Spielbericht Europa League (L): CD Nacional – Werder Bremen

Spannender als es hätte sein müssen, fuhr Werder Bremen auf Madeira drei Zähler ein. Mann des Abend war Claudio Pizarro, der zwei Treffer erzielte und einen Strafstoß provozierte. Werder machte sich das Leben streckenweise trotz einer Zwei-Tore-Führung selbst schwer.

Claudio Pizarro - Inter-Werder Bremen - Champions League (Grazia Neri)
(fb) Funchal. Claudio Pizarro hieß der Matchwinner für Werder Bremen beim 3:2 gegen CD Nacional Funchal. Werder spielte ordentlich und setzte sich am Ende knapp, aber verdient durch.

Personal & Taktik


Die Gastgeber spielten in einer 4-3-2-1-Formation. Hinter der einzigen Spitze Edgar  sollten Ruben Micael und Nejc Pecnik für Gefahr sorgen. Die restlichen Spieler sollten sich bei Ballbesitz des Gegners weit zurück ziehen und auf Konter lauern.

Bei Werder wurde Spielmacher Mesut Özil (Kniebeschwerden) nicht rechtzeitig fit. Ihn ersetzte Aaron Hunt. Ansonsten alles beim Alten bei den Hanseaten: Viererkette unverändert, Raute im Mittelfeld und Marko Marin als hängende Spitze hinter Claudio Pizarro.

Spielverlauf 1. Hälfte


Wer einen spielerischen Leckerbissen erwartete hatte, der wurde
schnell enttäuschend. Es entwickelte sich eine Partie, in der Werder viel mehr vom Spiel hatte, aber nur selten gefährlich wurde. Ob das Bremer Spiel jetzt langsam oder geduldig war, liegt wahrscheinlich im Auge des Betrachters. Die erste dicke Chance vergab Claudio Pizarro. Einen Kopfball des Peruaners kratzte Keeper Rafael Bracali von der Linie (18.). Auf der Gegenseite musste Tim Wiese in höchster Not gegen Edgar retten. Nach Fritz' schwachem Rettungsversuch, stand der Stürmer plötzlich mutterseelenallein vorm Gäste-Kasten. Er scheiterte jedoch (33.) am Bremer Torwart.

Dank eines verwandelten Strafstoß von Torsten Frings gingen die Gäste dann noch vor der Pause in Front. Claudio Pizarro war von Luis Alberto gehalten worden und zu Boden gegangen (39.). Das 1:0 war natürlich hochverdient, denn Werder hatte das Geschehen stets im Griff.

Spielverlauf 2. Hälfte


Nacional-Trainer Manuel Machado stellte in der Pause auf ein System mit zwei Angreifern um und seine Spieler kamen dynamisch aus der Kabine. Nur wenige Sekunden nach Wiederanpfiff setzte der aufgerückte Abwehrspieler Rafik Halliche einen Kopfball knapp einen Metern am Bremer Gehäuse vorbei (46.). Mitten in die stärkste Drangphase der Hausherren hinein, setzte Werder den Nadelstich, der zum 0:2 führte: Marko Marin spielte einen feinen Pass in die Gasse. Aaron Hunt schnappte sich das Leder, passte quer und Claudio Pizarro brauchte nur noch einzuschieben (55.).

Doch völlig unverständlicherweise ließen sich die Bremer dieses Spiel nochmal aus der Hand nehmen. Zwei Standardsituationen reichten Nacional, um zum 2:2 auszugleichen: Zunächst setzte sich Felipe Lopez im Kopfballduell gegen Naldo durch (68.), dann wurde Halliche nach einem Freistoß sträflich allein gelassen (75). Pech für Werder, dass Bargfrede nach einer schönen Kombination Zentimeter neben dem Tor der Hausherren vorbei gezielt hatte (72.). Doch Werder kam noch einmal in die Partie zurück, war in der Schlussphase das aktivere Team und Claudio Piazrro setzte mit einem schönen Schlenzer von der Strafraumgrenze den Schlusspunkt. (84.)

Schlüsselspieler


Bei den Portugiesen gefielen vor allem Torhüter Bracali und Angreifer Edgar.

Werder hatte in Tim Borowski, Tim Wiese und vor allem Marko Marin seine stärksten Akteure.

Schlüsselszene


Das 3:2 nach Pizarros feiner Einzelleistung brachte die Entscheidung der Partie. Zuvor hatte Werder es versäumt, das Spiel schon eher zu entscheiden. Doch kurz vor Schluss war Nacional zu müde, um das Spiel erneut auszugleichen.

Spieler des Spiels


Claudio Pizarro bewies einmal mehr, warum er für Werder in diesen Spielen so wichtig ist. Mit seiner Erfahrung und Cleverness holte er zunächst den Strafstoß heraus und traf später zum 2:0. Mit seinem 3:2 kurz vor Schluss rettete er seiner Mannschaft den Allerwertesten.

Schiedsrichter – Note: 7


Svein Oddvar Moen (Norwegen) zeigte Sebastian Boenisch nach einer Grätsche schon in der Anfangsphase die gelbe Karte. Damit legte er den Maßstab für die folgenden knapp 90 Minuten fest. Der Strafstoß für Werder war eine harte, aber vertretbare Entscheidung.

Spielnote: 6


Was langweilig begann, wurde im zweiten Durchgang doch noch richtig interessant. Stellenweise war es dann ein munteres Spiel, das Werder letztlich verdient gewann.

Das Spiel in der Goal.com-Statistik


 
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