Spielbericht Europa League: Hamburger SV – RSC Anderlecht

Endspiel im heimischen Stadion zu Hamburg? – Für den Hamburger SV ist dieser Traum ein großes Stück näher gerückt, denn im Achtelfinal-Hinspiel siegten die Rothosen gegen den belgischen Rekordmeister RSC Anderlecht mit 3:1. Ruud van Nistelrooy stand dabei zum ersten Mal in der HSV-Startelf.

Alarmstufe Ruud in der Europa League: Van Nistelrooy gegen Anderlechts Guillaume Gillet (Getty Images)
(seh) Hamburg. Am 11. Mai 1977 gewann der Hamburger SV zum ersten Mal einen Europapokal. Gegner im Finale des Europapokals der Pokalsieger war der RSC Anderlecht. 33 Jahre später trafen beide Mannschaften im Achtelfinale der Europa League erneut aufeinander. Im Hinspiel siegten die Hanseaten mit 3:1 gegen die Belgier und legte somit den Grundstein für das Erreichen des Viertelfinals.

PERSONAL & TAKTIK

„Durch die gute Aufbauarbeit können wir wieder auf viele genesene Spieler zurückgreifen, lediglich der Einsatz von Marcus Berg und Jerome Boateng ist noch fraglich“, erklärte HSV-Coach Bruno Labbadia vor der Europa League-Partie gegen Anderlecht. Mit Ruud van Nistelrooy, Eljero Elia, Ze Roberto und Marcell Jansen standen wichtige Spieler zur Verfügung, die zuletzt mit kleineren Verletzungen zu kämpfen hatten. Labbadia musste hingegen auf Guy Demel verzichten, der mit einer Gelb-Sperre ausfiel. In der Startformation setzte der HSV-Coach zum ersten Mal auf Ruud van Nistelrooy.

SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE

Es war mit Sicherheit die Meldung des Abends: Ruud van Nistelrooy stand zum ersten Mal in der Startelf des Hamburger SV. Der Torjäger stürmte von Beginn an neben Mladen Petric und hatte gleich zu Beginn der Partie einige gute Szenen. In der 23. Minute war es allerdings sein Landsmann Joris Mathijsen, der für Aufsehen sorgte. Der HSV-Verteidiger brachte die Hausherren mit 1:0 in Führung.

Der RSC Anderlecht war um Ordnung bemüht und versuchte vor allem durch einen schnellen Zug zum Tor, die Defensive der Rothosen zu überwinden. Fünf Minuten vor dem Seitenwechsel war es jedoch erneut ein Holländer, der für großen HSV-Jubel sorgte: Ruud van Nistelrooy traf in seinem zweiten Europa League-Spiel zum ersten Mal. Nach einer starken Vorarbeit seines niederländischen Teamkollegen Elia traf van Nistelrooy aus spitzem Winkel zum vermeintlichen 2:0-Halbzeitstand.

Die Pausenführung der Hanseaten fiel allerdings etwas knapper aus, als der erhoffte Zwei-Tore Vorsprung. Fast mit dem Halbzeitpfiff verwandelte Anderlechts Legear einen sehenswerten Freistoß zum 1:2. Mit diesem Ergebnis gingen beide Mannschaften schließlich auch in die Kabine.

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE

Die knapp 35.000 Zuschauer im weiten Rund der Arena blickten gespannt auf den Anpfiff der zweiten 45 Minuten, denn zwei zentrale Fragen sollten beantwortet werden: Wie ging der Hamburger SV mit dem Last-Minute-Gegentreffer aus der ersten Halbzeit um und was würden die Belgier aus diesem Anschlusstor machen?

Eine Antwort musste auf beiden Seiten bis zur 65. Minute warten, als es die erste Chance der zweiten 45 Minuten gab. Mladen Petric, der bis dahin kaum zu sehen war, scheiterte mit seinem Schuss. In der Folgezeit waren es auch weiterhin die Hamburger, die auf den nächsten Treffer drängten und so war es in der 77. Minute kein großes Wunder, dass David Jarolim mit einem Distanzschuss die 3:1-Führung über die Linie donnerte.

Die Gäste aus Belgien waren gewillt, den ersehnten 2:3-Anschluss zu erzwingen. Romelo Lukaku hatte für das Team von Coach Ariël Jacobs sogar noch die Chance zu diesem Treffer. Die Schlussoffensive von Anderlecht kam jedoch zu spät und wurde nicht mehr belohnt. Mit dem 3:1-Heimerfolg stehen die Hamburger somit schon mit einem Bein im Viertelfinale der Europa League.

SCHLÜSSELSPIELER & -SZENEN

Das holländische HSV-Dreieck von der Elbe sorgte für großen Betrieb. Stürmerstar Ruud van Nistelrooy, Mittelfeldspieler Eljero Elia und Abwehrchef Joris Mathijsen waren in den drei HSV-Mannschaftsteilen die großen Protagonisten. Das Trio aus den Niederlanden machte im Hinspiel gegen den RSC Anderlecht den Unterschied aus.

SPIELER DES SPIELS: Ruud van Nistelrooy

„Alarmstufe Ruud“ war auf einem Plakat in Hamburgs HSH Nordbank-Arena zu lesen. Zwar stellte sich zu erst ein anderer Niederländer in den Fokus, doch Ruud van Nistelrooy legte kurz vor der Pause nach und erzielte in seinem ersten HSV-Spiel von Beginn an seinen ersten Treffer in der Europa League. Es war eine große Premiere, denn der Niederländer spielte zuvor in seiner Karriere nur in der Champions League auf der großen europäischen Bühne – nie im UEFA-Cup und nie in der Europa League.

SCHIEDSRICHTER: Laurent Duhamel - Note: 8

Der französische Schiedsrichter hatte im Finalstadion der Europa League, in der HSH Nordbank-Arena, keine großen Probleme in den ersten 45 Minuten. Das änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nicht – der Franzose bot eine starke Leistung und ließ dem Spiel viele Freiräume, indem er wenig zur Pfeife griff. Erst in der Schlussphase gab es zwei strittige Szenen.

SPIELNOTE: 7.5


Von der ersten Minute an spielten die Hausherren auf das erste Tor. Schnell wurden die Hanseaten für ihre Bemühungen belohnt. Die ganz große Spannung gab es im Hinspiel allerdings nicht, denn auch nach dem 1:2-Anschlusstreffer der Belgier kamen die Gäste nicht besser in die Partie. Vier Toren boten dennoch einen hohen Grad an Unterhaltung.

Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).


STATISTIK

Ruud van Nistelrooy hat sein Startelfdebüt für den Hamburger SV gegeben. In den Castrol Rankings belegt er aktuell nur den 2296. Rang – bei diesem Ergebnis wird es mit Sicherheit nicht bleiben, denn in Hamburg kommt der 33-Jährige wieder öfters zum Zug und wird sich wohl schon bald weiter nach oben kämpfen.

FAZIT

Ein Zwei-Tore-Vorsprung ist ein gutes Polster für das Rückspiel: Der Hamburger SV hat sich im Hinspiel verdient gegen den RSC Anderlecht durchgesetzt. Die Chancen wurden konsequent genutzt, so ist der Einzug in das Viertelfinale wohl nur noch Formsache.

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