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Nach dem 2:0 bei der Eintracht hat Bayer die Qualifikation für die Königsklasse weiter in der eigenen Hand. Noch wollen Bosse und Spieler des Werksteams davon aber nichts wissen.

Frankfurt. Rudi Völler hob sofort mahnend den Zeigefinger. "Wir dürfen jetzt nicht denken: Och jetzt geht es von alleine, wir sind schon durch", sagte Bayer Leverkusens Sportchef mit ernster Miene: "Wir sind definitiv noch nicht durch. Wir müssen gegen Werder Bremen gewinnen, das ist einfach Fakt."

Trotz des 2:0 (2:0) bei Eintracht Frankfurt am vorletzten Spieltag der Fußball-Bundesliga kann der Werksklub noch immer nicht mit den Millionen aus der Champions League planen, oder zumindest mit der Chance auf die Qualifikation dafür. Durch die Erfolge des VfL Wolfsburg und von Borussia Mönchengladbach droht weiterhin der "Absturz" in die Europa League - der rund 20 Millionen Euro kosten würde.

"Dass die anderen Mannschaften auch nachgelegt haben, war ein bisschen zu erwarten", sagte Völler und legte mit Blick auf das Endspiel gegen Bremen am kommenden Samstag nach: "Aber wir haben es in der eigenen Hand, wir werden alles dafür tun - auch wenn es schwer wird."

Dass Bayer überhaupt mit 58 Punkten auf Platz vier vor den Wölfen (57) und Mönchengladbach (55) steht, liegt zu großen Teilen an Interimstrainer Sascha Lewandowski. "Du wirst am nächsten Wochenende wohl als erfolgreichster Bayer-Trainer der Geschichte abtreten", scherzte sogar Eintracht-Coach Armin Veh während der Pressekonferenz. Seit Lewandowski das zu diesem Zeitpunkt völlig verunsicherte Team Anfang April übernommen hat, holte Bayer zehn Punkte aus vier Spielen.

Völler sieht gelöste "Blockaden"

"Nach dem Trainerwechsel wollte sich jeder wieder beweisen", sagte Emre Can, der nach dem Führungstreffer von Gonzalo Castro (27.) bereits früh für klare Verhältnisse gesorgt hatte (36.): "Das sieht man schon im Training, da ist mehr Feuer drin." Völler sprach von gelösten "Blockaden".

Die Früchte von Lewandowskis Arbeit wird allerdings Roger Schmidt ernten, der im Sommer von RB Salzburg nach Leverkusen wechselt - und eben nicht zur Eintracht nach Frankfurt, die den früheren Paderborner auch heftig umworben hatte. "Es ist nicht so, dass wir der Eintracht Roger Schmidt abgeluchst haben", sagte Völler bei Sky: "Sondern er war immer noch in der Entscheidungsfindung, ob er in Salzburg bleibt. Wir sind auch ein Verein, da kann man schon mal hingehen."

Emotionaler Veh-Abschied

Frankfurt steht deshalb weiterhin ohne einen Nachfolger für Veh da, der am Samstag emotional vom Großteil der 51.000 Zuschauer verabschiedet wurde. "Das ist etwas, wofür man arbeitet, wenn man ein paar Jahre im Geschäft ist", sagte der 53-Jährige, der seine nächste Station zumindest noch nicht offiziell verkündet hat: "Das ist etwas Besonderes, was ich immer in Erinnerung halten werden."

Allerdings hatte der Coach auch alle Zeit der Welt, seinen Abschied zu genießen. Den Klassenerhalt hatten die Hessen bereits am Spieltag zuvor perfekt gemacht, das Spiel des Veh-Teams wirkte entsprechend langsam und unmotiviert. "Wir hätten zwar gerne etwas geholt, aber das war für mich nicht so entscheidend", sagte Veh: "Solche Situationen machen das Trainerleben schön, das werde ich nie vergessen."

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