|
|
Spielbericht Europa League: EA Guingamp – Hamburger SV
Gegen den Zweitligisten aus Frankreich hatte der HSV keine Mühe und siegte mehr als deutlich mit 5:1. Damit stehen die Hanseaten quasi schon in der Gruppenphase.
Von Christoph VOGEL
Guingamp. Der Hamburger SV steht nach einem auch in dieser Höhe verdienten 5:1-(3:0-)Sieg gegen EA Guingamp schon fast mit zwei Beinen in der Gruppenphase der Europa League. Schon in den ersten Minuten machte der HSV alles klar, Mladen Petric wurde mit einem Hattrick zum Mann des Abends.
PERSONAL & TAKTIK
Der Außenseiter aus dem 9.000-Seelen-Dorf startete mit einem 4-3-3 System mit Sebastian Grax als Sturmspitze. In der Innenverteidigung spielte auch Bakari Koné, der schon so manchem Erstligisten ins Auge gefallen ist. Thibaut Giresse, der Sohn des ehemaligen Nationalspielers und Europameisters Alain Giresse, musste zu Beginn auf der Bank Platz nehmen.
Beim HSV fehlte Frank Rost aufgrund einer Knochenhautentzündung an der Ferse, dafür stand Ersatzmann Wolfgang Hesl im Kasten. Zudem nicht dabei war Marcell Jansen, der sich im Abschlusstraining verletzte. Für ihn spielte Dennis Aogo, ansonsten lief die Elf vom 4:1-Sieg am Wochenende gegen den BVB auf.
SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE
Kaum war das Spiel angepfiffen, markierte der HSV schon den ersten Treffer: Eljero Elia vernaschte an der Torauslinie zwei Gegenspieler und brachte den Ball in den Strafraum, wo Paolo Guerrero lauerte und zum 1:0 einschoss (7.). Bei Guingamp musste dan schon der erfahrene Grax den Platz verlassen, da er aus einem Zweikampf mit Mathijsen eine Rippenverletzung davongetragen hatte. Doch es ging für die Hamburger munter weiter: Guerrero eroberte im Mittelfeld den Ball und passte auf Mladen Petric, der den Ball aus gut 20 Metern mit großer Wucht unter das Aluminium schoss – 2:0 (11.).
Hamburg war von Beginn nicht nur gedanklich immer einen Schritt schneller als die Franzosen. Zwar nutzten sie eiskalt beide Chancen, doch mehr als 70 % Ballbesitz in den ersten 20 Minuten waren mehr als deutlich. Guingamp blieb in seinen Angriffsbemühungen mehr als harmlos, während der HSV schon früh für die Vorentscheidung sorgte: Der ganz starke Jarolim spielte Guerrero am Sechszehner an, der auf Petric weiterflankt. Dieser versenkte ohne Probleme zum 3:0 (25.).
Dieses 3:0 war auch in der Höhe verdient, da Guingamp im Sturm nur ein laues Lüftchen war und besonders Jarolim im Mittelfeld schalten und walten konnte, wie er wollte. Es boten sich weitere Chancen durch Petric (34.) und einen Torschuss von Zé Roberto nach Hackentrick von Guerrero, doch es blieb zunächst beim Ergebnis. Zwar kam Guingamp in Person von Ogunbiyi zum Ende der Halbzeit etwas besser ins Spiel, aber Hesl im Tor der Hamburger blieb unbeschäftigt. Kurz vor dem Pausentee noch ein Wermutstropfen für den HSV: Jarolim sah nach einer Schwalbe die gelbe Karte und ist nun für die Gruppenphase vorbelastet. Mit dem mehr als verdienten 3:0 ging es dann in die Kabine.
SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE
Für Guerrero kam schon früh der Neuzugang Marcus Berg ins Spiel, der auch direkt seinen ersten Torschuss hatte, doch Trévisan hatte dabei keine Probleme (48.). Zwei Minuten später war es dann soweit: Bei einem Eckball der Hamburger stand Berg goldrichtig und köpfte zum 4:0 ein (50.)! Damit war die Sache endgültig vergessen und Guingamp konnte nur noch auf Schadensbegrenzung aus sein. Wer gedacht hätte, jetzt würden sich die Hamburger für die Partie gegen Wolfsburg schonen, der sah sich getäuscht, denn die Deutschen suchten weiter den Weg nach vorne. Guingamp bemühte sich zwar, aber zu richtig gefährlichen Aktionen reichte es einfach nicht.
Knapp 20 Minuten vor Schluss erarbeitete sich der Zweitligst die erste große Chance: Ogunbiyi passte auf Mathis, der alleine vor Torwart Hesl auftauchte. Dieser kam heraus und der Schuss des Franzosen flog knapp am rechten Pfosten vorbei ins Toraus (67.). Hamburg investierte nun nicht mehr alles und schaltete einen Gang zurück. Guingamp bekam durch den gedrosselten Einsatz des HSV mehr Spielanteile, doch Gefahr kam dennoch nicht auf, im Gegenteil: Petric vollendete einen Konter sprintstark zum Hattrick (86.). Ein Bock von Hesl brachte den Gastgebern noch den Ehrentreffer: Nachdem er kurz zuvor überragend gegen Mathis gerettet hatte, ließ er den Schuss von Deroff zum 1:5 durch die Beine rutschen (86.). Nach wenigen Minuten Nachspielzeit war dann die Partie gelaufen und Hamburg konnte sich von den mitgereisten Fans feiern lassen.
SCHLÜSSELSPIELER
Bei den Franzosen fiel kein Spieler sonderlich auf, weshalb die Schlüsselspieler in den Reihen der Nordlichter zu suchen sind: Jarolim und Petric zeichneten sich besonders in der ersten Hälfte durch viel Spielwitz und Offensivgeist aus, der Guingamp schon früh in die Knie zwang.
SCHLÜSSELSZENEN
Das erste Tor von Guerrero in der 7. Minute brach schnell die Moral der Franzosen. Das zweite Tor von Petric setzte schon den Deckel auf die Partie, da die Überlegenheit schnell klar wurde. Zwei Chancen, zwei Tore – davon erholte sich Guingamp nicht mehr.
SPIELER DES SPIELS: Mladen Petric
Der Kroate im Angriff des HSV nutzte das Spiel gegen Guingamp um sich so richtig für die Bundesliga warm zu schießen. Drei Treffer erzielte Petric, zwei davon in der ersten Hälfte. Beim dritten Tor bewies er seine Schnelligkeit und zeigte enorme Torgefahr, auch wenn die Abwehr der Franzosen viel zuließ.
FAZIT
Teilweise 75 % Ballbesitz für Hamburg sind ein klares Zeichen und auch das 5:1 ist vermutlich noch zu niedrig ausgefallen. Der Bundesligist demontierte die Franzosen schon in der ersten Hälfte und ließ keinen Zweifel daran, wer in diesem Duell den Platz als Sieger verlassen würde. Guingamp konnte das Tempo nicht mitgehen und kam nur höchst selten vor das Tor von Ersatztorwart Hesl. In dieser Höhe verdient und der HSV steht mit mehr als einem Bein in der Gruppenphase.
Schiedsrichter: Marcin Borski (Polen)
Spielnote: 2, der HSV beeindruckte mit schnellem und kombinationssicheren Spiel, bei dem die Heimmannschaft nicht mithalten konnte. Daher auch etwas einseitig, doch durch die vielen Tore unterhaltend.
Tore: 0:1 Guerrero (7.), 0:2 Petric
(11.), 0:3 Petric (26.), 0:4 Berg (50.), 0:5 Petric (86.), 1:5 Hesl (88., Eigentor)
Gelbe Karten: Deroff, Diallo – Jarolim, Boateng, Tesche
Das Spiel in der GOAL.com-STATISTIK
Eure Meinung: Hat der HSV nun genug Selbstvertrauen, um am Wochenende auch den Meister aus Wolfsburg zu schlagen?
-
Teenager-Tränen: Als Cristiano Ronaldo bei der Heim-EM 2004 nur Zweiter wurde
EXKLUSIV - Goal.com veröffentlicht exklusive Inhalte aus Luca Caiolis Buch „Ronaldo: Leidenschaft zur Perfektion“. Heute dreht sich alles um das Finale der EM 2004.
-
Sieger, Enttäuschungen, Torschützenkönig: Die Goal.com-Redaktionstipps zur EM
Bald geht es endlich los - der Startschuss zur Euro fällt! Die Goal.com-Redaktion hat im Kicktipp-EM-Spezial einmal einige Szenarien durchgespielt und diverse Tipps abgegeben.
-
Eden Hazard und die Geschichte des Millionentransfers, der ihn zu Chelsea führte
Es ging um richtig viel Geld, als der belgische Shootingstar beiden Großklubs aus Manchester absagte und an die „Stamford Bridge“ wechselte. Dort macht er nun so richtig Kasse.
-
Starte dein eigenes Tippspiel auf Kicktipp.de!
Ob Bundesliga, Fußball International oder EM 2012 - Tippe jetzt online gegen Freunde und Kollegen in deiner eigenen Tipprunde