thumbnail Hallo,

Ein Jahr war Jens Keller bei Schalke 04 im Amt, als der Gegner für das Achtelfinale in der Königsklasse gezogen wurde. Ob er die Reise überhaupt antreten darf ist unklar.

Gelsenkirchen. Zur Feier des Tages gab es Real Madrid. Jens Keller war genau ein Jahr beim FC Schalke 04 im Amt, als den Königsblauen am Montag der spanische Rekordmeister zugelost wurde. Ob der 43-Jährige im Achtelfinale der Champions League noch auf der Trainerbank sitzen wird, erfährt er noch vor Weihnachten.

"Das ist ein tolles Los", sagte Keller nach der Auslosung: "Sich mit dem berühmtesten Fußballklub der Welt mit Spielern wie Cristiano Ronaldo, Iker Casillas oder Gareth Bale messen zu können: Darauf freuen wir uns riesig."

Dass Thomas Schaaf schon als sein Nachfolger feststehe, dementierten die Königsblauen. "Die Meldung ist falsch und entspricht nicht den Tatsachen", erklärte Pressesprecher Thomas Spiegel. Die Ruhr Nachrichten und die Recklinghäuser Zeitung hatten berichtet, dass sich Sportvorstand Horst Heldt mit dem langjährigen Bremer Coach auf ein Engagement ab Jahresbeginn geeinigt habe.

Heldt: "Der Trainer ist der Hauptverantwortliche"

Den Berichten zufolge sollte der Aufsichtsrat am Montag über die Trainerfrage entscheiden. Heldt hatte allerdings nach dem 2:0 (1:0) gegen den SC Freiburg am Sonntag erneut betont, dass die Entscheidung über Kellers Zukunft nach dem letzten Hinrundenspiel am kommenden Samstag beim 1. FC Nürnberg fallen werde.

"Es bleibt dabei, dass wir nach dem Spiel in Nürnberg Bilanz ziehen", sagte Heldt: "Wir werden eruieren, was gut und was schlecht war und was wir besser machen müssen, um uns für die Rückrunde neu aufzustellen." Dabei gehe es nicht nur um Keller, "aber der Trainer ist der Hauptverantwortliche".

Keller schien sich nach dem mühsamen und in der ersten Hälfte absolut unansehnlichen Sieg gegen den Abstiegskandidaten Freiburg selbst ein wenig zu wundern, dass er ein Jahr nach seiner Beförderung immer noch Cheftrainer war. "Es hat keiner damit gerechnet, dass ich so lange bleibe", sagte der 43-Jährige.

Papadopoulos-Comeback viel umjubelt

Heldt bemühte sich indes, den Eindruck zu vermeiden, dass die Entscheidung gegen den umstrittenen Coach im Prinzip schon gefallen sei. "Ich habe nie gesagt, dass wir definitiv nicht mit Jens Keller in die Rückrunde gehen werden", sagte er.

Viele Argumente für eine Weiterbeschäftigung lieferten seine Spieler gegen Freiburg nicht. Erneut fehlte jegliches Konzept, zudem häuften sich die individuellen Fehler alarmierend. Keller versuchte, die erschreckend schwache Leistung mit den "sehr, sehr vielen Verletzten" zu erklären. Er nehme den Sieg gerne mit, dabei war "egal, ob überzeugend oder nicht".

Immerhin sorgte er mit einer Maßnahme für großen Jubel in der Veltins-Arena: Als er zwei Minuten vor Schluss Fan-Liebling Kyriakos Papadopoulos einwechselte, war das schlechte Spiel vergessen. 60.000 feierten den Griechen, der nach 13-monatiger Leidenszeit sein Comeback gab. "Ich bin fit und fühle mich bereit, wieder zu spielen", sagte der 21-Jährige: "Ich kann dem Team helfen." Zunächst half er Keller: Pfiffe und andere Unmutsbekundungen blieben im kollektiven Jubel aus.

EURE MEINUNG: Kann Schalke gegen Real die Sensation schaffen?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal auf
oder werde Fan von Goal auf !

Dazugehörig