem Platz. Dass es nicht für mehr gereicht hat, lag nicht an ihm. Dafür hat sich das einstige enfant terrible durch sein Engagement mit dem französischen Anhang ausgesöhnt. Hätte man damit gerechnet?

Nach seiner starken Saison im Stuttgarter Trikot gehörte Wiliam Kvist auch bei der EM zu positiven Erscheinungen. Der Däne spielte einen überzeugenden Part auf Dänemarks Doppelsechs, sein Team verblüffte gegen die Niederlande und unterlag gegen jeweils Deutschland und Portugal nur knapp. Als stiller Arbeiter zog Kvist im Mittelfeld die Strippen und war mitverantwortlich für das kompakte und gut organisierte Auftreten der Dänen.


Auch an Riberys bayrischem Kollegen vom andern Flügel konnte man Hollands enttäuschendes Ausscheiden ohne einen einzigen Punkt nicht ausmachen. In einer auseinanderfallenden Truppe gehörte Arjen Robben noch zu den eifrigsten, traf gegen Dänemark nur den Pfosten und versuchte sich insgesamt an 12 Torschüssen. Mehr als ein Assist in insgesamt drei Spielen sprang aber nicht raus. In Erinnerung bleiben wird wohl vor allem sein Bandensprung nach der Auswechslung gegen Portugal.

Robbens Vereinskollege Anatoly Timoschtschuk verpasste mit der Ukraine die Überraschung und den Sprung unter die letzten acht, obwohl die Gastgeber Schweden bezwingen konnten und England an die Wand drückten, aber das Tor nicht fanden. Der 33-Jährige erledigte seinen Job im defensiven Mittelfeldspiel unauffällig, aber konsequent, hielt Shevchenko&Co. im Sturm den Rücken frei. Vermutlich das letzte großes Turnier, das der Routinier und Rekordnationalspieler für sein Land bestritt.

Der stille Arbeiter
Der Bemühte
Der Ausgesöhnte



Enttäuschte, Enttäuschende und Zeitarbeiter

Die Überraschung blieb auch für den zweiten Gastgeber Polen aus – die ganz große Depression allerdings auch. Enttäuschung herrschte in der Nacht des 16. Juni dennoch in den Straßen Polens. Nach dem Vorrunden-Aus überwog die Einsicht, dass Polens Kader in der Breite den Ansprüchen einfach nicht genügten. Die Dortmunder Achse aus Laufwunder Lukasz Piszczek, Jakub „Kuba“ Blaszczykowski und Vollstrecker Robert Lewandowski, auf der die meisten Hoffnungen ruhten glänzte gegen Griechenland und eine Halbzeit lang gegen Russland, blieb im entscheidenden Match gegen die Tschechen aber blass. Auch der Mainzer Eugen Polanski  und Ex-Werderaner Sebastian Boenisch zeigten mitunter ansprechende Leistungen, mehr aber auch nicht. 96-er Artur Sobiech und der Kölner Adam Matuschyk kamen von der Bank und kaum Spielzeit.




Keine Frage, wer in der letzten Saison 29 Bundesliga-Buden markierte und sich dann für die Schlussviertelstunde warm machen darf, ist in der Regel angefressen. Weil Bondscoach Bert van Marwijk seine Linie durchzog und auf Robin van Persie setzte, verbrachte Schalkes Klaas-Jan Huntelaar die EM größtenteils auf der Bank. Seine eher enttäuschenden Kurzzeit-Auftritte hat der Stürmer aber auch selbst zu verantworten - gegen Deutschland beispielsweise mit auffällig schwachem Abschluss.

Noch weniger Einsatzminuten als Dortmunds Ivan Perisic (181 Minuten, ein Assist) bei Kroatien bekam Daniel Pranjic (88 Minuten). Kaiserslauterns Kostas Fortounis absolvierte für die Überraschungs-Griechen aus Gruppe A 93 Minuten. Auch Ex-Bremer Thomas Rosenberg durfte für Schweden nur als Zeitarbeiter auf den Rasen (82 Minuten) und Nürnberges Tomas Pekhart kam für Tschechien als Joker nur auf 31 Minuten, weil Coach Bilek an Routinier Milan Baros festhielt.

EURE MEINUNG: Wer waren die besten Bundesliga-Legionäre der EM?

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