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Fast 200 Festnahmen nach Fußball-Krawallen in Warschau

Schlimme Bilder erreichten die Weltöffentlichkeit aus Warschau. Polnische und russische Hooligans schlugen sich mit extremer Brutalität. Beinahe 200 Festnahmen sind bekannt.

Warschau. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Beziehung zwischen Polen und Russland nicht gerade als die herzlichste gilt. Neben den unschönen Erinnerungen an den 2. Weltkrieg und dem kalten Krieg war der Tod von Polens Staatspräsident Lech Kaczynski ein heikles Thema am Rande des EM-Gruppenspiels der beiden Kontrahenten. Es kam zu schweren Unruhen, bei denen rund 200 Personen festgenommen wurden.

Auch ein Deutscher ist verletzt

Es ist nicht auszuschließen, dass diese Zahl in den nächsten Tagen noch weiter nach oben korrigiert wird, denn wenige Stunden vor dem Spiel glichen Teile der Warschauer Innenstadt einem Schlachtfeld. Es wurden bei diesen gewalttätigen Auseinandersetzungen bislang zehn Personen verletzt. Darunter befindet sich auch ein Deutscher.

Keine Tote

Polnische Medien haben sogar von 15 Verletzten gesprochen. Die Zahlen variieren, weil die Bilder der Überwachungskamera noch ausgewertet werden müssen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass es zu weiteren Festnahmen kommen wird. Zum Glück schwebt von den vielen Verletzten keine Person in akuter Lebensgefahr.

Polnische Hools provozieren

Die Provokationen hatten polnische Hooligans begonnen, die einen Fanmarsch von 1000 russischen Anhängern mit dem Werfen von Gegenständen und provozierenden Gesten unterbrochen hatten. Insgesamt konnten aber die rund 6000 Beamte die Situation relativ schnell deeskalieren. Nach dem Spiel konnte durch das erhöhte Sicherheitsaufkommen der Polizei die Lage ruhig gehalten werden.

Schlaflosigkeit für die Täter

Regierungssprecher Pawel Gras fand deutliche Worte im polnischen Rundfunksender RFM: „Die Gewalttäter sollen nicht glauben, dass sie ruhig schlafen können.“ Die polnische Boulevardzeitung Fakt hat diesen Ausschreitungen eine zweiseitige Bildreportage gewidmet mit der deutlichen Überschrift: „So wurde in der Hauptstadt das Sportfest zusammengeschlagen.“

Zwillingsbruder gibt Russland Schuld für Absturz

In den letzten Wochen wurde vor allem der tragische Tod vom ehemaligen polnischen Staatspräsidenten Lech Kaczynski vermehrt aufgegriffen. Einige stolze polnische Bürger geben Russland die Schuld für den Flugzeugabsturz im April 2010 im russischen Smolensk. Nach einem Bericht der Maerkischen Oderzeitung erklärt Zwillingsbruder Jaroslaw Kaczynski, der als Chef der Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) fungiert, auf einer Veranstaltung: „Die Hauptschuld (für den Absturz) trägt Russland." Dieser Satz wurde vor knapp einem Jahr geäußert. Seitdem sehen Teile der polnischen Bevölkerung Russland als Sündenbock für die Flugzeugkatastrophe, was in solchen Momenten ebenfalls zur Gewaltentladung beiträgt.
 
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