EM 2012 - Die Gruppe A: Polen und die drei Gegner auf Augenhöhe

Mit dem Gastgeber muss bei einem Turnier immer gerechnet werden. Und nach der Auslosung bestätigt sich das, denn in der Vierergruppe der Smuda-Elf ist alles offen und möglich.

Von Daniel Buse

Poland team (Getty Images)
Getty Images

Kiew. Wer ist der Favorit? Das ist die Frage, die nach einer Auslosung bei der Betrachtung der gezogenen Gruppen gerne gestellt wird. Im Falle der Gruppe A bei der Europameisterschaft 2012 fällt die Antwort nicht ganz leicht. Denn mit Polen, Griechenland, Russland und Tschechien treffen vier Mannschaften aufeinander, von denen jede ins Viertelfinale – und vielleicht sogar noch weiter – vordringen kann.

Russland

Das Team von Trainer Dick Advocaat hat in der Gruppe den besten Namen – und der rührt vor allem von der EM 2008 her, als die „Sbornaja“ mit spektakulärem Fußball unter anderem die Niederlande aus dem Weg räumte. Unter Coach Guus Hiddink ging es bis ins Halbfinale, wo dann gegen Spanien die Kraft fehlte. Mit dem Aufschwung der Liga in Russland ist auch der Aufschwung des Nationalteams verbunden. Nur wenige Spieler wie Andrey Arshavin (Arsenal), Roman Pavlyuchenko (Tottenham) oder Pavel Pogrebnyak (Stuttgart) spielen im Ausland. Wenn ein ähnlich funktionierendes Team-Gebilde wie 2008 entsteht, ist Russland der leichte Favorit auf das Viertelfinale in dieser Gruppe.

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Polen

Der Gastgeber darf nach der Auslosung ebenfalls vom Viertelfinale träumen. Mit dem Duell gegen Griechenland steht zwar eines der unspektakulärsten Eröffnungsspiele aller Zeiten an, doch das dürfte der Mannschaft von Trainer Franciszek Smuda und den vielen Fans egal sein, wenn die ersten Punkte auf dem Konto verbucht wurden. Das Team will es besser machen als die Schweiz und Österreich 2008, die schnell zu Zuschauern beim eigenen Turnier wurden. Unter anderem die Dortmundern Lukasz Piszczek, Robert Lewandowski und Kapitän Jakub Blaszczykowski sorgen für einen großen Bundesliga-Beitrag bei der Mannschaft, die mit den Fans im Rücken in Richtung Viertelfinale stürmen will. Und nach der Auslosung erscheint dieses Ziel als durchaus machbar.

Tschechien

Auch die Tschechen werden sich beim Blick auf die Gruppe große Hoffnungen auf das Erreichen der nächsten Runde machen. Der EM-Finalist von 1996, der beim Turnier 2004 die deutsche Elf in der Vorrunde rauswarf, hat in den letzten Jahren einen Generationswechsel vollzogen. Es spielen nicht mehr Nedved, Koller und Poborsky, sondern jüngere Spieler, die von Trainer Michael Bilek an die europäische Spitze herangeführt werden sollen. Die  bekanntesten Namen sind immer noch Tomas Rosicky und Torwart Petr Cech, die dem Team Stabilität geben sollen. Aus der Bundesliga ist unter anderem der Leverkusener Michal Kadlec mit dabei. Er soll auf der linken Seite verteidigen und beim Sprung in die nächste Runde helfen. Gute Chancen darauf haben die Tschechen in jedem Fall.

Griechenland

2004 war das Jahr der Griechen: Die Mannschaft von Trainer Otto Rehhagel holte sensationell den EM-Titel beim Turnier in Griechenland. Mit reinem Ergebnisfußball glänzte „Hellas“ und ließ am Ende mit dem großen Triumph alle Kritiker verstummen. Das Spiel der Mannschaft hat sich auch ohne Rehhagel in der Zwischenzeit nicht großartig geändert. Wer die Truppe um Stürmer Theofanis Gekas von vornherein abschreibt, sollte sich noch mal den Verlauf der EM 2004 genau anschauen, denn damals startete die Truppe aus einer ähnlichen Ausgangslage. Für Griechenland ist in dieser Gruppe alles drin: Vom Einzug ins Viertelfinale bis zum sieglosen Ausscheiden.

Eure Meinung: Wie beurteilt Ihr die Kräfteverhältnisse in Gruppe A? Wer setzt sich am Ende durch?

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