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EM-Profil: Ukraine

Die Ukraine war als einer der Gastgeber für die EM 2012 bereits direkt qualifiziert und steht im kommenden Jahr vor einer historischen Aufgabe.

DIE QUALIFIKATION

Die Ukraine ist als Co-Gastgeber neben Polen direkt qualifiziert.

TESTSPIEL-RESULTATE
TOP-Torschützen 2011
8. Februar 2011: Rumänien 2-2 Ukraine
29. März 2011: Ukraine 0-2 Italien
1. Juni 2011: Ukraine 2-0 Uzbekistan
6. Juni 2011: Ukraine 1-4 Frankreich
10. August 2011: Ukraine 0-1 Schweden
2. September 2011: Ukraine 2-3 Uruguay
6. September 2011: Tschechien 4-0 Ukraine
7. Oktober 2011: Ukraine 3-0 Bulgarien
11. Oktober 2011: Estland 0-2 Ukraine
11. November 2011: Ukraine 3-3 Deutschland
15. November 2011: Ukraine 2-1 Österreich
3 - Andriy Yarmolenko
2 - Anatoly Tymoshchuk, Yevgen Konoplyanka, Artem Milevsky
1 - Yaroslav Rakytskyy, Andriy Voronin,
Yevgen Selin,
Andriy Shevchenko,
Ole Gusev,
Oleksandr Aliyev, Serhiy Nazarenko,
Marko Devic

Die Verkündung, dass die Ukraine gemeinsam mit Polen der Gastgeber für die Europameisterschaft 2012 sein wird, sicherte beiden Mannschaften einen Platz in der Endrunde. Seit der gescheiterten Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika musste die Ukraine daher eine Reihe von Testspielen bestreiten, um sich auf das Turnier vorzubereiten.

Die Vorbereitungen des Teams wurden im vergangenen Herbst unterbrochen, als Trainer Myron Markevych von seinem Amt zurücktrat, nachdem Metalist Charkov, wo er ebenfalls Trainer war, unfair vom nationalen Fußballverband bestraft worden war. Yuriy Kalitvintsev übernahm zeitweise das Traineramt und führte die Mannschaft durch acht Begegnungen, ehe der legendäre Oleg Blokhin im April als neuer Chefcoach installiert wurde.

BISHERIGE BILANZ BEI EUROS 

1960
Keine Teilnahme (Teil der UdSSR)
1988
Keine Teilnahme (Teil der UdSSR)
1964
Keine Teilnahme (Teil der UdSSR) 1992
Keine Teilnahme (Teil der UdSSR)
1968
Keine Teilnahme (Teil der UdSSR) 1996
Nicht qualifiziert
1972
Keine Teilnahme (Teil der UdSSR) 2000
Nicht qualifiziert
1976
Keine Teilnahme (Teil der UdSSR) 2004
Nicht qualifiziert
1980
Keine Teilnahme (Teil der UdSSR) 2008
Nicht qualifiziert
1984
Keine Teilnahme (Teil der UdSSR) 2012
Als Co-Gastgeber qualifiziert

Die Geschichte der Ukraine bei Europameisterschaften muss erst noch geschrieben werden, da sich das Land bislang noch nie für die Endrunde qualifizieren konnte. Das kann natürlich damit erklärt werden, dass das Land noch eine vergleichsweise junge Nation ist, welche zum ersten mal an der Qualifikation zur EM 96 teilnahm. Damals beendete die Mannschaft die Quali auf dem vierten Rang, in einer Gruppe mit Italien und Kroatien.

Vier Jahre später folgte das dramatische Aus in den Play-Offs gegen Slowenien, welches sich nach Hin- und Rückspiel mit 3:2 durchsetzen konnte und noch heute von Milenko Acimovic’s unglaublichem Traumtor in Ljubljana träumt. Auch 2004 gab es in der Qualifikation nichts zu holen, die Ukraine wurde Dritter hinter Spanien und dem späteren Sensations-Sieger Griechenland. In der spannenden Qualifikation zur EM 2008 reichte es am Ende nur für einen enttäuschenden vierten Platz in der Todesgruppe hinter Italien, Frankreich und Schottland. Am Ende fehlten neun Punkte.

DER TRAINER | OLEG BLOKHIN


Oleg Blokhin geht in seine zweite Amtszeit als Nationaltrainer der Ukraine, nachdem er die Mannschaft bereits 2006 zur ersten Teilnahme an einer Weltmeisterschaft geführt hatte. Damals scheiterte das Team erst im Viertelfinale am späteren Weltmeister Italien. Zwar konnte er als Vereinstrainer bislang nicht beeindrucken, aber die Erfahrungen von 2006 ließen Gegenstimmen verstummen.

Als Spieler war Blokhin ein absoluter Weltklasse-Stürmer und Schlüsselfigur in der großen Mannschaft von Dynamo Kiev in den 70er und 80er Jahren. 1975 wurde er zu Europas Fußballer des Jahres gewählt und schlug mit seinem Verein im UEFA Supercup-Finale den großen FC Bayern. Für die Nationalmannschaft der Sowjetunion lief er in 16 Jahren insgesamt 112 mal auf, nahm jedoch nie an einer EM-Endrunde teil.

DER KAPITÄN | ANDRIY SHEVCHENKO


In der Vorbereitung auf das Turnier wechselte das Kapitänsamt immer wieder zwischen Shevchenko und Bayerns Anatoliy Tymoshchuk hin und her, da Blokhin verschiedene Taktikvarianten von 4-4-2 und 4-5-1 ausprobierte. Sollte Shevchenko in der richtigen Verfassung sein, wird er das Team bei der EURO als Kapitän anführen.

Der 35-jährige Stürmer von Dynamo Kiev bedarf keiner Vorstellung. 1999 schaltete er in der Champions League Titelverteidiger Real Madrid aus und scheiterte später erst in einem dramatischen Halbfinale am FC Bayern. Es folgten sieben sehr erfolgreiche Jahre beim AC Mailand, 2004 wurde er zu Europas Fußballer des Jahres gewählt. Sportlich hat er inzwischen zwar abgebaut, aber intern ist er eine absolute Persönlichkeit und Wortführer. Mit vier weiteren Treffern hat er außerdem die 50-Tore-Marke geknackt.

DER STARSPIELER | ANATOLIY TYMOSHCHUK


Er wurde 2011 zum besten ukrainischen Spieler aller Zeiten ernannt. Sicherlich ist der Mann vom FC Bayern München nicht immer der glanzvollste Zauberer auf dem Spielfeld. Er ist aber dafür ungemein effektiv und sicher.

Der defensive Mittelfeldspieler, der sein Debüt in der Nationalmannschaft vor zwölf Jahren feierte, hat die meisten Einsätze aller Spieler. Auf 120 Länderspiele kann er zurückblicken, wenn die Europameisterschaft beginnt.

Die Fähigkeiten des 33-Jährigen erlauben es auch, ihn in der Innenverteidigung einzusetzen. Das erlebte auch der FC Bayern München häufig. Trainer Blokhin kann sich auf jeden Fall auf einen sehr zuverlässigen Spieler freuen.

DAS AUFSTREBENDE TALENT | YEVGEN KONOPLYANKA


Vielleicht bellt der 22-jährige Dnipro-Angreifer noch mehr, als er zubeißt, aber seine Nominierung verpasst der Nationalmannschaft eine andere Dimension. Wundervoll am Ball, zeichnet er sich durch schnelle und saubere Dribblings aus. Blokhin setzt ihn gerne als linken Angreifer ein und ermöglicht es ihm so, eben diese Dribbelstärke auszuspielen und durch seinen Zug zum Tor für Gefahr zu sorgen.

Wegen noch fehlender Konstanz in seinen Leistungen, sind noch einige Verfeinerungen notwendig, aber seine Fähigkeiten und sein Selbstbewusstsein hat er neulich gegen Deutschland demonstriert, als er aus der eigenen Hälfte heraus durchstartete und am Ende das Tor machte und somit einen Eindruck vermittelte, was für Potential in ihm schlummert.

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