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Guus Hiddink über Anschi-Engagement: „Ich will etwas Seriöses aufbauen“
Mit „erfahrenen Profis und jungen Russen“ will Guus Hiddink in Machatschkala einen komplett neuen, gesunden Weg einschlagen, ohne mit Geld um sich zu werfen.
Machatschkala. Guus Hiddink ist mittlerweile seit einem Jahr bei Anschi Machatschkala Trainer, verfolgt seinen konkreten Plan mit dem Verein und betont, dass er sicherlich nicht nur wegen des Geldes in die fremde Liga gewechselt sei. Für die Zukunft soll die neue Formel bei Anschi „erfahrene Profis und junge Russen“ lauten. Um den Titel spielt Hiddinks Team bereits mit, nun wird ein neues Stadion gebaut, auch die Jugendakademie soll ausgebaut werden. Jetzt erklärte er, auf welchem Stand der Verein vor dem Duell mit Hannover 96 in der Europa League ist. Und schob die Favoritenrolle gleich den Niedersachsen zu.
„Es wird bei Anschi gut verdient, wie bei vielen Vereinen“, stellte Hiddink sofort im Gespräch mit dem kicker klar. „Doch ich bin nicht nur wegen des Geldes gekommen. Ich wollte einen Prozess einleiten, etwas Seriöses aufbauen, einen modernen Profi-Klub schaffen.“ Der neue Kurs ist klar: „Vor meiner Zeit hat Anschi hauptsächlich alternde Fußballer geholt, wie damals Roberto Carlos. Diese Doktrin gilt nicht mehr. Mir schwebt eine Mischung aus erfahrenen Profis und jungen Russen vor. Nur so können wir uns auf Dauer in der Spitze etablieren“, sagte er. Dabei hat Hiddink einen wichtigen Fürsprecher: „Meine neue Philosophie wird voll und ganz akzeptiert von Suleiman Kerimov, dem Präsidenten und Eigner des Klubs.“
„Eto'o macht nicht auf Star“
Hiddink erklärte das Gefüge der Mannschaft weiter: „Neben Eto’o spielen bei uns noch der Franzose Lassana Diarra und der russische Nationalspieler Yuriy Zhirkov, die international bestens bekannt sind. Aber es gibt auch einige junge Talente aus Russland wie beispielsweise Oleg Shatov, Fedor Smolov und Serder Serderov.“ Ein besonderes Lob gilt aber dem Ausnahmestürmer: „Und noch ein Wort zu Samuel Eto’o: Er macht nicht auf Star, bringt sich phänomenal ein, leitet unsere Jungen“, so Hiddink Kaka soll laut Hiddink kein Thema gewesen sein. „Es ist wie ein Reflex: Alle meinen, wir würden mit Geld nur so um uns werfen.“
Stattdessen wird nun vor Ort ein neues Stadion gebaut, damit Anschi Machatschkala tatsächlich Heimspiele austragen kann und nicht immer nach Moskau ausweichen muss. Die Jugendakademie werde laut Hiddink weiter ausgebaut, der zu diesem Zweck auch zwei Jugendtrainer aus den Niederlanden anstellen ließ. Erste Früchte trägt die Arbeit: „Das Nahziel ist erreicht. Es gibt die vier großen Klubs aus Moskau und Zenit, wir wollten uns einmischen. Es ist uns geglückt.“ Zusätzlich konnte sich das Team im Winter mit Willian, der für geschätzte 35 Millionen Euro zu Anschi wechselte, und Andrey Yeshchenko verstärken.
„Hannover besitzt überragende Offensive“
Gegen Hannover wird das Team von Hiddink in Moskau spielen – auf Kunstrasen. Auch für das Team aus Machatschkala kein Vorteil, wie der Trainer verrät: „Nein, es ist kein Plus für uns. Auch wir spielen auf so einer Fläche nur zwei- bis dreimal pro Jahr.“ Wer Favorit ist, ist für den niederländischen Trainer klar: „Hannover, weil in Deutschland die Bundesliga schon spielt. 96 ist im Rhythmus, auf Betriebstemperatur. Wir haben die lange Winterpause überbrückt mit zwei Trainingslagern, erst in Dubai, zuletzt im spanischen Marbella.“ So sieht Hiddink die Elf von Mirko Slomka: „Hannover besitzt überragende Offensivkräfte mit Diouf, Schlaudraff und Huszti. Eine kompakte Mannschaft, gute Konter.“
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