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Der Motor der deutschen Mannschaft gibt in einem Interview Einblick in das EM-Leben und spricht auch rückblickend über das Finale der Champions League.

Danzig. Im Vorfeld des EM-Viertelfinalspiels der DFB-Elf gegen Griechenland erwischte DFB.de Bastian Schweinsteiger in einer ruhigen Minute. Die deutsche Nummer 7 berichtete dabei über die aktuelle Europameisterschaft und seine Erwartungen für diese, ging aber auch nochmals auf das verlorene Champions-League-Finale gegen den FC Chelsea London ein.

Vorrunde mit zwei Gesichtern

Nach neun Punkten aus den ersten drei Spielen herrscht im deutschen Lager Optimismus. Auch Bastian Schweinsteiger scheint zufrieden, nach seinem freien Tag, den er mit Bummeln an der schönen Promenade von Danzig verbrachte, verriet er DFB.de jedoch, dass die Vorrunde doch nicht ganz so perfekt war: „Wir haben es im Allgemeinen sehr gut gemacht. Aber im Spiel gibt es immer Situationen, in denen es hätte anders laufen können.“

Damit spielte er auf Robin van Persies Chance für die Niederlande oder auch Jakob Poulsens Pfostentreffer im Spiel gegen Dänemark an. Im Interview sagte Schweinsteiger, dass Deutschland daraus lernen müsse, um solche Partien zukünftig „souveräner“ zu gestalten, und „weniger Aufwand“ betreiben zu müssen.

Eine Einheit

Warum es ergebnistechnisch bei der DFB-Elf derzeit dennoch so gut läuft, weiß Schweinsteiger ebenfalls: „Für mich ist es entscheidend, dass wir mit der Mannschaft und den Trainern eine Linie haben und mit dem Betreuerstab eine geschlossene Einheit bilden.“
 
Dieser Gemeinschaftssinn existierte jedoch bereits bei der WM 2010 als man im Halbfinale an den Spaniern scheiterte. Was ist in diesem Jahr also anders bei den Jungs von Jogi Löw?

Besser als 2010?

„Wir hatten damals eine gute Mannschaft - wir haben jetzt eine gute Mannschaft. Worin sie sich unterscheiden, ist die Erfahrung“, erklärte Schweinsteiger und betonte, dass die vielen Neulinge von 2010 mittlerweile eine Menge Praxis gesammelt haben. „In Südafrika waren zehn Spieler dabei, die zum ersten Mal ein großes Turnier gespielt haben. Diese Spieler sind jetzt wieder dabei und wissen viel besser, wie man sich verhalten muss, wenn man bei einem Turnier Erfolg haben will.“

Doch reicht das auch für die Spanier? Der Top-Favorit strauchelte in der Vorrunde, wäre vielleicht gar nicht mehr im Turnier, hätte Wolfgang Stark konsequent gepfiffen. Dennoch sind die Iberer nun im Viertelfinale und gelten weiterhin als die Mannschaft, die es zu schlagen gilt.

Schweinsteiger glaubt zumindest an die Chance und sieht im deutschen Team neben den traditionellen deutschen Eigenschaften wie „Laufbereitschaft, Kampf, unbedingter Einsatzwille, Leidenschaft“ weitere Stärken: „Diese Tugenden stehen nicht mehr alleine. Wir haben zum Glück mittlerweile viele Spieler bei uns, die technisch gut sind, die fußballerisch gut sind, die spielintelligent sind, die gute Laufwege machen. Dieses gesamte Paket ist die deutsche Art. Wenn wir diese Komponenten vereinen, dann ist es möglich, die Spanier zu schlagen.“

Fans unterstützen kräftig

Ein großes Dankeschön sendete „Schweini“ auch an alle Fans und Sympathisanten der deutschen Mannschaft. In der Vergangenheit, und auch bei dieser EM, konnte man immer wieder beobachten, wie Deutschland von seinen erwartungsvollen und euphorischen Fans getragen wurde. Schweinsteiger bezeichnete die Unterstützer als „enorm wichtig“ sowie als „großen Rückhalt“.

„Es liegt am Freitag nur an uns“

Auch eine kleine Vorschau auf den Viertelfinal-Gegner Griechenland gab Schweinsteiger DFB.de. „Hellas“ setzte sich am letzten Spieltag etwas überraschend durch und wird nun von ganz Europa gefürchtet, denn nicht wenige trauen den Defensiv-Göttern erneut einen großen Coup wie 2004 zu. Damals brachten sie den Pokal ins heimische Griechenland.

„Wir haben großen Respekt vor den Griechen. Sie haben sich in einer Gruppe durchgesetzt, wo alle gedacht haben, dass es sehr schwer für sie wird. Sie haben es geschafft, das ist stark. Wir wissen aber, dass es am Freitag nur an uns liegt, ob wir gewinnen oder nicht. Wenn wir unsere Stärken einbringen, werden wir die Griechen schlagen“, behauptete Schweinsteiger dennoch und strotze praktisch vor Selbstbewusstsein. „Ich spüre einen großen Drang in mir, ein perfektes Spiel zu liefern. Ich hoffe, dass wir dem gegen Griechenland nahe kommen.“



Schweinsteiger, eine Führungsperson

Seine eigene Position als Führungskraft des Teams hat Schweinsteiger schon lange akzeptiert. Bereits in Südafrika bot er im Nationaltrikot eine Spitzenleistung nach der anderen und erarbeitete sich im Laufe der Jahre den Status als einer der wichtigsten Spieler des Landes. Der 27-Jährige gestand: „Diese Rolle hatte ich ja auch schon vor der WM 2010. Jeder Spieler muss für die Mannschaft Verantwortung übernehmen. Aber natürlich muss es auch Spieler geben, die in engen Situationen die Richtung vorgeben und die richtigen Worte finden.“

Kein Druck

Entgegen einer möglichen Annahme, nach welcher ein gewaltiger Druck auf einem Spieler von Schweinsteigers Format lastet, sieht dieser die Jagd auf Titel eher gelassen und als Belohnung. „Druck haben Menschen, die um ihre Existenz kämpfen oder die in großer Not sind. Ich empfinde eher einen Reiz. Es reizt mich, mit dieser Mannschaft bei dieser EM das auszureizen, was sie maximal kann. Es ist im Grunde ganz simpel: Wenn wir das  konstant schaffen, dann werden wir auch Titel gewinnen“, verriet er seinen Standpunkt, den die Mehrzahl der deutschen Anhänger wohl nicht nachvollziehen wird, denn die Erwartungshaltung ist nach wie vor extrem hoch.

Niederlage überwunden?

Der Münchner ging auch noch kurz auf das verlorene Champions-League-Finale im Mai ein, scheint dieses aber bereits einigermaßen überwunden zu haben - zumindest kennt er im Nachhinein die Gründe für das Scheitern, aus denen er lernen will: „Die Niederlage wäre für mich viel schwieriger zu akzeptieren, wenn wir alles richtig gemacht und trotzdem verloren hätten. Aber so war es nicht. Im Fußball entscheiden viele Kleinigkeiten darüber, wer gewinnt.“

Einen Vorteil für die EM auf Grund von noch größerer Motivation sieht er dabei allerdings nicht: „Die Gier war bei mir schon lange vor dem Finale da.“

Hochkaräter wartet im Halbfinale

Das Spiel gegen Griechenland findet am kommenden Freitag um 20.45 Uhr in Gdansk statt. Der Sieger dieser Partie wird im Halbfinale auf den Gewinner des Spiels zwischen Italien und England treffen.


EURE MEINUNG: Kann die deutsche Nationalmannschaft alles abrufen, um sich gegen Griechenland durchzusetzen?

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