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Ein Mittelfeldspieler zu viel: Spanien fehlt es in Del Bosques EM-Kader an Personal in der Defensive

Spaniens Nationaltrainer Vicente Del Bosque hat überraschend Adrian und Roberto Soldado aus seinem Kader gestrichen. Dafür stehen nur sechs gelernte Verteidiger im Aufgebot.

Madrid. Drei Torhüter, vier Stürmer, sechs Verteidiger und zehn Mittelfeldspieler: Spaniens Nationaltrainer Vicente Del Bosque hat zweifellos auf bekannte Stärken gesetzt, als er am Sonntag seinen endgültigen Kader für die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine bekanntgab. Doch seine Auswahl gibt ein wenig Anlass zu Sorge: Hinten wirkt die Personaldecke etwas dünn, dafür ist die Zentrale überbevölkert.

Herein kamen Victor Valdes, Gerard Pique, Sergio Busquets, Cesc Fabregas, Andres Iniesta, Xavi und Pedro vom FC Barcelona, zudem die beiden Bilbao-Stars Fernando Llorente und Javi Martinez. Chelseas Juan Mata und Fernando Torres wurden ebenfalls bestätigt. Gestrichen wurden hingegen Adrian, Benat, Alvaro Dominguez, Isco, Javi Garcia, Nacho Monreal, Roberto Soldado und Bruno Soriano.

Bei Adrian schien es, als habe er genug getan, um sich das Ticket für die Endrunde zu sichern. Beim 2:0-Erfolg der Spanier über Serbien erzielte er einen Treffer und holte zudem einen Strafstoß heraus. Zudem hatte der Angreifer eine starke Saison bei Atletico Madrid hinter sich. Nahezu ausnahmlos waren die Experten davon ausgegangen, dass er nicht durch den Rost fallen sollte.

Doch am Ende strich Del Bosque den Ex-Torjäger von Deportivo La Coruna und Robert Soldado schickte er ebenfalls nach Hause. Der Valencia-Star hatte Anfang des Jahres mit einem Dreierpack gegen Venezuela geglänzt, war allerdings am Samstag blass geblieben.

Pedros Doppelpack im spanischen Pokalfinale am Freitagabend war ein Schub zur rechten Zeit für den Barca-Mann, dessen Aktien bei Del Bosque nach einer durchwachsenen Saison gesunken waren. Sein Klubkamerad David Villa hat es bekanntermaßen nicht geschafft, nach seiner schweren Fußverletzung noch rechtzeitig fit zu werden. Ein verbesserter Fernando Torres, Sevillas Alvaro Negredo und Fernando Llorente sind die Kandidaten, die Villa in der Sturmspitze vertreten sollen. Hinter allen dreien stehen aber Fragezeichen: Torres ist weiter weit von seiner Form aus dem Jahr 2008 entfernt, Llorentes Stil passt nicht wirklich zu dem der Nationalelf und Negredo kommt bisweilen sehr uninspiriert daher.

DEL BOSQUES TEAM FÜR DIE EURO 2012
TORHÜTER
Iker Casillas
Real Madrid Victor Valdes
Barcelona
Pepe Reina
Liverpool    
       
VERTEIDIGER
Jordi Alba
Valencia Raul Albiol Real Madrid
Alvaro Arbeloa
Real Madrid Gerard Pique
Barcelona
Sergio Ramos Real Madrid Juanfran Torres
Atletico Madrid
       
MITTELFELDSPIELER
Xabi Alonso
Real Madrid Sergio Busquets
Barcelona
Santi Cazorla
Malaga Cesc Fabregas
Barcelona
Andres Iniesta
Barcelona Javi Martinez
Athletic Bilbao
Juan Mata
Chelsea Jesus Navas
Sevilla
 David Silva Manchester City  Xavi  Barcelona
       
STÜRMER
Fernando Llorente
Athletic Bilbao Alvaro Negredo
Sevilla
Pedro
Barcelona Fernando Torres Chelsea

Es bleiben allerdings andere Optionen: Cesc, Mata, Silva und sogar Iniesta können weit vorgezogen agieren und relativ problemlos in Polen und der Ukraine als „falsche 9“ auflaufen.

Er sei lange in sich gegangen und habe sich ausfühlich Gedanken zur Kaderzusammenstellung gemacht, hat Del Bosque betont. Dennoch wirkt es auf den ersten Blick riskant, dass er nur sechs gelernte Verteidiger mitnimmt. Barcelonas Kapitän Carles Puyol muss verletzungsbedingt passen. Für ihn wird Sergio Ramos an die Seite Gerard Piques rutschen, Raul Albiol ist ihr Back-Up. Alvaro Arbeloa dürfte die Position des Rechtsverteidigers bekleiden, weil Athletics Andoni Iraola nicht fit ist. Allerdings spielte Arbeloa in den letzten Monaten bei Real deutlich unter Form. Er könnte auch auf der anderen Seite benötigt werden, falls Jordi Alba ausfällt. Alba ist der einzige echte Linksverteidiger während Juanfran Torres für seine vorzügliche Saison bei Atletico mit dem EM-Ticket belohnt wurde.

Sollte es zu personellen Probleme hinten kommen, dann hat Del Bosque noch Javi Martinez, der dort über einen Großteil der Saison in Bilbao aushelfen musste, und sogar Sergio Busquets in der Hinterhand. Ohne Risiko wäre das alelrdings gewiss nicht und nach der Nominierung wirkt die dünn besetzte Defensive als größter Stolperstein der Spanier auf dem Weg zum dritten großen Titel in Serie.

Zehn Mittelfeldspieler zu nominieren wirkt nicht unbedingt nachvollziehbar und Del Bosque hätte durchaus Sevillas Jesus Navas oder einen anderen seiner zentralen Kräfte daheim lassen können.

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