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Rückblick vor dem Showdown: Ganz Italien zittert in Erinnerung an 2004

Sowohl gegen Spanien als auch gegen Kroatien hat sich Italien „die Butter vom Brot nehmen lassen“. Nun fürchtet sich ein ganzes Land vor „Il biscotto“ – wie schon 2004.

Rom. Nach dem starken Auftritt gegen Spanien keimte in Italien wieder die Hoffnung auf die italienische Nationalmannschaft. Cesare Prandelli wusste mit seiner Spielweise ein ganzes Land zu begeistern. „Bell’ Italia“ titelte die Gazzetta dello Sport. Nach einem weiteren Remis gegen Kroatien droht diese offensive „Squadra Azzurra“ jedoch auszuscheiden. Das ganze Land spricht bereits von einer möglichen Einigung auf ein 2:2 zwischen den Gruppengegnern – dabei muss gegen Irland erstmal ein Sieg her, ausgerechnet gegen Giovanni Trapattoni.

„IL BISCOTTO“


Solch' stolze Nationen wie Spanien oder Kroatien würden so einen Skandal nicht in Kauf nehmen.

- Fabio Porta, Goal.com

Die Angst geht um in „Bell‘ Italia“

Unmittelbar nach dem Schlusspfiff der Partie gegen Kroatien gab es in der italienischen Presse beinahe kein anderes Thema mehr. „Il biscotto“ (dt.: Keks) dominierte die Schlagzeilen. In Italien wird mit diesem Ausdruck auf eine mögliche Einigung zwischen Spanien und Kroatien hingewiesen. Bei einem 2:2 zwischen den beiden Konkurrenten könnte die „Squadra Azzurra“ gegen Irland noch so hoch gewinnen – sie würde kläglich in der Vorrunde scheitern.

Gianluigi Buffon verurteilte die Medien für dieses Vorgehen: „Wir müssen erst einmal gegen Irland gewinnen. Wir sollten uns auf unser eigenes Spiel konzentrieren.“ – Auf der anderen Seite sprachen sich Kroaten und Spanier gegen die intendierten Vorwürfe aus. Luka Modric, Vincente Del Bosque und Co. reagierten teils empört auf die Reaktionen aus Italien.

Das passierte 2004 in Portugal

Doch die sind nicht ohne Grund wie Pilze aus dem Boden geschossen. Italien hat 2004 bereits schlechte Erfahrungen mit einer derartigen Konstellation gemacht, nachdem sich die Anhänger bereits 2002 betrogen fühlten – zwei Jahre zuvor in Japan und Südkorea waren die Unparteiischen die Übeltäter. In Portugal spielten die „Azzurri“ gegen Dänemark 0:0 und ließen ein enttäuschendes 1:1 gegen Schweden folgen, bei den Zlatan Ibrahimovic sein berühmtberüchtigtes Tor mit der Hacke erzielte. Dänen und Schweden hofften auf ein 2:2 – ein Ergebnis, bei dem beide sicher weiterkommen würden.

Und tatsächlich schoss Matias Jonson ausgerechnet in der 89. Minute den Ausgleich zum besagten Endstand. Die Italiener waren kaum zu beruhigen. Antonio Cassano brach in Tränen aus – Trainer Giovanni Trapattoni tröstete das „Enfant terrible“. Gennaro Gattuso war kaum zu beruhigen – ähnlich wie die italienische Presse.

Stellt ausgerechnet Trapattoni den Italienern ein Bein?

Nun kommt es aber tatsächlich zunächst einmal ganz auf die Italiener selbst an. Die hätten gegen Kroatien bereits einen großen Schritt in Richtung Viertelfinale machen können, stellten aber nach einer dominanten ersten Hälfte im zweiten Durchgang ihre Bemühungen ein. Das Konzept stimmt bei Prandelli und seinen „Azzurri“ zwar, doch noch hapert es an Kleinigkeiten. Es fehlt der eiskalte Abschluss, es fehlt teilweise der letzte Wille und das letzte Quäntchen Glück.

Trapattoni, der 2004 selbst die bittere Erfahrung mit „Il biscotto“ machen musste, könnte als Spielverderber fungieren.Sollten seine Iren über sich hinauswachsen, wäre das ganze Gerede um eine mögliche Absprache vollkommen überflüssig gewesen. Zunächst einmal müssen nämlich die Italiener ihren ersten Sieg bei dieser EM erringen.

 

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