Spielbericht UEFA-Cup: Lech Posen - Udinese Calcio

In der ersten Hälfte der Partie hielt der Außenseiter aus Polen sehr gut mit, die Tore schoss nach der Pause allerdings zunächst der Favorit. Durch Kampf und Willen kam der Gastgeber aber noch zum viel umjubelten Ausgleich.

Fabio Quagliarella - Udinese-Juventus - Serie A (Grazia Neri)

Von Christoph VOGEL

Posen. Die Rollen waren im Vorfeld klar verteilt: Udinese Calcio nahm klar die Favoritenrolle ein, während Lech Posen auf eine Überraschung spekulierte. Die erste Hälfte besaß kaum Höhepunkte, doch ein Doppelschlag nach der Pause sorgte für Unmut bei den Polen. Posen gab jedoch keineswegs auf und kam durch eine starke Willensleistung noch zum letzten Endes verdienten Ausgleich.

Spiel unter schweren Bedingungen

Das Spiel in Posen gestaltete sich schwierig, denn der Winter in Polen beschehrte den Mannschaften ein schneebedeckten, harten Untergrund. Atemberaubende Kombinationen waren demnach bereits im Vorfeld der Partie eher weniger zu erwarten. Von Beginn an war zu erkennen, dass beide Mannschaften dieses Spiel sehr ernst nahmen. Lech Posen, aktuell Tabellenführer der polnischen Ekstraklasa, begann mit einem 4-2-3-1. Der Peruaner Hérnan Rengifo fungierte dabei als alleinige Sturmspitze. Udinese setzte dem ein klassisches 4-4-2 entgegen, wobei Fabio Quagliarella und das chilenische Sturmtalent Alexis Sanchez die Tore schießen sollten. Kleinere Fouls unterbrachen zunächst oftmals den Spielfluss und auch aufgrund der gebenen Rasenbedingungen kamen nur selten flüssige Kombinationen zustande.

Keine Tore in Hälfte Eins

In der ersten Hälfte, die an Aufregern recht arm war, agierte die Mannschaft aus der Serie A konzentrierter. Die Italiener verlegten ihre Bemühungen hauptsächlich darauf, in der Verteidigung gut zu stehen, was weitesgehend über die ersten 45 Minuten auch gelang. Dennoch gelang es, mit Torschüssen von Quagliarella und Sanchez den Torhüter der Polen, Ivan Turina, zum Eingreifen zu zwingen. Lech Posen kam durch Rafal Murawski und vor allem Robert Lewandowski über die rechte Seite zu Aktionen. Mehr als das ein oder andere Gewühl im Strafraum sprang aber dennoch nicht raus und beide Teams gingen mit dem 0:0 in die Kabine.

Doppelschlag durch die Gäste

Nach der Pause jedoch sollte durch einen Standard schnell der erste Treffer der Partie fallen: nach einem Freistoß von Links konnte Nationalstürmer Fabio Quagliarella völlig frei im Strafraum zum 1:0 einköpfen (49.). Bereits fünf Minuten später dann der nächste Schock für Posen, denn einen Schuss kann Lech-Torhüter Turina nur abklatschen – genau vor die Füße von Manuel Arboleda, von wo das runde Leder in den Kasten springt (54.). Die Polen haben kurz darauf die Chance auf den Anschlusstreffer, doch Semir Stilic trifft nach einem Schuss aus knapp zwölf Metern nur die Latte. Posen schien nun aus der Schockstarre aufgewacht zu sein, denn Murawski verfehlte nach einer Ecke das Tor um wenige Zentimeter.

Posen drängt

In der Folgezeit versuchte der polnische Tabellenführer nun mit allen Mitteln mindestens einen Treffer zu erzielen, doch das Glück war nicht auf ihrer Seite. Zudem wusste Udinese-Schlussmann Samir Handanovic sich ein ums andere mal auszuzeichnen. In der 80. Minute jedoch dann endlich das Tor für Posen: Hérnan Regifo schob den Ball nach einer Hereingabe im Strafraum zum 1:2 über die Linie. Nicht einmal drei Minuten später dann sogar der Ausgleich: eine Ecke seegelt in den Strafraum und eine Kopfballverlängerung landet beim Unglücksraben des 0:1, bei Arboleda, der den Ball nur noch ins Tor zu schießen braucht (83.). In der Nachspielzeit hatte Stilic sogar noch die Chance zum Siegtreffer (92.), doch letztendlich bleibt es beim 2:2.

Udinese mit leichtem Vorteil

Die Zuschauer sahen eine packende Partie, in der hauptsächlich die zweite Hälfte das Eintrittsgeld wert war. Udinese Calcio geht nach diesem Unentschieden nun mit dem Vorteil von zwei Auswärtstoren ins Rückspiel, möglich ist nach diesem Auftritt des Außenseiters aus Polen aber noch alles.



 
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