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EXKLUSIV - Ola Bilger hatte die taktische Vorbereitung der Three Lions gegen Schweden beobachten können. Gegenüber Goal.com sagte er, sein Handeln sei nicht heimtückisch gewesen.

Kiew. Ola Billger, schwedischer Reporter für die Zeitung Svenska Dagbladet, konnte 45 Minuten lang die taktische Besprechung der englischen Nationalmannschaft vor dem Spiel gegen Schweden beobachten. Gegenüber Goal.com sagte er, dass jeder andere Journalist ebenso glücklich gewesen wäre und die Chance genutzt hätte.

 Kris Voakes
  In Kiev

Die englische Zeitung The Sun eröffnete am Montag, dass Billger Roy Hodgsons taktische Anweisungen vor dem Freitägigen Sieg gegen Schweden (3:2) in Kiew ausspionierte. Der Reporter erklärte hingegen, er hätte schlicht und ergreifend seine Chance genutzt, nachdem er den Weg in das schwedische Mannschaftshotel nicht fand.

„Ich glaube ,spionieren‘ ist ein unglimpfliches Wort. Ich hatte einfach Glück, dass ich einen Teil der taktischen Vorbereitungen, ungefähr 45 Minuten, des englischen Trainers beobachten konnte“, beschrieb Billger.

„Ich war im dritten Stock und sie waren im ersten. Es war ein Fenster, eine Dachluke und ein ziemlich großer Bildschirm zwischen uns. Das war kein Spionieren, ich habe einfach nur aus dem Fenster gesehen und dadurch die Diavorführung der Engländer gesehen. Ich bin ein Reporter...was ich mache? Ich berichte. Also war es in diesem Sinne keine Spionage. Es waren gute 45 Minuten, Unterhaltung, eine gute Nachricht natürlich und eine tolle Story.“

Die Sun behauptete, dass es Berichte gegeben habe, denen zufolge eine weitere Person bei der Besprechung zugehört habe, aber Billger bestreitet, dass noch jemand dabei war.

„Sowieso nicht von uns. Aber ich glaube nicht, dass es stimmt. Ich weiß was ich gesehen habe, ich weiß was ich getan habe, ich weiß was ich geschrieben habe. Ich habe nichts gehört, mir hat niemand einen Hinweis gegeben, ich würde niemals spionieren, ich habe nur meinen Job gemacht, und es war ein Wahnsinnsjob.“

Schweden drehte das Spiel nach dem Rückstand durch zwei Freistoßtore, bevor Theo Walcott und Danny Welbeck das Spiel für die Engländer entschieden. Aber Billger sagt, dass sein Vorgehen keinerlei Auswirkungen auf die schwedische Taktik hatte.

„Wir arbeiten für die Leser, also hätten wir die Story mit oder ohne einem Kommentar der schwedischen Nationalmannschaft veröffentlicht“, erklärt er. „Wir haben die schwedische Nationalmannschaft angerufen, um eine Stellungnahme zu dem, was wir gesehen hatten zu bekommen, aber wir haben sie nicht kontaktiert um sie einzuweisen, das ist deren Aufgabe. Sie werden dafür bezahlt, ihre Hausaufgaben selbst zu machen. Wir werden dafür bezahlt, Artikel zu schreiben und wir haben sie angerufen, um Stimmen zu der Geschichte einzufangen.“

Am Ende konnte Billger die Besprechung nicht mehr sehen, als ein Tuch über das Dachfenster des ersten Stocks gelegt wurde.

„Irgendwann haben sie ein Tuch über das Fenster gelegt. Aber bis dahin waren schon 45 Minuten vorbei. Wir haben die Schachzüge gesehen, Standardsituationen, Ecken, von links und rechts“, beschrieb er weiter.

Billger fügte hinzu: „Wir haben die Freistöße gesehen, fast die ganze Aufstellung, was sie tun sollen, wenn die Schweden in Ballbesitz sind und welcher englische Spieler welchen schwedischen Spieler decken soll. Das sind wahrscheinlich die interessantesten Dinge der Besprechung, weil was man bei der eigenen oder der gegnerischen Ecke tun soll, ist nicht unbedingt höhere Mathematik. Offen gesagt, wenn die Schweden nicht wenigstens damit umzugehen gewusst hätten, hätten sie ihre Hausaufgaben nicht anständig gemacht.“

EURE MEINUNG: Hätte Schweden mit diesen Informationen das Spiel gewinnen müssen?

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