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Hazard und Dembele die Erlöser: Tottenham und Chelsea feiern spät

Tottenham und Chelsea feierten späte Treffer, die den Einzug in die nächste Runde perfekt machten. Neapel schied sang- und klanglos gegen Pilsen aus.

London. Die England-Legionäre Lewis Holtby und Marko Marin haben dank zweier Last-Minute-Tore das Achtelfinale der Europa League erreicht. Für Holtbys Tottenham Hotspur erzielte Moussa Dembelé in der 90. Minute den Treffer zum 1:1 (1:1) beim früheren französischen Serienmeister Olympique Lyon, der FC Chelsea wendete durch den späten 1:1-Ausgleich von Eden Hazard gegen Sparta Prag (90.+2) eine Blamage ab. Der Champions-League-Sieger hatte das Hinspiel 1:0 gewonnen und vor eigener Kulisse am Donnerstag mehr Mühe als erwartet. Für den FC Liverpool war hingegen trotz großer Leistung nach dem 3:1 gegen Zenit Schluss.

FC Liverpool – FC St. Petersburg* 3:1 (2:1)

Tore: 0:1 Hulk (19.), 1:1 Suarez (28.), 2:1 Allen (43.), 3:1 Suarez (59.)

Die Aufgabe, die der FC Liverpool im Rückspiel gegen St. Petersburg hatte, war nach der 0:2-Niederlage im Hinspiel klar: Mindestens zwei Tore mussten her, um die Runde der letzten 16 zu erreichen. Und die Engländer gingen engagiert in die Partie. Das Team von Brendan Rodgers wirkte in der Anfangsphase gefährlicher, auch wenn zwingende Chancen noch fehlten. Von den Russen war bis dahin noch gar nichts zu sehen. Bis zur 19. Minute, als Zenit-Angreifer Hulk hellwach war, sich einen missglückten Rückpass von Carragher schnappte und ihn an Reina vorbei zum 0:1 einschob.

Für Liverpool war das ein Schock. Vier Tore brauchten sie jetzt zum Weiterkommen. Doch die Engländer gaben sich nicht auf, hatten weiter viel Ballbesitz. Nach knapp einer halben Stunde wurde Daniel Agger in der Nähe des Petersburger Strafraums zu Fall gebracht. Den fälligen Freistoß verwandelte Luis Suarez direkt. Doch dieser Treffer brachte Liverpool nicht mehr Selbstvertrauen. Viele leichte Fehler schlichen sich ein. Gleich mehrfach hatte Zenit Chancen, wieder in Führung zu gehen. Zum Ende der ersten Halbzeit gelang es den Engländern dann wieder besser, Zenit zu kontrollieren. Zur Belohnung gab es kurz vor der Pause das 2:1. Der russische Torwart Malafeev konnte den Kopfball von Joe Allen zwar noch halten, hatte bei Allens Nachsetzen aber das Nachsehen.

Und Liverpool setzte in der zweiten Halbzeit nach. St. Petersburg konnte kaum noch für Entlastung sorgen. Nach knapp einer Stunde war es dann erneut Suarez, der einen Freistoß, den er zuvor selbst herausgeholt hatte, direkt verwandelte. Jetzt fehlte Liverpool nur noch ein Tor, um sich endgültig für die Aufholjagd zu belohnen. Und St. Petersburg  war verunsichert. So gab es immer wieder Chancen für Liverpool. Weil die Engländer allerdings unbedingt das vierte Tor wollten, bekamen zwangsläufig auch die Russen noch ihre Möglichkeiten. Am Ende blieb es aber beim 3:1 und St. Petersburg ist dank des Auswärtstores im Achtelfinale.



Olympique Lyon – Tottenham Hotspur* 1:1 (1:0)

Tore: 1:0 Gonalons (17.), 1:1 Dembele (90.)

Vor dem Rückspiel hatte Tottenham Hotspur die besseren Karten. Nach dem 2:1-Sieg im Hinspiel reichte dem Team um Neuzugang Lewis Holtby ein Unentschieden. Lyon musste etwas tun und so schickte Trainer Remi Garde dieselbe Elf auf den Platz, die zuletzt Bordeaux in der Liga mit 4:0 besiegt hatte. Tottenham-Coach Andre Villas-Boas veränderte sein Team nur auf einer Position im Vergleich zum Hinspiel: Holtby stand für Clint Dempsey in der Startelf.

Doch die ersten 45 Minuten waren für die Mannschaft aus der Premier League frustrierend: Die Spurs hatten deutlich mehr Ballbesitz, doch das Tor machte Lyon: Nach einem Foul von Kyle Walker in der 17. Minute brachte Clement Grenier einen Freistoß in den Strafraum. Olympique-Kapitän Maxime Gonalons entwischte seinem Bewacher und konnte unbedrängt einköpfen. Tottenham tat auch nach diesem Rückschlag mehr fürs Spiel, doch die Franzosen verteidigten clever, sodass Tottenhams Offensive – allen voran Lewis Holtby und Gareth Bale – ein ums andere Mal verzweifelte.

Kurz vor dem Pausenpfiff nochmal eine Schrecksekunde für Lyon, als Holtby einen Schuss abfeuerte, den der französische Keeper Remy Vercoutre gerade noch an den Pfosten lenken konnte. Nach der Pause dasselbe Bild: Tottenham machte das Spiel, Lyon stand hinten gut. Doch mit der Zeit erspielten sich die Engländer immer mehr Selbstvertrauen. Nach gut einer Stunde wurde es noch einmal hektisch, als erst Lyons Lacazette und fast im direkten Gegenzug Tottenhams Lennon einen Elfmeter forderten. Der deutsche Schiedsrichter Wolfgang Stark ließ beide Szenen zu Recht weiterlaufen.

Erst, als schon fast keiner mehr dran glaubte, wurden die Spurs schließlich für ihren hohen Aufwand belohnt: In der 90. Minute ließ die sonst so stabile Defensive von Lyon Moussa Dembele zu viel Platz, sodass der einen Distanzschuss im langen Eck unterbringen konnte. Nach dem Sieg im Hinspiel reicht Tottenham dieses 1:1 fürs Achtelfinale.



Rubin Kazan* - Atletico Madrid 0:1 (0:0)

Tore: 0:1 Falcao (84.)

Atletico übernahm gleich von Beginn an die Initiative, allerdings fehlte es den Spaniern an der nötigen Kreativität, um sich wirklich gute Chancen herauszuspielen. Außerdem standen die Gastgeber sehr stabil. So gelang Madrid, das nicht in Bestbesetzung angetreten war, trotz aller Bemühungen in der ersten Halbzeit kein Tor.

Im zweiten Durchgang spielten die Gäste dann noch offensiver, boten den Russen dadurch allerdings auch zunehmend Platz für Konter. Doch auch Kasan konnte aus seinen wenigen Chancen kein Kapital schlagen. Erst in der 84. Minute kam Atletico dann zu einem Tor. Nach schöner Vorarbeit von Adrian Lopez musste Starstürmer Radamel Falcao den Ball aus wenigen Metern nur noch über die Linie drücken.

Nach dem Tor setzte Atletico dann noch mal alles auf eine Karte, zu einem weiteren Treffer reichte es allerdings nicht mehr. Hektisch wurde es eine Minute vor dem Ende noch mal, als Rubins Cesar Navas nach einem bösen Foul an Falcao die Rote Karte sah.

CFR Cluj – Inter Mailand* 0:3 (0:2)

Tore: 0:1, 0:2 Guarin (22./45.), 0:3 Benassi (88.)
Rot: Camora (Cluj/80.)

Mit einem vermeintlich beruhigenden 2:0-Sieg aus dem Hinspiel im Rücken machte sich Inter Mailand auf den Weg nach Rumänien. Und Trainer Andrea Stramaccioni ließ rotieren: Im Vergleich zur Vorwoche kamen Palacio, Zanetti, Alvarez und Juan Jesus für Milito, Gargano, Nagatomo und Silvestre in die Startelf. Clujs Trainer Paulo Sergio vertraute derselben Elf wie im Hinspiel.

Und die Mannschaft wollte ihrem Coach das Vertrauen offensichtlich zurückgeben, spielte in der ersten Halbzeit ordentlich mit. Nach fünf Minuten hatte Rui Pedro die erste gute Chance des Spiels. Doch mit der Zeit kam Inter besser ins Spiel. In der 22. Minute spielte Ricky Alvarez Rodrigo Palacio im Strafraum mustergültig an, der selbstlos auf Fredy Guarin ablegte: 1:0 für Mailand. Und die Italiener machten weiter Druck: Sekunden vor dem Halbzeitpfiff sorgte erneut Guarin für die Vorentscheidung. Nach einem Patzer von Clujs Schlussmann Mario Felgueiras konnte der Angreifer völlig frei ins leere Tor einschieben.



In der zweiten Halbzeit musste Inter nicht mehr zulegen – und Cluj konnte es nicht. So war das Tor der „Nerazzurri“ selten in Gefahr. Zu viele Fehler schlichen sich bei den Rumänen ein. Die beste Chance vergab Ioan Hora nach einem Freistoß in der 68. Minute, als Inter-Torwart Handanovic den Ball über die Latte lenken konnte. Zu allem Überfluss gab es für Clujs Camora wegen einer Notbremse die Rote Karte. Weil sich jedoch Inters Andrea Rannochia kurz darauf am Knie verletzte, blieb Cluj nur wenige Minuten in Unterzahl. Am Ende krönte der eingewechselte Youngster von Inter, Marco Benassi, seine gute Leistung mit dem Tor zum 3:0-Endstand. Damit schaffte Inter Mailand locker den Sprung ins Achtelfinale und trifft dort auf Tottenham Hotspur.

FC Chelsea* – Sparta Prag 1:1 (0:1)

Tore: 0:1 Lafata (17.), 1:1 Hazard (90.)

Mit dem 1:0 aus dem Hinspiel hat Chelsea in Prag zwar einen guten Grundstein gelegt, dennoch konnten sich die Champions-League-Sieger darauf nicht ausruhen. Denn die Tschechen reisten selbstbewusst an, Trainer Vitezslav Lavicka hatte sein Team nur auf einer Position verändert. Pikryl spielte für Husbauer, während Chelsea gleich mit fünf Neuen im Vergleich zum Pokal-Sieg gegen Brentford auflief: Torres, Bertrand, Ramires, Azpilicueta und Mikel rückten ins Team.

Und Chelsea zeigte sich beeindruckt vom Spiel der Prager, die das Team von Rafael Benitez immer wieder vor Probleme stellten. Fast logisch, dass Sparta in Führung ging: Nach gutem Pass von Vaclav Kadlec verwandelte David Lafata in der 17. Minute aus kurzer Distanz. Abgesehen von Juan Mata, der hin und wieder sein Können aufblitzen ließ, blieb Chelsea auch im Rest der ersten Halbzeit blass. Die Chancen, die die „Blues“ bekamen, vergaben sie.



Im zweiten Durchgang drehte Chelsea dann auf, erarbeitete sich mehr Chancen. Aber entweder scheiterten Torres und Co. am starken Prager Schlussmann Tomas Vaclik oder es fehlte die Genauigkeit im Abschluss. Schließlich bewies Benitez ein glückliches Händchen. In der 68. Minute brachte er Eden Hazard für Oscar. Und eben Hazard war es, der 20 Sekunden vor dem Abpfiff und der drohenden Verlängerung das 1:1 machte. Damit schoss er Chelsea am Ende in die nächste Runde.

Die weiteren Ergebnisse:

Dnjepro Dnjepropetrowsk – FC Basel* 1:1 (0:0)
Tore: 1:0 Seleznyov (76., Elfmeter), 1:1 Schär (82., Elfmeter)
Rot: Kalinic (Dnjepro/63.), Frei (Basel/75.)
Metalist Charkow – Newcastle United* 0:1 (0:0)
Tore: 0:1 Ameobi (64., Elfmeter)
Fenerbahce* – BATE Borisov 1:0 (1:0)
Tore: 1:0 Cristian (45., Elfmeter)
Gelb-Rot: Baga (BATE/20.)
Olympiakos Piräus – UD Levante* 0:1 (0:1)
Tore: 0:1 Martins (9.)
Girondins Bordeaux* – Dynamo Kiew 1:0 (1:0)
Tore: 1:0 Diabate (41.)
Viktoria Pilsen* – SSC Neapel 2:0 (0:0)
Tore: 1:0 Kovarik (51.), 2:0 Tecl (74.)
Steaua Bukarest* – Ajax Amsterdam 4:2 n.E. (1:0)
Tore: 1:0 Latovlevici (38.), 2:0 Chiriches (76.)
*qualifizierte Mannschaft


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