thumbnail Hallo,

96 machte gegen Twente kaum mehr als nötig und hofft nun auf den Gruppensieg. In der Defensive gab Hannover sich dabei keine Blöße - daran will man in München anknüpfen.

Hannover. Es war sicherlich kein fußballerischer Leckerbissen, den die rund 35.800 Zuschauer in der AWD-Arena geboten bekamen. Mit 0:0 trennten sich Hannover 96 und Twente Enschede am Donnerstagabend nach zähen 90 Minuten und einem Europa-League-Spiel, das im Grunde nur dieses Ergebnis verdient hatte.

„Es war heute sicherlich kein so tolles Spiel“, brachte es 96-Keeper Ron-Robert Zieler nach Abpfiff auf den Punkt. Waren Höhepunkte in der ersten Hälfte absolute Mangelware, gab es zumindest im zweiten Durchgang die eine oder andere Torchance zu bestaunen, Rasmus Bengtsson musste Hannovers Angreifer Artur Sobiech in der 86. Minute sogar mit einer Notbremse davon abhalten, alleine auf das Gästetor zuzulaufen. Der Twente-Verteidiger sah dafür folgerichtig die Rote Karte, auf ein Tor aber musste man vergeblich warten.

Taktisches Ziel erreicht

Man merkte den Hannoveranern schon ein Stück weit an, dass sie bereits für die nächste Runde qualifiziert waren und am Samstag schon wieder beim FC Bayern München zu Gast sind. Die letzte Konsequenz fehlte, aber auch die Vorgaben von Coach Mirko Slomka sorgten dafür, dass man kein Feuerwerk abbrannte.

„Wir hatten ein taktisches Ziel“, erläuterte 96-Kapitän Steven Cherundolo. „Es war gewollt, dass Twente mehr Ballbesitz hat und das Spiel macht. Wir wollten möglichst gut verteidigen, wenig zulassen und den einen oder anderen Konter setzen.“ Das gelang nur bedingt, aber zumindest „das Verteidigen haben wir gut gemacht und ganz wenig Torchancen zugelassen“.

Das Positive mitnehmen

So nahm Cherundolo das Positive mit - und das war, „dass wir zu Null gespielt haben. Dieses Ziel haben wir erreicht“. Es wirkte fast ein wenig so, als hätte 96 das Twente-Spiel als bessere Übungseinheit für die Partie bei den Bayern genutzt, um diszipliniertes defensives Auftreten einzustudieren. Denn auch Cherundolo weiß: „Man kann davon ausgehen, dass Bayern uns unter Druck setzen will - mit viel Ballbesitz, vielen Torchancen und sofortigem Pressing nach Ballverlust.“

Twente ist nicht Bayern

Da war es sicherlich recht nützlich, dass man mit Enschede einen Gegner hatte, der unbedingt gewinnen musste, um sich die letzte kleine Chance auf den Einzug in die K.o.-Runde der Euro League zu wahren - auch wenn man ihnen das nur bedingt anmerkte. Cherundolo ist sich dabei aber natürlich bewusst, dass am Samstag „ein anderer Wettbewerb“ wartet. „Das sind andere Spieler und andere Voraussetzungen.“

„Die Bilanz spricht für uns“

Im Europapokal geht es unterdessen in zwei Wochen weiter, wenn man bei UD Levante um den Gruppensieg spielt. Bereits ein Unentschieden würde ausreichen, um als Tabellenerster und somit als gesetztes Team in die nächste Runde zu gehen. Zieler sieht 96 für diese Aufgabe gut gerüstet: „Wir waren nach dem vierten Spieltag bereits qualifiziert und sind nach wie vor Gruppenerster, haben in neun Spielen sieben Mal gewonnen und zwei Mal unentschieden gespielt - die Bilanz spricht für uns.“

Cherundolo warnt vor Levante

Cherundolo aber warnt: „Da erwartet uns ein kleiner Hexenkessel. Die spielen zu Hause sehr stark und ziehen mit ihrer Spielweise die Zuschauer mit. In den Zweikämpfen verhalten die sich geschickt, lassen sich gerne fallen und beeinflussen so auch den Schiedsrichter. Wir erwarten ein sehr engagiertes Levante, das alles dafür tun wird, zu gewinnen.“ Wirklich Sorgen scheint sich aber auch der US-Amerikaner nicht zu machen: „Solche Situationen kennen wir. Wir können eiskalt kontern.“ Eine Fähigkeit, die man am besten auch schon am Samstag in München abrufen sollte.

EURE MEINUNG: Kann 96 bei Bayern was reißen?
Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig