thumbnail Hallo,

Sami Khedira will WM-Titel: "So wird man zu Helden"

Der frische genesene Mittelfeldspieler hat eine lange Leidenszeit hinter sich. Die erste Belohnung war der CL-Sieg - doch der Hunger auf mehr ist groß.

Mönchengladbach. So richtig aufsaugen konnte Sami Khedira ihn noch nicht, den Champions-League-Triumph mit Real Madrid. Die fehlende Zeit stört ihn aber nicht: "Schließlich haben wir alle jetzt ein noch größeres Ziel vor Augen." Konkret heißt das: WM-Finale am 13. Juli in Rio de Janeiro - möglichst mit einem positiven Ausgang.

Dass Khedira das Großereignis in Brasilien überhaupt so hautnah miterleben wird, war nach seinem Kreuzbandriss im vergangenen November lange vollkommen unklar. Er erinnert sich im Kicker-Interview mit Grauen: "Ich war top drauf und obenauf, und auf einmal wird dir alles unter den Füßen weggezogen. Das war brutal hart."

Die ersten Wochen nach dem Schock seien die schlimmsten überhaupt gewesen: "Weil ich nichts machen konnte, weil ich oft alleine war und sehr viel Zeit zum Nachdenken hatte." Und er dachte nach, die Verletzung brachte ihm die Erkenntnis, seine Verbissenheit hier und da zurückzuschrauben. "Der Fußball ist Hauptbestandteil meines Lebens, aber er ist nicht alles im Leben", weiß der 27-Jährige nun.

Spaß an der "Schinderei"

Die Gefahr als ständig zu Höchstleistungen angetriebener Profi, zwischenmenschliche Dinge weit hintan zu stellen, sei groß. Nur noch von Spiel zu Spiel zu denken ein Fehler. "Aus diesem Trott wurde ich rausgerissen", gewinnt Khedira den schweren Monaten positive Aspekte ab. Sogar der "Schinderei" für das Comeback: "Mir hat die harte Reha-Arbeit auch sehr viel Spaß gemacht."

Nun gilt es, in den nächsten zwei Wochen bis zum WM-Auftakt die optimale Fitness zu erreichen. Der ehemalige Stuttgarter verbreitet Optimismus, ist zufrieden mit seinem Knie: "Das Vertrauen war schnell wieder da, weil wir schon zu Beginn der Reha daran gearbeitet haben." Daher ist er "sehr, sehr zuversichtlich, dass ich im ersten Spiel fit sein werde und in guter Form auflaufen kann."

Helden und Legenden

Die Marschroute für das gesamte Turnier ist im DFB-Team eindeutig vorgezeichnet. "Das Ziel ist, am Ende den Pokal in Händen zu halten", nimmt Khedira die Titelmission ins Visier. "So wird man zu Helden und später im Leben zu Legenden."

Als entscheidende Voraussetzung führt der Real-Akteur an, wie bei der WM 2010 wieder mehr als kompakte Einheit zu verteidigen. Nur mit schönem Spiel in die Spitze gewinne man keine Trophäen. Daher Khediras Appell an die Offensivspieler: "Ein bisschen mehr arbeiten, ein bisschen weniger glänzen und dafür am Ende den Titel holen."

Unerlässlich für Erfolge sei zudem eine verschworene Gemeinschaft innerhalb des Kaders. Dabei sei jeder Einzelne gefragt. "Wir müssen diesen WM-Spirit von innen heraus entwickeln, den kann niemand künstlich durch Maßnahmen oder sonst etwas von außen beeinflussen."

Dazugehörig