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Cavani ist sicher eine Top-Verpflichtungen im Sommer-Fenster

Die bisherigen Gewinner und Verlierer des Sommer-Transferfensters

Cavani ist sicher eine Top-Verpflichtungen im Sommer-Fenster

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Mit mehr als einem Monat Zeit auf dem Transferticker, haben sich welche Klubs bisher durch gute Entscheidungen hervorgetan und wer muss dringend nacharbeiten? Goal zeigt es auf.

KOMMENTAR
Von Carlo Garganese

Die Sommer-Transferperiode entscheidet nicht selten über Erfolg oder Misserfolg eines Teams, noch bevor die Saison überhaupt begonnen hat. Fehler beim Versuch, den Kader effizient zu verbessern, können verheerende Auswirkungen haben, und wenn der Transfermarkt am 2. September seine Pforten schließt, gibt es keinen Weg zurück.

Da Europas Top-Ligen im August den Saisonbetrieb aufnehmen, wird die Mehrheit der Verpflichtungen in der Regel im Juni und Juli vorgenommen. Wenn die Klubs zu lange warten, um auf dem Markt aktiv zu werden, riskieren sie es, ihre primären Ziele an Spielern nicht unter Vertrag nehmen zu können. Doch es gibt natürlich auch Verantwortliche für Neueinkäufe, wie zum Beispiel AC Milans Adriano Galliani, die auf Zeit spielen und darauf hoffen, ein Last-Minute-Schnäppchen an Land zu ziehen, um den Kader zu verstärken.

Die Vereine haben immer noch mehr als einen Monat Zeit, um ihren Kader aufzustocken, aber wer waren bisher die Gewinner und Verlierer der Transferperiode? Nachfolgend werfen wir einen Blick auf die Kandidaten.


GEWINNER


 Napoli

Im Jahr 2001 investierte Juve das Geld, welches sie für den Verkauf von Zinedine Zidane an Real Madrid kassierten, um ein neues Team mit Gianluigi Buffon, Lilian Thuram und Pavel Nedved aufzubauen. Von Napoli könnte in diesem Sommer etwas ähnliches tun, nachdem sie für den Wechsel von Edinson Cavani zu Paris Saint-Germain 64 Millionen Euro einstreichen konnten.

Während die Partenopei für einen Teil ihrer neuen Leute sicher über Gebühr bezahlt hat, kann es keinen Zweifel darüber geben, dass sie einen viel stärkeren und breiter aufgestellten Kader als letzte Saison haben. Das liegt nicht zuletzt an den Transfers von Gonzalo Higuain (soll am Freitag bestätigt werden), Jose Callejon, Dries Mertens, Raul Albiol, Pepe Reina, Rafael und des jungen Kroaten-Talents Josip Radosevic. Und Napolis Kaufrausch ist noch nicht beendet, denn Präsident Aurelio de Laurentiis bestätigte ein Budget von 124,5 Millionen Euro. Portos Tormaschine Jackson Martinez könnte der nächste Spieler sein, den man sich an Land zieht.


 Florenz

Fiorentina mutiert schnell zum zweitgesetzten Team in der Liga - und mit den beeindruckenden David Pizarro, Borja Valero und Juan Cuadrado, welche für den Klub die Fäden zogen, spielte Florenz in Europa wohl den unterhaltsamsten Fußball der Saison 2012-13. Die Ahnungslosen mögen Vincenzo Montellas Männer nach dem Verkauf von Top-Torjäger Stevan Jovetic zu Manchester City bereits abgeschrieben haben, aber die Wahrheit ist, dass der Montenegriner seit seinem Kreuzbandriss im Jahr 2010 keine Fortschritte gemacht hat und man ihn deshalb wohl eher nicht vermissen wird.

Florenz hat sich mit Bayerns Mario Gomez den wohl effizientesten Torschützen Europas eingesackt – und das für fast die Hälfte des Geldes, das sie für Jovetic erhalten haben. Dazu mische man Giuseppe Rossi und Adem Ljajic und Florenz hat vorne echte Kracher im Angriff. Die Vertragsunterzeichnung von Palermos Josip Ilicic - eine der eindrucksvollsten und kreativsten Mittelfeldspieler der letztjährigen Saison der Serie A - für nur neun Millionen Euro, ist eine weitere eindrucksvolle Transaktion gewesen. Florenz wird damit ein heimlicher Favorit auf den Scudetto sein und, wenn sie es ernst nehmen, ein potenzieller Gewinner der Europa League.


 Real Madrid

Barcelona mag die Schlagzeile des Sommers mit der Verpflichtung des brasilianischen Superstars Neymar für sich gebucht haben, aber es ist Real Madrid, das bisher die intelligentere Transferstrategie gezeigt hat. Die fast 60 Millionen Euro, die man für den entbehrlichen Gonzalo Higuain und zwei Randfiguren wie Jose Callejon und Raul Albiol aus Neapel erhalten hat, sind ein fantastisches Geschäft. Diese Mittel werden nun verwendet, um mindestens einen Weltklasse-Spieler zu verpflichten. Dabei stehen Tottenhams Gareth Bale und Liverpools Luis Suarez an der Spitze von Carlo Ancelottis Wunschliste.

Die Blancos haben bereits mit Malagas Wunderkind Isco einen Fang gemacht, der sich möglicherweise zum besten Spieler der Welt entwickeln könnte. Hinzu kommt noch mit Real Sociedads Mittelfeldspieler Asier Illarramendi einer der Stars der U21-EM. Madrids Außenverteidiger-Problem könnte auch durch die Rückkehr von Dani Carvajal, der für Leverkusen in der letzten Saison wohl der beste Rechtsverteidiger in der Bundesliga gewesen ist, gelöst worden sein. Sollten die Dinge bis zum Ende der Transferperiode weiterhin nach Plan laufen, wird Real Madrid Favorit für den Titelgewinn in La Liga sein und wohl auch den ernsthaftesten Herausforderer der Bayern stellen, geht es um den Gewinn der Champions League.

 

 Dortmund

Borussia Dortmund eroberte die Herzen der Neutralen auf dem Weg ins Champions-League-Finale im Sturm und es wurde erwartet, dass sie im Anschluss von den reichsten Klubs Europas überfallen und was das Spielermaterial angeht ausgeraubt werden. Doch Dortmund hat das sehr gut gelöst und nur einen Spieler aus der Startformation verloren - Mario Götze, der zum erbitterten Rivalen Bayern München wechselte, nachdem die Münchner seine Ausstiegsklausel für 37 Millionen Euro nutzten.

Götze wurde von einem offensiven Mittelfeldspieler fast gleicher Qualität ersetzt: von Shakhtars Henrik Mkhitaryan, der letzte Saison 32 Tore für seinen Klub und sein Land erzielen konnte. Dortmund auch in Abwehr und Angriff mannschaftliche Breite geschaffen: und zwar mit den wirkungsvollen Neuverpflichtungen von Werder Bremens Sokratis Papastathopoulos und durch den zweiten Top-Torschützen den Ligue 1, Pierre-Emerick Aubameyang von Saint-Etienne. Die Borussen haben einen Transferüberschuss von fünf Millionen Euro eingefahren und könnten noch viel Geld ausgeben, sollten sie lohnenswerte Spieler auf dem Markt entdecken.


 Ligue 1

Monaco hat Paris Saint-Germain auf dem Weg zur europäischen Großmacht in diesem Sommer Gesellschaft geleistet und das mit bereits 144 Millionen Euro, die in neue Spieler investiert wurden. Das meiste Geld wurde in die Stars von Porto - James Rodriguez und Joao Moutinho – sowie in Atletico Madrids Stürmer Falcao investiert. PSG selbst hat seine Scheckbücher in der Höhe von 110,9 Millionen Euro geöffnet. Mit der Verpflichtung von Edinson Cavani von Napoli für 64 Millionen Euro spielen nur die beiden besten Strafraumstürmer Europas in der Ligue 1.

Die Pariser haben auch mit Verteidiger Marquinhos von Rom einen der weltweit am höchsten geschätzten Youngster an Land gezogen und ebenso Lilles vielversprechenden jungen Linksverteidiger Lucas Digne verpflichtet. Monaco und PSG haben die Ligue 1 sehr gut zurück ins Rennen gebracht, und das Paar prahlt mit einer Finanzkraft, mit der sie fast alle europäischen Rivalen hinter sich lassen können. Es ist ein unheilvolles Zeichen für den Rest des Kontinents.


VERLIERER


 Premier League

Die Premier League wurde als der große Gewinner der Sommer-Transferperiode erwartet, da man einen neuen und astronomischen TV-Deal, der insgesamt rund 6,4 Milliarden für die Übertragungsrechte der nächsten drei Spielzeiten in die Kassen spült, im Rücken wusste. Dadurch, dass der Meister rund 116 Millionen Euro nur aus den TV-Rechten in der Saison 2013-14 kassieren wird, schien England ein vorbestimmtes Ziel für viele der weltweiten Top-Stars zu sein.

Doch während die erhöhten Einnahmen kleineren Lichtern der Liga wie Norwich und Swansea Ricky van Wolfswinkel, Leroy Fer und Wilfried Bony in die Kader brachten, standen die großen Namen frustriert am Rande. Nahezu jedes etablierte, hochkarätige Ziel auf dem Spielermarkt, hat den Top Vier der abgelaufenen Saison aus unterschiedlichen Gründen einen Korb gegeben. Mario Götze, Thiago Alcantara, Isco, Edinson Cavani, Falcao, Robert Lewandowski und Gonzalo Higuain - um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Arsenal wird wohl noch investieren, Manchester United wirkt noch unschlüssig und das während der Liga droht, dass sie die beiden besten Talente - Gareth Bale und Luis Suarez – auch noch verliert.

 

 Manchester City

Hinter Manchester City liegt eine Saison ohne Titel, was dann auch zum Abgang von Roberto Mancini führte. Der neue Coach Manuel Pellegrini durfte auf große Einkaufstour gehen und gab bislang bereits 111 Millionen Euro für Transfers aus, nur der neureiche Klub AS Monaco investierte noch mehr. Inzwischen scheint der Kader allerdings schwächer als in der Vorsaison, als Manchester City vor allem in Europa floppte.

So haben die Ausgaben von 50 Millionen Euro für Alvaro Negredo und Stevan Jovetic den faden Beigeschmack der Verzweiflung, konnte man doch die gewünschten Top-Transfers nicht eintüten. Die beiden Angreifer befinden sich sicher nicht auf einem Level mit Mario Balotelli und Carlos Tevez, die den Klub für nur 28 Millionen Euro verließen. Der brasilianische Mittelfeldspieler Fernandinho war mit 40 Millionen Euro furchtbar überteuert, sodass man einzig die 20 Millionen Euro teure Verpflichtung von Sevillas Flügelspieler Jesus Navas als gutes Geschäft bezeichnen kann. Alle Neuzugänge werden sicher Qualität mitbringen, doch ein Verein, der in der Champions League richtig angreifen will, sollte die Latte bedeutend höher legen. Das Team von Pellegrini scheint aktuell Lichtjahre entfernt von Konkurrenten wie Bayern München oder Real Madrid.



  Die Mailänder

AC Milan und Inter müssen richtig Gas geben, wenn sie nicht nur die Lücke auf Meister Juventus schließen wollen, sondern auch Napoli und Florenz auf Distanz halten wollen. Milan ist aktuell, nachdem sie sich umstritten einen Champions-League-Platz erschlichen habe, noch erwartungsgemäß ruhig. Andrea Poli, Riccardo Saponara und Jherson Vergara alle haben das Potenzial, gute Neueinkäufe zu sein, aber wenn die Rossoneri Juve stürzen wollen und in Europa ein Machtfaktor sein wollen, brauchen sie ein paar große Namen als Einkäufe, vor allem in der Innenverteidigung. Vizepräsident Galliani wartet immer bis zum Ende des Fensters, um ein Top-Schnäppchen an Land zu ziehen, aber dies ist eine riskante Strategie.

Inter war weit aktiver als der Vetter aus der Stadt, da sie versuchen wollen, eine neue Mannschaft aus dem Boden zu stampfen, nachdem man in der letzten Saison auf einem katastrophalen neunten Rang der Liga hinterher hinkte. Der neue Trainer Walter Mazzarri hat zwar für Optimismus gesorgt, aber die Sommereinkäufe sind keine Erfolgsgaranten. Erfahrene Spieler wie Hugo Campagnaro, Marco Andreolli und Juan Carrizo verbessern da wenig, während die jungen Talente Ishak Belfodil, Mauro Icardi, Ruben Botta und Diego Laxalt ein Durchschnittsalter von 21 Jahren in die Waagschale werfen. Sofern Inter nicht noch ein paar bekannte Namen verpflichtet, gibt es kaum eine Chance, dass sich Inter einen Champions-League-Platz erobern kann.

 

 Malaga

Malaga war das Überraschungsteam in der Champions League der letzten Saison und sie waren nur Sekunden davon entfernt, das Halbfinale zu erreichen. Und das trotz eines Spar-Sommers, in dem sie eine Reihe von Stars, darunter Santi Cazorla, Jose Rondon und später Nacho Monreal, der im Winter zu Arsenal ging, verloren haben.

In diesem Sommer-Transferfenster sieht es noch bitterer aus als im letzten Jahr, denn sie mussten ihren Weltklasse-Trainer Pellegrini abgeben. Zu dem Verlust kommen die Abgänge von Isco, Joaquin, Martin Demichelis, Jeremy Toulalan, Julio Baptista, Javier Saviola und viele andere. Mit nur ein paar bescheidenen Namen auf der Liste der Neuankömmlinge kann sich Malaga glücklich schätzen, schaffen sie die obere Hälfte in La Liga 2013-14.


Die Ehrendivision

Die Ehredivision hat sich in den letzten Jahren zu einer reinen Anfütterungsliga entwickelt und hat diesen Sommer wieder einige große Abgänge zu beklagen. Nicht nur, dass die Liga fünf der letztjährigen ersten sieben Spieler auf der Torschützenliste verliert - Bony, Jozy Altidore, Sanharib Malki, Dries Mertens und Jeremain Lens – sondern hochkarätige Namen wie Marco van Ginkel, Leroy Fer, Nacer Chadli und der Kapitän der Nationalmannschaft, Kevin Strootman, wenden Holland den Rücken zu.

Das einzig Positive war die Entscheidung vom Wunderkind Adam Maher, einen Transfer ins Ausland abzulehnen, um seine Entwicklung beim PSV weiter zu bestreiten. Aber die Eredivisie hat diese Saison keine Chance eine ernsthafte Rolle in Europa zu spielen. Gerade das peinliche Ausscheiden von Utrecht gegen das Team von Differdange aus Luxemburg in der zweiten Runde der Europa-League-Qualifikation zeigt das deutlich auf. Dies wird ein weiterer schwerer Schlag für den niederländischen Koeffizienten in diesem Jahr und schon letzte Saison gab es 19 bessere Nationen in der Champions und Europa League.

Eure Meinung: Wer sind eure Gewinner und Verlierer auf dem Transfer-Schlachtfeld?


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