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Deutschlands erster Gruppengegner Portugal ist vor der EM ebenso unberechenbar wie gefährlich: Taktisch sind die Probleme groß, dafür ist die individuelle Klasse enorm.

Das Team von Spielverlagerung.de hat sich alle EURO-Teams genauer angeschaut und ein Ebook zum großen Turnier in Polen und der Ukraine veröffentlicht [zum Ebook!]. Tobias Escher analysiert auf Goal.com die Taktik der portugiesischen Nationalmannschaft und schaut, welche Rolle Superstar Cristiano Ronaldo spielt.

Rückblick, September 2010: Nach einem 4:4-Unentschieden gegen Zypern und einer 0:1-Niederlage in Norwegen schien die portugiesische Qualifikationskampagne bereits nach zwei Spielen zum Scheitern verurteilt. Nationaltrainer Queiroz wurde nach wochenlangen Querelen entlassen, sein Nachfolger Bento stand vor keiner leichten Aufgabe. Der ehemalige Sporting-Coach packte seine Aufgabe an, sortierte undisziplinierte Spieler aus und änderte die taktische Ausrichtung vom 4-2-3-1 hin zum typisch-portugiesischen 4-3-3.  Der nominelle Gruppenfavorit schaffte es nach fünf Siegen in Folge doch noch in die Playoffs, wo Bosnien-Herzegowina nach einem 0:0 im Hinspiel mit 6:2 weggefegt wurde. Der Trend zeigte in der Qualifikation mehr und mehr nach oben. Können sie in der Ukraine und in Polen noch einen drauflegen?

Alle Bälle zu den Superstars

Eckpfeiler des Teams sind die Ausnahmekünstler Nani und Ronaldo. Die weltbekannten Dribbler sind Dreh- und Angelpunkt aller Angriffsbemühungen. Beide können im 4-3-3-System ihre Stärken voll und ganz ausspielen: Sie sind weit entfernt von klassischen Außenstürmern, die an die Grundlinie gehen. Stattdessen wählen sie oft und gerne mit ihren Dribblings den direkten Weg Richtung Tor. In vielen Situationen agieren die Beiden daher zentral, für die Breite im System sind die aufrückenden Außenverteidiger zuständig.

Sobald einer der beiden Superstars den Ball erhält, passt sich das Verhalten der übrigen Spieler ihnen an. Die Außenverteidiger hinterlaufen in solchen Situationen, um die gegnerischen Verteidiger auf dem Flügel zu binden. Im Zentrum starten die Mittelfeldspieler ebenfalls, um die gegnerischen Sechser nach hinten zu ziehen. Gerade letzteres ist wichtig für das Spiel der Portugiesen: Sowohl Ronaldo als auch Nani sind kaum aufzuhalten, wenn sie erst einmal Höchsttempo erreicht haben.

Damit sie dies jedoch können, dürfen sie nicht von Gegenspielern zu früh in Eins-gegen-Eins Duelle gedrängt werden. Viele Läufe der Mitspieler wirken daher erst auf den zweiten Blick sinnvoll, da sie nicht darauf abzielen, angespielt zu werden, sondern lediglich die Außenstürmer von Gegenspielern befreien sollen.

Dies hat neben der Erleichterung von Dribblings noch einen viel direkteren Nutzen: Wenn Ronaldo und Nani im gegnerischen Drittel im Halbfeld ungestört den Ball haben, können sie zu ihren gefürchteten Fernschüsse ansetzen. Portugal hat in der Qualifikation fast 40 Prozent seiner Treffer von außerhalb des Sechzehners erzielt – eine exorbitant hohe Quote, die im europäischen Klubfußball so gut wie kein Team erreicht. Neben den erwähnten Dribbelkünstlern tut sich zudem Raul Meireles mit seinem harten Schuss hervor. Gegner der Iberer werden darauf achten müssen, im eigenen Drittel nie mehr als einen Meter Abstand zu den Scharfschützen zu lassen. Gerade zweite Bälle nach Ecken und Freistößen sind ein gefundenes Fressen für die Portugiesen.

Dribblings, Fernschüsse, Positionierung im Raum – Ronaldo und Nani haben alle Freiheiten im portugiesischen Spiel. Dies hat jedoch auch seinen Preis: Die teilweise Beschränkung der Angriffsbemühungen auf die individuellen Fähigkeiten der zwei führt zu einer hohen Abhängigkeit. In der Qualifikation waren sie an 15 der 27 Treffer beteiligt – eine humane Zahl. Wenn man allerdings bedenkt, dass sie seit der Installation von Coach Bento an allen Führungstreffern beteiligt waren, schrillen die Alarmglocken. Noch viel komplizierter macht es die Tatsache, dass 80 Prozent der Tore, an denen beide nicht beteiligt waren, erst fielen, nachdem Portugal bereits mit mindestens zwei Toren Abstand vorne lag. An den Eröffnungstreffern, die einer Mannschaft Sicherheit und Auftrieb geben, sind die zwei immer beteiligt.



In der zweiten Hälfte der Qualifikation suchte Coach Bento nach Auswegen aus dieser Abhängigkeit. Eine seiner wichtigsten Maßnahmen war das erhöhte Setzen auf Flanken. Öfter als unter seinem Vorgänger Queiroz wurde nun der Weg an die Grundlinie gesucht.

PORTUGAL
GRUPPE B
DIE LETZTEN FÜNF SPIELE
Ergebnis
 BOSNIEN - PORTUGAL
0:0
 PORTUGAL - BOSNIEN 6:2
 POLEN -  PORTUGAL 0:0
 PORTUGAL - MAZEDONIEN 0:0
 PORTUGAL - TÜRKEI 1:3

Im Rückspiel gegen Dänemark wechselten Ronaldo und Nani gar in Halbzeit eins die Seiten, um öfters an die Grundlinie gehen zu können. Der Stoßstürmer, zuletzt wechselweise Postiga oder Ex-Werder-Akteur Almeida, sprintet in solchen Situationen in den Strafraum und verwertet mit seiner physischen Präsenz hohe Bälle. Oft setzte Portugal aber auch auf flache Flanken in den Rückraum, wo Raul Meireles auf Schussmöglichkeiten lauert.

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Diese neue Ausrichtung war einer der maßgeblichen Verbesserungen unter Bento. Ronaldo und Nani wählen zwar immer noch in 90 Prozent der Fälle den Weg in die Mitte, allerdings können die Gegner es sich nicht erlauben, die hinterlaufenden Außenverteidiger freizulassen. Nach Flanken ist Portugal nämlich mittlerweile extrem gefährlich: Acht der 23 unter Bento erzielten Tore fielen direkt nach Hereingaben. Trotzdem ist dies eher als eine Erweiterung der Strategie zu sehen; Pässe auf Ronaldo und Nani sind im Spielaufbau noch immer die erste Wahl.

Schwacher Spielaufbau

Die Strategie der Fütterung der Außenstürmer klingt auf dem Papier leicht: Ball gewinnen, Pass zu Ronaldo oder Nani, fertig. In der Praxis ist es jedoch alles andere als simpel, denn den Portugiesen fehlt ein starker Passspieler im Mittelfeld. Nicht, dass Bento keine ordentlichen Alternativen zur Verfügung hätte – mit Moutinho (FC Porto) und Raul Meireles (FC Chelsea) bietet Portugals Kader zwei Achter von internationalem Format. Das Problem: Beide leben von ihrer Dynamik und ihrem Passspiel bei Kontern. Einen wirklichen Kreativspieler auf der Sechs oder Acht, der tief stehende Abwehrreihen öffnen kann, haben die Portugiesen nicht. Auch ein 4-2-3-1 mit einem nominellen Zehner, wie es in den ersten zwei Qualifikationsspielen unter Queiroz angewandt wurde, ist seit der schweren Verletzung des stärksten portugiesischen Kreativspielers Danny (EM-Aus durch Kreuzbandriss) vom Tisch.



Die mangelnde Kreativität im Mittelfeld wiegt bei einer Betrachtung der Abwehrspieler umso schwerer. Moderne, spielmachende Innenverteidiger gibt der Kader nämlich nicht her. Pepe und Alves gehören unbestritten zu den zweikampfstärksten Akteuren im gesamten Wettbewerb, allerdings sind sie meilenweit vom spielerischen Niveau eines Hummels oder Pique entfernt. Weder das Mittelfeld noch die Abwehr bieten kreative Lösungen, wie der Ball zu den Außenspielern kommen kann.

Aus diesem Grund weichen die Portugiesen übermäßig oft auf die Außenverteidiger aus. Coentrao und Pereira sind in ihren Passqualitäten keine Weltklasse, jedoch nicht so beschränkt wie ein Pepe. Allerdings erleichtert die relative Ausrechenbarkeit durch das ständige Spiel über Außen für den Gegner das Pressing. Quali-Rivale Dänemark attackierte beispielsweise früh und isolierte die portugiesischen Innenverteidiger von ihren Mannschaftskollegen. Portugal tat sich dementsprechend bei der 1:2-Niederlage über 90 Minuten hinweg schwer, eine Anbindung zwischen Abwehr und Angriff hinzubekommen.

Hier liegt das vermeintlich größte Problem der Portugiesen: Durch ihre Ausnahmekünstler auf den Flügeln sind sie im letzten Drittel extrem gefährlich, allerdings kombinieren sie sich zu selten in diesen Bereich. Portugal hatte in seiner Gruppe den meisten Ballbesitz, allerdings beschränkte dieser sich gerade in den Topspielen gegen Dänemark und Norwegen auf das erste und zweite Drittel. So holten sie aus den vier Duellen gegen die zwei stärksten Gruppengegner magere sechs Punkte bei 5:4 Toren – wenn man den individuellen Vorsprung besonders gegenüber Norwegen bedenkt, ist dies keine allzu gelungene Bilanz. Je zweikampfstärker und taktisch geschulter der Gegner ist, umso weniger schaffen es die Portugiesen, ihre Stars in Szene zu setzen. Kluge Gegner versuchen daher gar nicht erst, Ronaldo und Nani im Eins gegen Eins zu neutralisieren – sie verhindern mit aggressivem Pressing, dass der Ball zu ihnen kommt.

Die Defensive

Die erwähnten Schwächen im Spielaufbau fangen die Verteidiger mit ihrer enormen Zweikampfstärke wieder auf. Mourinhos persönlicher Bullterrier Pepe ist einer der besten Tackler der Welt, auch wenn sich bei ihm gerne mal das ein oder andere Foul einschleicht. Sein Nebenmann Bruno Alves ist nicht mehr der Jüngste, kann sich allerdings ebenso durchsetzen. Auch die Außenverteidiger agieren in der Defensivarbeit auf akzeptablem Niveau.



Trotzdem stand die Viererkette in der Gruppenphase der Qualifikation nicht immer sattelfest, mit durchschnittlich 1,4 Gegentoren pro Spiel weisen die Portugiesen die schlechteste Bilanz aller qualifizierten Teams auf. Ein Grund hierfür ist die geringe Positionstreue der Verteidiger: Der gelernte Mittelfeldspieler Pepe verlässt die Kette beispielsweise recht häufig, um gegnerische Stürmer zu verfolgen. Auch die Außenverteidiger interpretieren ihre Position recht weitläufig, eine auf einer Linie agierende Viererkette gab es selten zu bestaunen. So wurden sie manches Mal anfällig für Schnittstellenpässe, besonders beim unrühmlichen 4:4 gegen Zypern.

Erst zum Ende der Qualifikation fand Bento eine Lösung für diese Misere: Diese spielt in der Serie A für Genua und heißt Miguel Veloso. Zwar ist der defensive Mittelfeldspieler fußballerisch limitiert, dafür glänzt er mit seiner großartigen Antizipation. In den Duellen gegen Bosnien-Herzegowina agierte er als extrem tief stehender Sechser direkt vor der Abwehrreihe. Sobald ein Verteidiger die Kette verließ, begab er sich unverzüglich auf dessen Position. Gerade im Hinspiel stabilisierte dies die Defensive.

Die Aufstellung des 26-jährigen Linksfußes hat zudem den Vorteil, dass er als abkippender Sechser ein Aufrücken der Außenverteidiger ermöglicht. Er lässt sich oft neben die Innenverteidiger fallen, aus der Vierer- wird im Spielaufbau so eine Dreierkette. Diese taktische Maßnahme stärkt das Flügelspiel. Im Spiel nach vorne ist mit Veloso allerdings wenig anzufangen – sein Passspiel ist nur marginal stärker als das der Innenverteidiger, was alles andere als ein Kompliment ist. Dennoch scheint seine Aufstellung bei der EM besonders gegen spielstarke Gegner wahrscheinlich, da er mit seinem taktischen Blick die Undiszipliniertheiten seiner Mitspieler ausgleicht. Je nach gewünschter Spielstärke im Mittelfeld könnte Bento ihm jedoch auch nur eine Reservistenrolle geben.

Die meisten Gegentreffer in der Qualifikation fielen allerdings nicht aufgrund des schlechten Positionsverhaltens der Verteidiger, sondern nach Standardsituationen. Zählt man die Pflichtspielgegentreffer unter Bento zusammen, kommt man zu einem ernüchternden Ergebnis: Von neun Treffern fielen fünf nach Freistößen oder Eckbällen, weitere zwei durch Elfmeter. Trotz der relativen Kopfballstärke des Teams sind sie extrem anfällig bei hohen Hereingaben. Dies ist zum einen ein Problem der Zuordnung, zum anderen hat es auch mit der oft kritisierten mangelhaften Disziplin zu tun. Bei einer Mehrzahl der Gegentreffer wurde das Kopfballduell schlicht nicht angenommen.
 
Das Pressing

Oft herausrückende Verteidiger, zwei sehr weit vorne agierende Außenstürmer, viel Ballbesitz in der eigenen Hälfte: Die bisherigen Ausführungen sprechen dafür, dass Portugal ein dominant agierendes Team ist. Allerdings fehlt zur vollen Spielkontrolle Marke Barcelona ein wichtiger Baustein: Eine konsistente Pressingstrategie. In der Theorie haben die Portugiesen eine gute Ausgangslage für ein starkes Gegenpressing: Sie haben viele physisch starke Spieler, die dazu noch extrem wendig sind (Ronaldo ist hier das Paradebeispiel der Verbindung zweier Kategorien, die eigentlich selten zusammenpassen). Dazu positionieren sie sich im Mannschaftsverbund recht offensiv und haben dazu noch stets ein bis zwei anspielbereite Passspieler in Ballnähe. Idealerweise müsste es den Portugiesen damit möglich sein, nach Ballverlusten den Gegner direkt unter Druck zu setzen.



Einzig, sie tun es nicht. Die Spieler legen nach Ballverlusten in vielen Situationen den Schalter zu spät um. Im Vergleich zu beispielsweise Borussia Dortmund, die nach einem Ballverlust direkt der Kugel hinterherjagen, brauchen die Portugiesen immer erst eine bis zwei Sekunden, um das Geschehene zu begreifen. Dies ist kein taktisches, sondern vielmehr ein Konzentrationsdefizit, gerade auf Seiten der Angreifer. Speziell Real-Star Ronaldo wird wohl in diesem Leben das Arbeiten nach hinten nicht mehr verinnerlichen.

Auch in geordneten Pressingsituationen, bspw. bei einem kurzen gegnerischen Abstoß, stimmt die Abstimmung der Offensivreihe nur selten. Durch das eher lethargische Zweikampfverhalten der ersten Reihe beraubt sich Portugal einer der größten Stärken, nämlich der hohen Zweikampfstärke im Mittelfeld. Zwar rücken Raul Meireles oder einer seiner Nebenmänner im Pressing weit auf, sodass teilweise ein 4-2-4 entsteht. Allerdings ist der betreffende Akteur meist zu spät in der Spitze, um die gegnerischen Innenverteidiger schnell unter Druck zu setzen.

Das eher schwache Pressing hat zur Folge, dass die Portugiesen konteranfällig sind. In der Quali haben dies unter anderem Norwegen und Dänemark bis zu einem gewissen Grad ausgenutzt. Diese Teams haben lange Bälle auf den Stürmer gespielt, welcher sie in den Rückraum hinter den Außenstürmern weiterleitete. Dort war insbesondere Ronaldo in der Rückwärtsarbeit selten schnell genug nach hinten geeilt. Von den Außenpositionen kombinierten sich die portugiesischen Gegner in den Strafraum, gerade im Rückspiel kam Dänemark so zu zahlreichen Chancen.

Trotzdem lässt sich unter Bento ein klarer Aufwärtstrend bei der Absicherung gegen Konter beobachten. Dies hat einerseits mit dem Einsatz eines Staubsaugers vor Abwehr zu tun, siehe die Rolle von Veloso. Andererseits ist das Herausrücken der Innenverteidiger gepaart mit ihrer enormen Bissigkeit hier manches Mal vom Vorteil: Selbst wenn Pepe und Alves beim Verfolgen der gegnerischen Angreifer den Ball nicht bekommen, bringen sie doch meist den Gegner zu Fall. Der fällige Freistoß bremst das Spieltempo, die Kontergelegenheit ist futsch. Bei der EM könnte das schwache Pressing / Gegenpressing in dieser extrem konterstarken Gruppe dennoch zum Zünglein an der Waage werden. Das schnelle, vertikale Spiel der Niederländer und Deutschen ist vom Niveau her nämlich höher anzusiedeln als das von Dänemark, Norwegen und Zypern, mit deren Kontern die Portugiesen trotz Verbesserungen unter Bento leichte Probleme hatten.

Die relative Kontergefahr liegt auch an der in diesem Artikel vielfach erwähnten Defensiv-/Offensivaufteilung. Dass drei Akteure so gut wie gar nicht am Defensivspiel teilnehmen, gibt es bei modernen Teams höchst selten. Dies kann ein Vorteil sein: Bei eigenen Kontersituationen sind die Portugiesen extrem stark, da sie schnell ihre Stars in potenziell gefährlichen Räumen anspielen können. Allerdings darf bezweifelt werden, dass die Gegner es ihnen bei der EM leicht machen werden – weder die Niederlande noch Dänemark spielen allzu proaktiv, beide Teams lassen kaum Konter zu. Und Deutschland aß Teams mit schwachem Gegenpressing und einem zahlenmäßig kleinen Mittelfeld bei der letzte WM zum Frühstück – Diego Maradona kann davon ein Lied singen. Es wird also alles andere als leicht für die Fußballkünstler von der iberischen Halbinsel in der ersten Partie, die in dieser engen Gruppe schon richtungsweisende Bedeutung haben kann.

Fazit

Portugal ist der lebende Beweis, wie wichtig Taktik im modernen Fußball ist. Wer sich die individuelle Fähigkeiten der Mannschaft anschaut, müsste ihnen eigentlich eine Favoritenrolle im Turnier zugestehen. Laut Transfermarkt.de ist der Marktwert ihrer ersten Elf (260 Mio. Euro) nur unwesentlich kleiner als der von Deutschland (knapp 300 Mio. Euro), nur Spanien ist weit voraus (knapp 400 Mio. Euro). Gerade auf den Flügelpositionen sind sie mit Ronaldo, Nani und Edeljoker Quaresma exzellent besetzt, aber auch sonst spielen alle Stammspieler bei europäischen Top-Klubs.



Doch bei Wettanbietern wie Fans kommt Portugal höchstens als Außenseitertipp vor, denn das, was sie individuell anderen voraushaben, wird durch ein schwaches Kollektivspiel zunichte gemacht. Seit Erfolgstrainer Scolari den Verband 2008 verließ, agiert das Team stets schlechter als die Summe seiner Einzelteile. Der schwache Spielaufbau, die häufige Unkonzentriertheit in Umschaltsituationen sowie die mangelhafte Rückwärtsarbeit der Außenstürmer sind große Hypotheken in dieser ohnehin schweren Gruppe. Und doch darf man die Portugiesen nicht abschreiben – ein guter Tag von Ronaldo und all die taktischen Defizite sind vergessen.

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