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De Rossi und die „alte Dame“: Italiens Abwehr besteht gegen Spanien

Guter Einstand im 3-5-2: Italiens Dreierkette präsentierte sich gegen Weltmeister Spanien über weite Strecken als wasserdicht - und mit einem starken Daniele de Rossi.

Danzig. Viel war vor dem Gruppenspiel gegen das offensivfreudige Spanien geschrieben worden über Italiens Defensive. Infolge des Wettskandals in Italien musste Domencio Criscito abreisen, dann fiel auch noch Andrea Barzagli aus. Gegen den amtierenden Weltmeister schickte Cesare Prandelli dann nicht mehr ganz überrschend eine Dreierkette nach dem Vorbild von Juventus Turin ins Rennen: Italiens Coach zog Mittelfeldspieler Daniele de Rossi zurück in die Abwehrzentrale, eine Rolle, die er auch beim AS Rom gelegentlich schon ausgefüllt hatte. Flankiert wurde er dort von den Juve-Spielern Leonardo Bonucci und Giorgio Chiellini, die diese Spielart ohnehin aus Turin kennen, wo sie mit Barzagli eine Dreierkette bildeten, die gerade ohne eine einzige Niederlage italienischer Meister geworden ist.

Mit Juve-Block und 3-5-2

Bereits nach dem Ausfall von Barzagli und der Heimreise von Domenico Criscito sowie dem 0:3 im Testspiel gegen Russland hatte Prandelli begonnen, sein Team im 3-5-2 trainieren zu lassen. „Ich bin gezwungen, etwas zu probieren, um der Defensive Sicherheit zu verleihen, auch wenn nicht mehr viel Zeit ist“, erklärte der 54-Jährige. Der Gedanke war auf den zweiten Blick auch alles andere als abwegig, weil der große Juve-Block im Team mit dem System vertraut ist. Eine offen Frage blieb, ob eine solche Defensive auch ausgerechnet im ersten Spiel gegen Weltmeister Spanien bestehen würde. Bis zum Sonntagabend.



Nach dem ersten Spiel lässt sich wohl sagen, dass Prandelli aus der Not eine Tugend gemacht hat: Die Iberer bissen sich gegen den Dreierriegel und das davor sehr beweglich agierende Fünfer-Mittelfeld über weite Strecken der Partie die Zähne aus. Anfangs wurde es über die Außen versucht, als das keinen Erfolg zeitigte, operierten dann vor allem Iniesta und Silva durch die Mitte und kreierten gegen Ende der ersten Halbzeit mehr Gefahr, aber kaum zwingende Chancen. Wurde die Abwehr mal überwunden, was gegen Spanien wohl schlechtweg nie ganz zu verhindern ist, war da immer noch Buffon, der im erste Durchgang einen Schuss Iniestas aus spitzem Winkel parieren musste.

De Rossi räumt ab, Pirlo zieht die Strippen

Hinten solide, ohne reinen Catenaccio: Dass die Squadra Azzura gekonnt vom 3-5-2 zu einem 4-3-3 umschaltete, sorgte noch dazu für Torgefahr, weil Juve-Kopf Andrea Pirlo im Mittelfeld gekonnt die Strippen zog und stark spielte. Und dass sich hinten nicht viel ereignete, lag an einem resolut verteidigendem Daniele de Rossi, der seinen Körper immer wieder dazwischen schmiss, Bälle ablief und obendrein eine gute Spieleröffnung zeigte. Bei Silvas Zuckerpass vor dem Ausgleich waren De Rossi und seine beiden Kollegen von der „alte Dame“ aber machtlos. Und gegen Ende der Partie geriet Italiens Hintermannschaft gegen eine taktisch veränderte Seleccion mehr und mehr ins Schwimmen. Aber De Rossis für alle sichtbarer Ärger nach dem Tor zeigt, wie ernst der Mann vom AS Rom seine ihm zugewiesene Rolle nimmt. Defensiven gewinnen ja bekanntermaßen Titel - es wird spannend sein, zu sehen, was Italiens Defensive zu gewinnen im Stande ist.

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