Joachim Löw: „Wer glaubt, man schlägt Spanien mit Härte, der liegt falsch“

Bundestrainer Joachim Löw freut sich sichtlich auf die Vorrunde der EURO 2012. Ausgiebig sprach er am Samstag über die Gruppengegner und das Rezept, mit dem man Spanien schlägt.

Von Falko Blöding

Jogi Löw dirigiert seine Mannen
Getty Images
Mainz. Nach der Auslosung der Vorrunde für die Europameisterschaft 2012 war sie DAS Gesprächsthema: die Gruppe B. Von vielen Fans und Experten als Todesgruppe tituliert, finden sich mit den Niederlanden, den Portugiesen und Deutschland drei Mitfavoriten auf den Titel in dieser Gruppe wieder. Dazu gesellen sich noch die unbequemen Dänen. Bundestrainer Joachim Löw ist dennoch optimistisch.

„Wir haben keine Angst“

Der statistisch beste DFB-Coach überhaupt (52 Siege in 75 Länderspielen) meinte zur Ausgangslage im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF: „Wir haben keine Angst. Wir sind selbstbewusst genug und diese Gegner ändern nichts an unserer positiven Grundeinstellung. Wenn wir die Gruppe gewinnen können, ist das gut. Aber vorrangig ist, in dieser Gruppe weiterzukommen.“

Lob für Portugal

Auftaktgegner der Deutschen ist im nächsten Juni Portugal. An die Mannschaft um Ex-Weltfußballer Cristiano Ronaldo hat Löw gute Erinnerungen. Im Duell mit der „Seleccao“ gelang beispielsweise der Einzug in das Halbfinale bei der EURO 2008. Der Bundestrainer erläuterte mit Blick auf die Elf von Paulo Bento: „Er (Cristiano Ronaldo, Anmerkung der Redaktion) setzt natürlich unheimlich viele Akzente in der Offensive. Aber es gibt auch andere Spieler, die herausragend sind, zum Beispiel Nani fällt mir da ein. Sie haben auch in der Abwehr gute Spieler, wie Pepe. Es ist eine Mannschaft, die in dieser Form bereits seit einigen Jahren zusammenspielt und guten, technischen Fußball bietet.“

„Holland-Test war nicht aussagekräftig“

Nach den Portugiesen folgt das Kräftemessen mit dem Erzrivalen Niederlande. Beide Mannschaften standen sich vor wenigen Wochen noch in einem Testspiel gegenüber und die DFB-Elf gewann in beeindruckender Manier. Gefragt, welchen Stellenwert dieses jüngste Aufeinandertreffen habe, meinte Löw: „Ich halte es für nicht aussagekräftig. Es war ein Testspiel und die Holländer haben nicht mit Robben und van Persie gespielt.“ Morten Olsens Dänen, die in der Quali Portugal hinter sich ließen, hält er für „taff“. Es seine eine Mannschaft, die sich vor keinem Gegner fürchte und aus einer gewissen Außenseiterrolle heraus auf den Platz gehe, um Spaß zu haben.



„In sechs Monaten kann viel passieren“

„Wir sind aber insgesamt sehr, sehr hungrig“, stellte Löw klar und untermauerte nochmals die hohen Ambitionen seiner Mannschaft. Allerdings sei es noch ein weiter Weg, ehe die Endrunde in Polen und der Ukraine angepfiffen werde: „Ich weiß, dass sich Dinge sehr schnell ändern können. In einem halben Jahr kann viel passieren. Spieler können sich verletzen oder in eine Formkrise geraten. Entscheidend wird sein: In welcher Form geht die Mannschaft in das Turnier? Und nicht: Was ist sechs Monate vorher?“

Spieler müssen sich beweisen

Da trifft es sich gut, dass sich viele Nationalspieler in der engen Konstellation in der Bundesliga, sowie auf internationaler Bühne beweisen müssen. Dazu Löw: „Ich freue mich wahnsinnig, dass die Bayern und Leverkusen in der Champions League weiter sind. Vielleicht schafft ja auch Dortmund noch eine große Überraschung. Es ist gut, dass die Spieler international und auch in der Bundesliga bis zum Schluss gefordert sind. Das ist wichtig.“

„Spanien schlägt man nicht mit Zweikämpfen oder Härte“

Seit Joachim Löw das Zepter bei der Nationalelf von Jürgen Klinsmann übernahm, führte er sein Team ins Endspiel der EM 2008 und ins Halbfinale der WM 2010. Jeweils war gegen Spanien Endstation. Wie er die beste Mannschaft der Welt schlagen will, weiß er schon. „Wenn man glaubt, man kann sie mit Zweikämpfen oder großer Härte schlagen, dann liegt man falsch. Wir müssen genauso gut sein fußballerisch wie sie und noch dominanter auftreten. Und da haben wir uns in den letzten zwei Jahren verbessert“, erläuterte der 51-Jährige und ergänzte: „Ohne diese überragenden Spanier hätten wir die letzten beide Male den Titel geholt, da bin ich mir sicher.“

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Die Umfrage läuft vom 02.12.2011 bis zum 09.12.2011
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Wer gewinnt bei der Europameisterschaft die Gruppe B?
Deutschland
 
61.46%
Niederlande
 
19.3%
Portugal
 
14.98%
Dänemark
 
4.25%
 
 
 
 

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