Spielbericht Europa League: Werder Bremen – Austria Wien

Heimspiel gewonnen, Serie ausgebaut, nächste Runde erreicht: Am Ende war es ein gelungener Abend im Weserstadion. Allerdings brachte Werder den Erfolg über Austria Wien erst in den Schlussminuten unter Dach und Fach. Damit sind die Hanseaten seit 18 Pflichtspielen unbesiegt und haben vorzeitig für den Einzug in die nächste Runde geschfft. Die Austria ist dagegen draußen.

Europa League: Werder Bremen - Austria Wien / Aleksandar Dragovic & Marko Marin (Bongarts/Getty-Images)
(fb) Bremen. Lange Zeit sah es im Weserstadion zwischen Werder Bremen und Austria Wien nach einer Nullnummer aus. In der Schlussphase besorgten schließlich Tim Borowski und Hugo Almeida die Treffer, die zum 2:0-Heimsieg des deutschen Pokalsiegers in der Gruppe L der Europa League.

Personal & Taktik


Thomas Schaaf bot in Abwesenheit von Frings und Pizarro die erwartete Elf auf: Aaron Hunt rückte aus dem Mittelfeld in die Spitze, Tim Borowski kehrte in die Mittelfeldraute zurück. Peter Niemeyer bekleidete die „Sechs“ und Linksverteidiger Sebastian Boenisch erhielt eine Verschnaufpause. Für ihn durfte Petri Pasanen ran.

Austria-Coach Karl Daxbacher verordnete seiner Mannschaft ein 4-1-4-1-System. Schumacher, der im Hinspiel als Joker den Ausgleich erzielt hatte, spielte als einziger Stürmer. Zlatko Junuzovic und Milenko Acimovic sollten den Brasilianer aus dem Mittelfeld unterstützen. Auf der linken Außenbahn musste Daxbacher sich etwas einfallen, denn sowohl Marcus Suttner, als auch Michael Madl fehlten verletzt. Für sie spielte der junge Marin Leovac.

Spielverlauf 1. Hälfte


Werder fand zunächst besser ins Spiel, hatte deutlich mehr Ballbesitz und kam durch Peter Niemeyers Schuss aus 17 Metern zur ersten Chance der Partie. Der Versuch des Frings-Vertreters strich aber knapp am langen Pfosten vorbei (8.). Schnell wurde deutlich, dass es den Bremern mit dem Sturmduo Marin/Hunt gegen die robusten Wiener Innenverteidiger Bak und Dragovic an Durchschlagkraft mangelte.

Die Austria wurde ihrerseits mit zunehmender Spieldauer immer mutiger und hatte nach vielversprechenden Kontern zu den besten Möglichkeiten des ersten Durchgangs: Zunächst rettete Tim Wiese gegen Acimovic (17.), danach war Bremens Schlussmann gegen Emin Sulimani zur Stelle (26.). Außerdem hatten die Österreicher Pech, dass es nach Fritz' Foulspiel an Leovac keinen Strafstoß gab (23.). Kurz vor der Pause war es eben jener Leovac, der aus aussichtsreicher Position verzog (43.).

Spielverlauf 2. Hälfte


Direkt nach Wiederanpfiff mussten die Gastgeber die nächste Schrecksekunde überstehen, als Jacek Bak nach einer Ecke an Tim Wiese scheiterte (46.). Beide Teams neutralisierten einander im Mittelfeld, ehe erneut Wiese für einen Wachmacher sorgte: Acimovic hatte sich hervorragend gegen mehrere Bremer durchgesetzt und für Michael Liendl aufgelegt, dessen Schuss aus 17 Metern wehrte Wiese bravourös ab (58.).

Die letzte halbe Stunde gehörte den Hausherren, die auf das Siegtor drängten, allerdings zunächst einige guten Chancen liegen ließen. Der große Aufwand wurde schließlich in der Schlussphase belohnt: Zunächst traf Tim Borowski (allerdings aus Abseitsposition) per Kopf nach Verlängerung von Markus Rosenberg (81.), danach legte Hugo Almeida bei seinem Comeback nach Verletzungspause nach. Ein feines Zuspiel von Aaron Hunt verwerte der Portugiese aus kurzer Distanz (84.).

Schlüsselspieler


Peter Niemeyer zeigte bei den Hanseaten eine ordentliche Partie, ebenso wie Naldo und Torschütze Tim Borowski.

Die Austria hatte in Milenko Acimovic und Marin Leovac ihre auffälligsten Akteure. Außerdem gefielen Zlatko Junuzovic und Angreifer Schumacher, der enormen Aufwand betrieb, aber nicht belohnt wurde.

Schlüsselszene


Nach einem Eckball bekam Austria-Kapitän Milenko Acimovic das Leder, vernaschte zwei Bremer und legte klug ab für Michael Liendl. Der hatte freie Schussbahn, scheiterte aber an  Tim Wiese, der eine Parade der Extraklasse zeigte (58.). Nach dieser Szene gewann Werder mehr und mehr die Oberhand uns setzte sich schließlich durch.

Spieler des Spiels: Tim Wiese


Bremens Schlussmann rettete schon im ersten Durchgang mehrfach prächtig und war auch nach der Pause der Garant dafür, dass Werder zu Null spielte.

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Schiedsrichter – Note: 2


Stefan Johanesson aus Schweden hätte in der 23. Minute auf den Elfmeterpunkt zeigen müssen, als Clemens Fritz Marin Leovac den Ball vom Fuß spitzeln wollte, den jungen Österreicher aber zu Fall brachte. Außerdem wäre er nach dem harten Einsteigen von Leovac gegen Marin eine gelbe Karte fällig gewesen (55.). Neben weiteren Unsicherheiten unterlief dem Gespann beim entscheidenden 1:0 ein Fehler, denn Tim Borowski stand vor seinem Treffer im Abseits, Johanesson gab den Treffer.

Spielnote: 5,5


Phasenweise war es eine muntere Partie mit einigen Torchancen, dafür plätscherte es stellenweise auch nur so vor sich hin. Am Ende bekamen die Zuschauer im Weserstadion immerhin noch zwei Tore zu sehen.

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