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Diese 28 EM-Spieler spielten in der abgelaufenen Saison für deutsche Vereine. Goal.com wirft einen Blick auf alle Bundesliga-Legionäre der EM und die Rollen in ihren Nationalteams.

Berlin. Deutsche Meister und ein Absteiger, Torschützenkönige, Champions-League-Finalisten und ein Aufsteiger: 28 Bundesligisten stehen insgesamt in den Reihen von Frankreich, Holland, Polen, Tschechien, der Ukraine, Griechenland, Schweden, Dänemark oder Kroatien - in neun von siebzehn Nationen also. Länder ohne deutsche Beteiligung sind England, Irland, Italien, Titelverteidiger Spanien, Russland oder Portugal. Goal.com wirft für euch einen Blick auf all jene Spieler, die in unseren Breitengraden ihre Brötchen verdienen.

Die Stars

Der Wiedergutmacher I

Der Wiedergutmacher II

Der Rekord-Spieler

Der Pechvogel

Frankreichs Reihen sind voll herausragender Fußballer. Aber manchmal entsteht dennoch der Eindruck, dass ganz Gallien auf diesen kleinen Gallier auf dem linken Flügel schaut, der sich viel vorgenommen hat. Vor allem Wiedergutmachung für seine Rolle als Rädelsführer gegen Coach Domenech bei der WM vor zwei Jahren. Die Zeichen dafür stehen gut: Franck Ribery hat gerade mit 12 Toren und 20 Assists seine beste Spielzeit für die Bayern absolviert, das Champions-League-Finale erreicht und zuletzt auch die Equipe Tricolore in den Tests gegen Island und Serbien in Richtung Sieg geschossen.

Van der Vaart, Sneijder, Afellay: Hollands Team ist gespickt mit großen Namen. Einer dieser großen Individualisten ist Arjen Robben, der zu den Top-Spielern der Elftal zählt. Seine Tempoläufe, Dribblings und die technische Stärke machen ihn zum festen Bestandteil einer der spielerisch stärksten Offensiven dieser EM. Der Mann mit der permanenten Kurzhaarfrisur, der nach Stationen bei Real Madrid und dem FC Chelsea beim Glamour-Klub Bayern München seine Heimat gefunden hat, kann an guten Tagen immer noch den Unterschied ausmachen – auch wenn das in der vergangenen Spielzeit eher selten oder im negativen Sinne der Fall war. Aber das könnte sich ja noch ändern - Robben wird die EM nutzen wollen, um die letzten Eindrücke zu korrigieren.

Eigentlich müsste sein Landsmann Klaas-Jan Huntelaar in der Kategorie Edelreservist erscheinen. Denn zum Leidwesen des Schalker Bombers, der diese Saison 29 Tore in 32 Ligaspielen erzielte, verfügt Holland noch über einen Robin van Persie. Der Arsenal-Stürmer war in der Premier League ähnlich erfolgreich wie Huntelaar und hat von Bondscoach van Marwijk den Vorzug als einzige Spitze im 4-2-3-1 erhalten. Huntelaar wird mit Sicherheit spielen, im Eröffnungsspiel aber erstmal auf der Bank sitzen. Zum Trost darf er in der Kategorie „Star“ Platz nehmen.

Bei den Bayern steht der Ukrainer im Schatten großer Namen und muss sich im defensiven Mittelfeld hinter Bastian Schweinsteiger und Luiz Gustavo einreihen. Aber in seiner Heimat ist Anatoly Timoschtschuk ein Star und im Nationalteam der unverzichtbare Anführer. Momentan ist der dreimalige ukrainische Fußballer des Jahres neben Andrey Voronin, früher Leverkusen und Hertha, der einzige Legionär in seinem Team und hat sogar Altstar Schevtschenko den Rang als Rekord-Nationalspieler für sein Land abgelaufen.


Hoffnungs- und Leistungsträger



Keine Frage, auf der Dortmunder Achse aus Laufwunder Lukasz Piszczek, Jakub „Kuba“ Blaszczykowski und Vollstrecker Robert Lewandowski ruhen die Hoffnungen Polens für ein gutes Abschneiden bei der Heim-EM. Alle drei könnten deswegen auch in der Kategorie „Stars“ erscheinen, was ihren Status in ihrer Heimat ebenfalls gut beschreibt. Zu ihnen gesellt sich der Mainzer Eugen Polanski, der wohl auch in der Nationalelf im defensiven Mittelfeld spielen wird. Und der Noch-Werderaner Sebastian Boenisch hat sich allem Anschein nach auf den letzten Drücker noch als Außenverteidiger in die Startelf gespielt und wird so neue Vereine auf sich aufmerksam machen können.

Bei Tschechien kommt den Bundesligisten eine ähnlich tragende Rolle zu: Stars sind zwar Spielmacher Tomas Rosicky und Keeper Petr Cech aus der Premier League. Aber der Herthaner Roman Hubnik, Leverkusens Miroslav Kadlec sowie Wolfsburgs Petr Jiracek vor der Abwehr sind unverzichtbar und stellen die halbe Defensive der Tschechen. Ohne sie könnten auch Rosicky und Cech nicht wirklich glänzen.

Jiraceks Teamkollege Mario Mandzukic ist derweil ein fester Bestandteil in Kroatiens Elf. Mit 12 Bundesligatreffern ist der kopfballstarke Angreifer - vor allem nach dem Ausfall von Ivica Olic - die erste Wahl im Sturm. Ob Bayerns Daniel Pranjic und Vedran Corluka, der in der Winterpause zu Leverkusen wechselte, zu festen Leistungsträgern werden, ist hingegen eher fraglich. Pranjic bekam diese Saison in München kaum Einsätze und Corluka plagten jüngst Verletzungssorgen. Eingeplant hat sie Coach Bilic dennoch beide. 

Nach seiner bärenstarken Saison im zuletzt schwächelnden Team von Werder Bremen ist Sokratis Papastathopoulos auch in Griechenlands Innenverteidigung gesetzt. Ebenso wie er gehörte Wiliam Kvist zu den Entdeckungen des vergangenen Jahres. An der Seite von Zdravko Kuzmanovic avancierte der Däne auf der Doppelsechs zum Taktgeber beim VfB Stuttgart und hatte maßgeblichen Anteil an der guten Saison. Die Rolle soll er auch in Dänemarks Team ausfüllen.

Joker, Edelreservisten und Einwechsler



96-er Artur Sobiech kam in Polens EM-Vorbereitung regelmäßig als Joker zum Einsatz und hat dabei gezeigt, dass er diese Rolle gut ausfüllen kann. Beispielsweise mit seinem Siegtreffer im Test gegen Lettland, der Polen im letzten Moment noch den Erfolg bescherte. Bei der EM im eigenen Land wird er sich mit Sicherheut des Öfteren warm laufen dürfen und von der Bank kommen. Ähnliches gilt für den Kölner Adam Matuschyk, der in sieben seiner letzten neun Länderspiele eingewechselt wurde. Beide sind auf ihren Positionen wegen starker Konkurrenz noch keine Startelfkandidaten, aber fraglos Perspektivspieler.

Vergleichbar ist die Situation für Ivan Perisic, der sich schon in Dortmund an die Rolle als geschätzter Bankangestellter gewöhnen muss. In Kroatiens Nationalelf wird ihm noch Niko Kranjcar auf dem linken Flügel vorgezogen. Auf rechts ist der routinierte Kapitän Dario Srna gesetzt, was wiederum HSVler Ivo Illicevic zur zweiten Wahl macht. Mit Einsatzzeiten können beide aber rechnen.

Wohl dem, der einen wie Kyrgiakos Papadopoulos in der Hinterhand hat, der mit Schalke 04 gerade national wie international eine starke Saison absolviert hat. Für die griechische Innenverteidigung ist der 21-Jährige aber möglicherweise nur Mann Nummer drei, hinter Bremens Sokratis und Namensvetter Avram Papadopoulos von Olympiakos Piräus. Auch Khalid Boulahrouz, der den VfB Stuttgart Ende des Sommers verlässt, wird wohl nicht in der Startelf stehen: Bei den Holländern ist als rechter Verteidiger Gregory van der Wiel vorgesehen.

In den Playoff-Spielen gegen Montenegro stand Nürnbergs Tomas Pekhart jeweils in der Startformation. Gut möglich aber, dass sich der 22-Jährige bei der EM erstmal gedulden muss, weil Tschechien-Coach Michael Bilek beim Großturnier dem erfahreneren Altmeister Milan Baros den Vorzug gibt, immerhin Torschützenkönig der EM 2004. Vergleichbar ist die Situation für den Noch-Bremer Markus Rosenberg: Der einzige Bundesligaspieler im schwedischen Team hat mit Zlatan Ibrahimovic und Johan Elmander sogar noch mehr namhafte Konkurrenz im Sturm vor sich.

Bankdrücker, Aussortierte, Verletzte


Dass Jaroslav Drobny nur im Falle einer tschechischen Katastrophe EM-Rasen betreten wird, ist verständlich: Dann nämlich hätte sich Champions-League-Sieger Petr Chech verletzt und Hamburgs Keeper der abgelaufenen Saison käme zu Einsatz. Auch Gordon Schildenfeld vom Aufsteiger Eintracht Frankfurt oder Konstantinos Fortounis vom Absteiger FC Kaiserslautern werden wohl vor allem bei Verletzungen und Ausfällen mit Einsatzminuten für Kroatien respektive Hellas rechnen können. Jannick Vestergaard von der TSG Hoffenheim hat es zwar nicht in den 23-er Kader Dänemarks geschafft, seine Zeit wird aber fraglos noch kommen. Abreisen musste auch Ivica Olic, noch Bayern und bald Wolfsburg: Eine aufgebrochene Oberschenkelverletzung im Test gegen Norwegen bedeutet das EM-Aus für den Dauerläufer.

Eure Meinung: Welche Bundesligaspieler werden die EM 2012 prägen?

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