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Das dritte Turnier unter Joachim Löw und das dritte Mal kein Titel – Löw ist dennoch zufrieden
Joachim Löw stellte im Halbfinale gegen Italien das erfolgreiche Team aus dem Griechenland-Spiel um und trug somit zum Ausscheiden bei. Dennoch ist er nicht unzufrieden.
Danzig. Eine bittere Pille musste das DFB-Team und alle deutschen Fans am Donnerstagabend schlucken. Mario Balotelli sorgte fast im Alleingang für das Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft. Eine Mitschuld trägt auch Joachim Löw, indem er das erfolgreiche und gut harmonisierende Team aus dem Griechenland-Spiel wieder auseinander riss. Trotzdem war er mit dem gesamten Turnier zufrieden.
Zwei Fehler entscheiden das Halbfinale
„Grundsätzlich muss man feststellen, dass man Titel nicht herbeireden kann. Wie lange mussten die Spanier warten, bis sie 2008 mal wieder einen Titel gewonnen haben? Bei den vier letzten Mannschaften bei einem EM-Turnier ist die Luft sehr, sehr dünn. Ein Moment der Unachtsamkeit kann ein Spiel entscheiden. Und wir waren zweimal unachtsam. Dennoch haben wir in den vergangenen zwei Jahren viele andere Nationen eingeholt oder sogar hinter uns gelassen“, sagte Joachim Löw auf dfb.de.
Mannschaft wird Niederlage verkraften
Gegenüber dem Focus fügte er an, dass die Mannschaft aus der Niederlage lernen wird. „Wir hatten die jüngste Mannschaft, haben trotz allem ein starkes Turnier gespielt. Wir haben in einer starken Gruppe alle Spiele gewonnen. Die Mannschaft wird auch diese Niederlage verkraften und sich weiterentwickeln.“

Löw verteidigt Umstellungen
Trotz der großen Kritik an den personellen Umstellungen, verteidigt der Bundestrainer seine Entscheidungen. „Mario Gomez hat in der Vorrunde drei Tore geschossen und war nach dem Griechenland-Spiel sehr motiviert, weil er nicht von Beginn an gespielt hat. Toni Kroos wollte ich zusätzlich an zentraler Stelle im Mittelfeld haben, um Daniele de Rossi und Andrea Pirlo aus dem Spiel zu nehmen. Das hat zu Beginn auch gut geklappt. Nach der Pause musste ich zwangsläufig wechseln, um etwas zu versuchen.“ Mit der Aufstellung von Toni Kroos verstärkte Löw vielleicht die Defensive, schwächte aber auch Özils Genialität, da dieser auf den Flügel ausweichen musste, anstatt in der Mitte die Fäden zu ziehen.
Wieder kein Titel
Ein schwacher Trost für die Nationalmannschaft dürften die tröstenden Worte sein, die von überall her kommen. Seit 1996 bleibt Deutschland nun ohne Titel. Seit der WM 2006 gilt die Nationalmannschaft als einer der Favoriten auf den Titel, dennoch konnten die entscheidenden Spiele nie gewonnen werden. „Das ist ein normaler Entwicklungsprozess. Man kann den Titel jetzt nicht immer herbeireden. Spanien hat lange darauf gewartet. Wir haben alles versucht, alles gegeben. Die Mannschaft hat in der zweiten Halbzeit alles getan. Wir haben große Moral bewiesen. Bei den letzten vier Mannschaften ist die Luft ganz dünn, ein Moment der Unaufmerksamkeit kann genügen“, so der Bundestrainer.
Kein Favorit für das Finale
Für das nun anstehende Finale hat Joachim Löw noch keinen klaren Favoriten herausarbeiten können. „Das Finale ist völlig offen. Italien hat wirklich überzeugt in diesem Turnier, Spanien vielleicht nicht ganz so dominant gespielt wie erwartet. Aber auch im Finale kommt es auf Kleinigkeiten an“, erklärte er.
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