Spielbericht Europa League: Juventus Turin – FC Fulham

Juve ist im Heimspiel seiner Favoritenrolle gerecht geworden und hat im Hinspiel einen Sieg geholt. Eine starke erste halbe Stunde der Gastgeber sorgte für die Vorentscheidung. Die Engländer waren bemüht, aber es fehlte ihnen im Angriff die Durchschlagskraft.

Von Daniel BUSE

Europa League - Diego Legrottaglie Marchisio (Getty Images)

Turin. Juventus Turin hat das Achtelfinal-Hinspiel der Europa League gegen den FC Fulham mit 3:1 (3:1) gewonnen. Nach einer interessanten ersten Hälfte ließen die Italiener nach der Pause nichts mehr zu und fahren mit einem Vorsprung zum Rückspiel auf die Insel.

PERSONAL & TAKTIK

Juve-Trainer Alberto Zaccheroni setzte auf die 4-3-2-1-Tannenbaum-Taktik. Im Sturm spielte David Trézéguet und wurde von den offensiven Mittelfeldspielern Antonio Candreva und Diego unterstützt. In der Abwehrzentrale liefen Fabio Cannavaro und Nicola Legrottaglie in Vertretung des verletzten Giorgio Chiellini auf.

Fulham-Coach Roy Hodgson entschied sich für ein 4-4-1-1 mit Goalgetter Bobby Zamora als einzigem Angreifer, der mit der hängenden Spitze Zoltan Gera für Gefahr sorgen sollte. Aus dem Mittelfeld heraus sollte Damien Duff über rechts für Akzente sorgen.

SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE

Es war kein großartiges Spiel vor der Pause – aber es passierte wenigstens etwas: Vier Tore bekamen die Zuschauer im „Olimpico“ geboten. Dabei gehörte die erste halbe Stunde ganz eindeutig Juve. Die Italiener hatten die erste Möglichkeit des Spiels durch einen Kopfball von David Trézéguet aus 14 Metern, der von Fulham-Keeper Mark Schwarzer zur Ecke pariert wurde. Diesen Eckball zirkelte Diego auf den Kopf von Nicola Legrottaglie, der aus sieben Metern zum 1:0 traf (9.).

Von Fulham kam in den ersten 30 Minuten nur ein vernünftiger Angriff, bei dem Simon Davies allerdings über den Ball haute (16.). Sonst war das gar nichts von den Gästen, die zu ängstlich agierten. Juventus musste gar nicht allzu viel machen, um das Spiel zu kontrollieren. Trézéguet schoss aus 20 Metern mit links knapp über das Tor (24.). Eine Minute später machte es der aufgerückte Außenverteidiger Jonathan Zebina besser: Er ließ zwei Fulham-Spieler stehen und hämmerte die Kugel aus 22 Metern links zum 2:0 ins Tor (25.).

Alles schien ganz klar für Juve zu laufen – doch auf einmal trauten sich die Engländer etwas und nahmen Turin das Heft aus der Hand. Nach einem Freistoß kam Dickson Etuhu zum Schuss. Sein Versuch wäre mehrere Meter daneben gegangen, aber Legrottaglie fälschte unglücklich ab und die Kugel kullerte zum 2:1 ins Juve-Tor (36.). Danach machte Fulham weiter und hatte durch einen Kopfball von Brede Hangeland (40.) und einen Schuss von Bobby Zamora (44.) noch zwei Möglichkeiten.

In der Nachspielzeit fuhr Juventus noch einen Angriff: Auf Vorarbeit von Diego zwang Fabio Grosso Schwarzer mit seinem Schuss zu einer Weltklasse-Parade (45.+2). Der anschließende Eckball gelangte zu Trézéguet, der erst den Pfosten traf – und dann im zweiten Versuch das 3:1 machte (45.+3).

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE

Nach der Pause schlief die Partie ein. Die Engländer bemühten sich, aber es gelang ihnen im Spiel nach vorne nur wenig. Juventus hatte durch einen Kopfball von Legrottaglie eine kleine Chance, doch insgesamt zeigten die Italiener durch ihre Spielweise, dass sie mit dem 3:1-Zwischenstand durchaus zufrieden waren.

Fulham versuchte noch etwas in der Offensive zu machen und wechselte Clint Dempsey ein, doch im Angriff fehlte es bei den Engländern an klaren Aktionen. Lange, lange Zeit passierte überhaupt nichts mehr auf dem Feld. Erst in der Schlussminute weckte Juventus die Zuschauer durch einen Weitschuss von Diego, den Schwarzer hielt, und einen Kopfball des eingewechselten Vincenzo Iaquinta, der zu hoch zielte (90.). Es blieb schließlich beim verdienten 3:1 für Juventus.

SCHLÜSSELSPIELER & -SZENEN

In der 40. Minute war der FC Fulham kurz davor, den 2:2-Ausgleich zu erzielen. Nach einem Eckball köpfte Brede Hangeland aufs Tor, doch Keeper Alex Manninger holte den Ball gut von der Linie. In der Nachspielzeit sorgte dann David Trézéguet für die Entscheidung, als er im zweiten Versuch nach einem Pfostentreffer das 3:1 machte (45.+3).

SPIELER DES SPIELS: Nicola Legrottaglie

In Abwesenheit von Giorgio Chiellini musste der Innenverteidiger in der Juve-Abwehr ran. Er machte gegen den vorher gelobten Fulham-Stürmer Bobby Zamora seine Sache in der Defensive gut und ärgerte den Angreifer mehrmals mit seinem Eingreifen. Und im Angriff sorgte er für das frühe 1:0 durch seinen mustergültigen Kopfballtreffer nach einer Diego-Ecke (9.).

SCHIEDSRICHTER: Florian Meyer – Note: 7

Mit einigen Abseitsentscheidungen lag das deutsche Schiri-Team daneben, doch ansonsten machte Meyer keine Fehler. Die Mannschaften forderten den Unparteiischen allerdings auch nicht besonders. Die beiden gelben Karten gingen in Ordnung.

Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).

SPIELNOTE: 5

Die erste Halbzeit war nicht hochklassig, aber aufgrund der vielen Torszenen und Treffer unterhaltsam. Im zweiten Durchgang gaben sich beide Teams mit dem Resultat schnell zufrieden und hofften darauf, sich im Rückspiel durchsetzen zu können. Das Ganze war nicht mehr schön anzusehen.

STATISTIK

Seine Werte im Castrol Ranking sind bislang nicht die besten, doch am Donnerstag wusste Abwehrspieler Nicola Legrottaglie in der Defensive durchaus zu überzeugen. Im Klassement steht er auf einem 668. Gesamtplatz – und damit noch hinter Teamkollegen wie Martin Caceres und Zdenek Grygera. Doch mit Leistungen wie gegen Fulham dürfte der Abwehrmann im Ranking auf dem Weg nach oben sein.

FAZIT

Der Juve-Sieg geht in Ordnung. Die Italiener dominierten in der ersten halben Stunde das Geschehen und lagen zur Pause verdient in Führung, auch wenn Fulham in der Viertelstunde vor dem Seitenwechsel stark aufkam. Nach der Pause passierte viel zu wenig, um am Spielstand noch etwas zu machen.

Eure Meinung: Wie habt Ihr das Spiel zwischen Juventus und Fulham gesehen?



 
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