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Rien ne vas plus! Draxler, ter Stegen, „Manni“ Bender und Cacau sind schon wieder auf dem Heimweg. Dieses Turnier werden die vier verpassen.
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Goalie mit Nerven wie Drahtseilen
Auch wenn sich in verschiedensten Umfragen der deutschen Pressewelt grundsätzlich eine klare Mehrheit gegen Tim Wiese fand und der junge Marc-Andre ter Stegen größter Beliebtheit erfreute, ist die Entscheidung des Bundestrainers nachzuvollziehen. Schon bei der Pressekonferenz am vergangenen Freitag hatte Löw angekündigt, dass Jungs, die jetzt 18 und 19 seien, durch die Mitnahme ins Trainingslager vorbereitet würden, auf die nächsten Turniere.
Starke Nummer zwei gefordert
Ter Stegen ist zwar am 30. April „schon“ 20 geworden, hat aber beim Test gegen die Schweiz, seinem Debüt in der A-Nationalmannschaft, gezeigt, dass da selbstverständlich noch große grüne Flecken hinter den Ohren zu finden sind. Beim vierten Treffer für die Schweiz durch Lichtsteiner sprang er mutig heraus und segelte mit den geballten Fäusten an Spieler und Ball vorbei. Im schlimmstmöglichen Fall, dass Manuel Neuer durch eine Sperre oder Verletzung ausfällt, braucht es eine Nummer zwei, die mit allen Wassern gewaschen ist. Tim Wiese ist diese unangefochtene Nummer zwei.

Ron-Robert Zieler hat bereits eine Saison in der Europa League gespielt und beim Chaostest in der Ukraine (3:3) trotz einer wirren Dreierreihe vor sich im entscheidenden Moment zugepackt und die deutsche Nationalmannschaft damals vor einer Blamage bewahrt. Dazu kommt der kleine Vorteil, dass Zieler bei Manchester United ausgebildet wurde und so von frühester Jugend an, Eindrücke eines internationalen Topvereins mitnehmen durfte. Letztendlich hat sich Löw in der Torwartfrage für die Erfahrung entschieden und Marc-Andre ter Stegen als Supertalent in Zukunft auf der Rechnung.
Mittelfeld mit Wildcard
Dass ein Stürmer gestrichen wurde und Marco Reus damit auf eine Zwischenposition gesetzt wird, ist nicht überraschend. Bereits nach Bekanntgabe des vorläufigen Kaders für die EM, stellte Goal.com in der Analyse der ersten 27 fest, dass sich diese Konstellation anbietet. Später bestätigte Löw im kicker, dass er Reus in der Spitze sehe. Durch diese Situation ergibt sich eine Art Wildcard im Mittelfeld. Daher wurden mit Sven „Manni“ Bender und Julian Draxler nur zwei von drei Wackelkandidaten gestrichen.
Draxler mit Traum-Jahr
Julian Draxler ist gerade einmal volljährig, bastelt daheim am Fachabitur, das er diesen Sommer bestehen will, und hat ein Jahr hinter sich, das man im Film für unglaubwürdig halten würde: DFB-Pokalsieg, der durch sein Tor zum Sieg gegen Nürnberg im Halbfinale erst ermöglicht wurde, Champions League, wichtige Kraft bei Schalke 04 und eben erst sein Debüt in der A-Nationalmannschaft gegen die Schweiz. Dass Draxler einen tollen Eindruck hinterlassen hat, wurde mehrfach vom Trainerstab betont. Für die WM 2014 wird Löw mit ihm rechnen. Aktuell stellt Draxler im Reigen der Youngsters allerdings noch das schwächste Glied dar.

Einer der beiden Bender-Brüder würde aussortiert, das stand beinahe fest. Nun hat es Sven erwischt. Zuletzt hatte „Manni“ bei Borussia Dortmund kaum noch gespielt, da sein Körper ihm nach diversen schweren Verletzungen und andauernden 120 Prozent auf dem Platz Grenzen ausgewiesen hat. Die Frsiche fehlt noch. Sein Bruder Lars hatte außerdem zwei Wochen mehr, um sich Löw zu präsentieren, da Bayer Leverkusen nicht im DFB-Pokalfinale stand. Die Wildcard geht trotzdem nicht an Lars Bender, da er eine solide Kraft auf der Sechs ist. Viel mehr muss man die Entscheidungsfindung des Bundestrainers als Entschluss für Ilkay Gündogan verstehen. In der Rückrunde hat Gündogan bereits gezeigt, was für ein kreativer, zweikampfstarker Sechser er ist. Nun wird er sich trotz kurzweiliger Formstärke bei der EM beweisen dürfen. Ob die Entscheidung, den einzigen „Zerstörer" im Team nach Hause zu schicken, glücklich ist, bleibt diskutabel.
Helmut muss gehen, Reus rückt nach vorn
Bei Bekanntgabe des vorläufigen Kaders hatte Joachim Löw verraten, weswegen er vor möglichen Kandidaten wie Kießling oder Helmes wieder auf Cacau als dritten Stürmer gesetzt hat. Er wolle bei engstehenden Abwehrreihen einen Stürmer im Kader haben, der sich durch Dribblings und Ballsicherheit seinen Weg zum Ziel suchen kann. Diesen dritten Stürmer für alle Fälle hat er im Mittelfeld gefunden. Marco Reus hat in seiner märchenhaften Saison bei Borussia Mönchengladbach gezeigt, wie kaltschnäuzig er vorm gegnerischen Tor abzieht. In 32 Spielen kam Reus auf 18 Tore und 12 Vorlagen.
Kader sehr breit aufgestellt
Reus, der offensiv komplett variabel scheint und vielerlei neue taktische Szenarien ermöglicht, überzeugte obendrein im täglichen Training. Bei Leistungstests lief er allen davon. Hier fiel Cacau, genannt „Helmut“, als Letzter negativ auf. Das direkte Duell der beiden zeigte sich im Test gegen die Schweiz. Hier traf Reus, der in die hängende Spitze gerückt war. Cacau blieb ohne Torerfolg. Diese vielen Puzzleteilchen werden am Ende die Entscheidung unterstützt haben.
Die deutsche Nationalmannschaft wird mit viel Offensivfreude ins Turnier starten. Auch wenn sich die Startelf wohl nur in Nuancen von der WM-Elf unterscheiden wird, kann sich Fußballdeutschland auf Topjoker wie Andre Schürrle, Marco Reus oder Mario Götze freuen. Draxler, ter Stegen und Sven Bender können sich jedoch sicher sein, dass sie für die Zukunft fest eingeplant sind.
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