Spielbericht Europa League: Werder Bremen - FC Valencia

4:4 zwischen Werder und Valencia. Ein verrücktes Spiel ohne jegliche nennenswerte Verteidigungsleistung fand am Ende im spanischen Vertreter nicht unbedingt den besseren, sondern eher den glücklicheren Sieger.

Marko Marin; Miguel, Werder Bremen, Valencia (Getty Images)
(erb) Bremen. Auf neuem Grün im Bremer Weserstadion bot das Rückspiel im Achtelfinale der Europa League zwischen Werder Bremen und dem FC Valencia beste Unterhaltung - wenn man nicht gerade Trainer war und sich die Haare beim 4:4 ausreißen musste.

PERSONAL & TAKTIK

Özil stand nach seinen Rückenproblemen wieder in der Startaufstellung. Bargfrede fehlte wegen der dritten gelben Karte, dafür stand Marin - logischerweise - auch von Anfang an auf dem Platz. Bei Valencia waren natürlich wieder die beiden Davids in der Offensive (Villa und Silva), Banega fehlte nach der roten Karte aus dem Hinspiel.

SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE

Schock für Bremen: Schon in der 3 Minute leistete sich Naldo einen Bock, als er genau in die Füße von Silva köpfte, der wiederum für Villa auflegte. Der Rest war Formsache und das 0:1. Schon vier Minuten später ging das Scheibenschießen auf das Bremer Tor weiter - Wiese sei dank geschah nichts schlimmeres. Aber auch Werder kam zu Chancen, zum Beispiel durch Pizarro und Hunt. Alles sah nach einem sehr offenen Spiel aus, als plötzlich David Silva steil auf Mata passte, der allein vor Wiese nach 15 Minuten mühelos auf 0:2 stellte. Doch Bremen gab nicht auf, kreierte gleich wieder Chancen, um das jetzt schier Unmögliche doch noch möglich zu machen. In Minute 22 war für Borowski aus taktischen Gründen das Spiel vorbei; für ihn kam Hugo Almeida für zusätzliche Offensive. In der 26. dann der Anschlusstreffer durch den Portugiesen auf Vorlage von Pizarro: So leicht wollten die Bremer das Spiel nicht abschenken. Und die Valencia-Abwehr stand alles andere als sicher, besonders auf der rechten Seite. Das Spiel blieb in der Folge offen, beide Teams kamen zu Chancen, wenn auch nicht zu hochkarätigen. Erst nach 35 Minuten hätten Hunt und Pizarro mit etwas mehr Zielwasser ausgleichen können. Eines war klar: Beide Abwehrreihen waren nicht über jeden Zweifel erhaben. Das sah in der 45. auch David Villa so, der einen Pass von Silva im Strafraum in Ruhe verarbeiten und zum 1:3 einnetzen konnte.

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE

Gleich nach Wiederanpfiff kam Bremen zu einer Kopfballchance durch Naldo, und das offensive Hin und Her nahm wieder seinen Lauf. In der 56. Minute gab es wieder einmal einen Elfer für Bremen (zu Recht diesmal) - und Frings verwandelte mit sehr viel Dusel zum erneuten Anschlusstreffer. Prompt gerieten die Spanier ins Schwitzen: Marin verwandelte nach einem Freistoßtrick gegen die schlafende Valencia-Abwehr zum 3:3. Ein erneutes Weserwunder? Nein, denn David Villa durfte heute, wie er wollte. Auch zum 3:4 in der 65. Minute einschießen (wenn auch aus minimalster Abseitsposition). Bewundernswert, mit welcher Moral die Bremer trotzdem immer und immer wieder gegen das Valencia-Tor anrannten. Die spanische Verteidigung machte es ihnen einfach genug. Marin, Pizarro, Pasanen: Wer auch immer die Lücke sah, versuchte es. Die Spanier hingegen kamen nur noch selten vor Wiese, dann aber brandgefährlich. Trotzdem waren es die Bremer, die in der 84. Minuten doch noch zum Ausgleich durch Pizarro kamen. Plötzlich war alles wieder drin. Unter anderem Rosenberg und Naldo hatten kurz darauf Siegtorchancen, gelingen wollte es aber nicht mehr.

SCHLÜSSELSPIELER & -SZENE

In diesem Spiel der nicht existenten Abwehrreihen gab es keine Schlüsselszene. Jeder Angriff barg potenzielle Torgefahr und hätte zum Tor führen können. Es war eben ein Spiel, das jeden Trainer die Wände hoch treibt.

SPIELER DES SPIELS - DAVID SILVA

Er war die Schaltstelle in der spanischen Offensive. Alles lief über ihn, und er verteilte die Bälle brilliant. Bremen bekam ihn nie in den Griff, und das war ein Grund für das Bremer Ausscheiden.

STATISTIK

Dass Naldo gemäß Castrol-Ranking der drittbeste Verteidiger der Bundesliga ist, war heute nicht unbedingt ersichtlich. Aber das galt für die ganze Werder-Abwehr ebenso wie für die Verteidiger aus Valencia. Der einzige Spanier in den nationalen Top 20 war heute aber auch Carlos Marchena auf Platz 15.

SCHIEDSRICHTER Kevin Blom (NED) – Note: 7

Blom blieb vor allem ruhig, als das Spiel zuweilen hitzig wurde. Knifflige Szenen löste er souverän, wenn auch im Millimeterbereich nicht immer ganz richtig. Aber wenn erst eine Zeitlupe Aufschluss bringt, ist der Schiedsrichter mit seinen Nebenleuten eh aus dem Schneider.

SPIELNOTE: 7

Es war kein hochklassiges, aber ein äußerst spannendes Spiel. Aberwitzig war, wie beide Abwehrreihen fast minütlich patzten und so für ein sehr unterhaltsames Spiel sorgten.

Das Spiel in der goal.com-Statistik.



 
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