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Paul Breitner: "Nur drei Bayern-Spieler sind unersetzbar"

Der Markenbotschafter des Rekordmeisters hebt die Stärke der Mannschaft hervor, spricht über unersetzbare Spieler, zwei brutale Positionen und ein Beinahe- Engagement beim HSV.

München. Paul Breitner spricht sehr selbstbewusst über die Macht des FC Bayern München und hat keine Angst vor jeglichen Gegnern in der Champions League. Er lobt Pep Guardiola in den Himmel und freut sich vor dem Aufeinandertreffen mit Arsenal über den qualitativ gut bestückten Kader, bei dem Ausfälle nicht mehr so ins Gewicht fallen.

Der Weltmeister von 1974 sieht die Gunners nicht als das schwierigste Los im Achtelfinale der Königsklasse. Die Gründe dafür liegen seiner Meinung nach auf der Hand: "Weil wir eine Mannschaft haben, die in Normalform klar besser ist als die von Arsenal", sagt er im Interview mit der Welt, stellt jedoch auch klar: "Erreicht die Mannschaft nur 80 Prozent, dann wäre auch zum Beispiel Zenit St. Petersburg ein zu großer Gegner."

Neuer, Ribery und Lahm unersetzbar

Der FC Bayern schaut nicht gerne auf andere Vereine. Man kümmert sich lieber um sich selbst. "Mia san Mia" ist das Motto: "Seit ich beim FC Bayern bin, interessieren uns primär weder FC Arsenal noch der FC Barcelona. Primär sind wir daran interessiert, die eigene Stärke auf den Platz zu bringen", betont Breitner.

Bayerns Markenbotschafter gibt zu verstehen, dass "der FC Bayern derzeit die beste Mannschaft (ist, Anmerkung der Red.), die existiert". Dennoch unterschätzt man "Arsenal (nicht) auch nur ansatzweise." Das liegt aber nicht daran, dass Franck Ribery und Xherdan Shaqiri ausfallen, da "die Ausfälle in dieser Saison bislang nicht annähernd die Rolle gespielt (haben) wie in den vergangenen Jahren" und "beinahe jeder Spieler zu ersetzen" ist.

Einzige Ausnahmen: Manuel Neuer, Franck Ribery und Philipp Lahm gehören für Breitner nicht dazu. Es gäbe zwar "viele Lösungen", aber "zu 100 Prozent (seien sie) aber nicht zu ersetzen."

Stürmer und Keeper haben es nicht leicht

Über die Situation in der Bundesliga macht sich der ehemalige Bayern-Profi keine Sorgen. Denn dort benötige man "gegen mindestens ein Dutzend der Mannschaften nicht die Topleistung", wie er selbstsicher betont. Die Bayern wissen immer, wie sie das Spiel gewinnen können: "Wenn es spielerisch nichts geht, weiß sie auch, sich auf die grundsätzlichen Dinge des Spiels zu konzentrieren und einen Sieg kämpferisch zu schaffen."

Dabei fallen ihm vor allem die "vielen perfekten Ideen" des Trainers auf. Diese machen "die Qualität des Kaders noch wertvoller", obwohl er Breitners Ansicht nach der "weltweit" Beste ist.

Der 62-Jährige weiß um die Bürde des Stürmer-Daseins in Anlehnung an den schwierigen Stand von Mario Mandzukic unter Trainer Pep Guardiola. Gerd Müller habe das Tor phasenweise auch nicht getroffen. Doch diese Fehler sind seiner Meinung nach nur auf zwei Positionen "brutal und sofort für jeden erkennbar". Dabei handelt es sich um die Position des Torwarts und des Stürmers: "Im Mittelfeld kannst du dich verstecken, das geht im Sturm nicht", verrät er im Interview.

HSV hatte mehrmals Interesse

Als Spieler erhielt Breitner mal ein Angebot des HSV, welches er auch beinahe angenommen hätte. Und auch vor ein paar Jahren wurde er zweifach angefragt, den Verein zu übernehmen. Die Gründe für seine Absage: "Weil ich zehn Jahre zu alt war für einen verantwortlichen Job, wie zum Beispiel den des Vorstandsvorsitzenden. Wäre ich jünger gewesen, hätte mich das Ganze sehr gereizt", gibt er offen zu.

Die momentane Situation in der Hansestadt sieht er folgendermaßen: "Was wir derzeit sehen, ist die Summe von Fehlern, die schon vor vier oder fünf Jahren begangen wurden. In dem Verein ist viel zu viel Unruhe, man kann sich auch immer wieder selbst ein Bein stellen. Die Mannschaft ist nicht so schlecht, wie es der Tabellenplatz derzeit aussagt. Sie wurde aber über Monate immer wieder verunsichert – und kann diese Verunsicherung nicht abschütteln."

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