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Hannover zeigt gegen Anzhi einen überzeugenden Auftritt, kann den Zwei-Tore-Rückstand aber nicht mehr wettmachen. Dennoch macht das Spiel den 96ern Mut.

Hannover. Sie haben 98 Minuten lang gezittert, gebangt und gehofft - genützt hat es am Ende nichts. Das 1:1 gegen Anzhi Makhachkala war für Hannover 96 letztlich zu wenig, der 1:3-Rückstand aus dem Hinspiel konnte nicht aufgeholt werden. Somit ist das Abenteuer Europa Leaguefür die Niedersachsen in dieser Saison bereits nach der Zwischenrunde beendet - trotz einer starken Leistung.

Ausgelassene Chancen

96 war drauf und dran, die Hypothek aus dem Hinspiel wettzumachen, belohnte sich letztlich aber nicht für einen tollen Auftritt. Die „Roten“ kamen sofort gut ins Spiel, hatten bereits im ersten Durchgang mehrere gute Möglichkeiten, nutzen konnte man jedoch keine davon. So musste 96-Kapitän Christian Schulz nach Spielschluss enttäuscht resümieren: „Natürlich ist das bitter. Wir hatten ja die Chancen und auch schon in der ersten Halbzeit Hochkaräter. Da müssen wir schon eher das erste Tor machen.“

So ging es für das klar spielbestimmende Hannover mit einem 0:0 in die Kabine. „In der zweiten Halbzeit war es dann ein offener Schlagabtausch“, so Schulz, „aber wir hatten die besseren Möglichkeiten“. Eine davon konnte Sergio da Silva Pinto nutzen, der in der 70. Minute eine Hereingabe von Szabolcs Huszti sehenswert zum verdienten 1:0 verwertete. Kurz zuvor hatte es stark zu schneien begonnen, Schiedsrichter Jonas Eriksson musste sogar kurzzeitig die Partie unterbrechen, um die Linien freischaufeln zu lassen.

Gratulation an Anzhi

So entwickelte sich vor nur 30.000 Zuschauern eine spannende Schlussphase, acht Minuten Nachspielzeit inklusive. „Am Ende haben wir es mit langen Ballen nach vorne probiert“, erklärte Schulz. Durchgerutscht ist davon keiner mehr, auch wenn 96 einige Male dicht dran war. „Wir hätten heute vier, fünf Tore machen können. Letztendlich hat es nicht ganz gereicht, und so muss man Anzhi auch gratulieren.“

Den endgültigen Todesstoß setzte dann der eingewechselte Lacina Traore, der einen Konter in der 98. Minute zum 1:1-Endstand vollendete. „Ist es völlig normal, dass man am Ende alles nach vorne schmeißt. Da ist es auch völlig egal, ob man noch das Gegentor bekommt“, befand 96-Torwart Ron-Robert Zieler.

Bei aller Enttäuschung können die 96er zweifelsohne stolz auf das Geleistete sein, die Millionentruppe aus Russland ist schließlich ein harter Brocken. Trainer Mirko Slomka erkannte richtigerweise: „Wir haben leider einen starken Gegner früh zugelost bekommen.“

„Die Formkurve steigt“

Für Schulz jedenfalls ist ein Aufwärtstrend erkennbar: „Man sieht schon, dass die Formkurve so langsam wieder nach oben steigt. Wir haben vorne besser die Bälle gehalten, so konnten wir auch immer wieder nachschieben. Man kann erkennen, dass nicht nur die Defensive immer besser wird.“ Gegen Anzhi konnte zumindest 98 Minuten lang die Null gehalten werden.

Nun gilt es, den Blick nach vorne zu richten - schon am Samstag ist der Hamburger SV zu Gast. Für Schulz hat die kurze Pause sogar was Gutes: „So hält die Enttäuschung vielleicht heute noch an, und morgen gibt es dann schon eine neue Aufgabe.“ Die lautet: Punkte sammeln, um auch im nächsten Jahr wieder auf der internationalen Bühne mitspielen zu dürfen. „Wir wollen das noch ein drittes Jahr schaffen“, so Schulz. „Die Möglichkeiten sind da, und darauf konzentrieren wir uns.“

Derzeit sind es vier Punkte bis zum sechsten Platz, auf dem momentan der HSV rangiert. Drei Punkte gegen Hamburg wären somit das richtige Mittel, um den Frust ein wenig zu schmälern - und den Traum vom nächsten Europapokal-Abenteuer am Leben zu halten.

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