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Das seifige Geläuf und die Moskauer Gegenwehr erschwerten Bayern den Spielaufbau. Trotzdem verzichtete Guardiola diesmal auf größere Anpassungen von außen.

Moskau. In der eisigen Kälte von Moskau konnte sich Pep Guardiolas Mannschaft schadlos halten. Bayern München war aber keineswegs souverän und ließ ZSKA zu einigen Chancen kommen. Der meist unauffällige Star war wieder einmal Toni Kroos.

Im Vergleich zum Spiel in Dortmund veränderte Pep Guardiola die Startaufstellung nur geringfügig. Für den verletzten Mario Mandzukic bot er Mario Götze als nominelle Spitze auf. Ansonsten gab es lediglich kleinere Umstellungen innerhalb der 4-1-2-3-Grundformation. Javi Martinez spielte von Beginn an als stabiler Sechser und übernahm dabei die Aufgaben Philipp Lahms aus der Begegnung gegen Borussia Dortmund.

Häufig kippte der Spanier zwischen die beiden Innenverteidiger und dadurch entstand im Aufbau eine klare Dreierkette. Die Außenverteidiger rückten ihrerseits hinter dem ersten Drittel weit auf, aber ab der Mittellinie verstärkt ins Zentrum. Diese Komponente ist in Guardiolas System immer wieder zu erkennen. Lediglich die Höhe, bei welcher die beiden in die Mitte einklappen, variiert.

Aggressive Attacken von ZSKA

Im Verlauf der Begegnung waren häufig Schwierigkeiten bei der Spieleröffnung zu erkennen, sofern Ahmed Musa und Keisuke Honda aggressiv anliefen. Durch die schlechten Verhältnisse wurde augenscheinlich auch die Pressingresistenz vermindert. Nicht immer konnte sich Bayern aus Drucksituationen durch die gewohnte Ballsicherheit und Übersicht befreien. Zum Beispiel wies Jerome Boateng eine Passquote von nur 83 Prozent auf.

TONI KROOS - Spieldaten

Ballkontakte
Pässe
Passgenauigkeit (in %)
Angekommene lange Bälle
Erfolgreiche Dribblings
Balleroberungen

*Daten von WhoScored.com
125
109
91
11
2
3

Trotz ständiger Rotation war es für die Münchner nicht leicht, ihre Ballzirkulation durchzuziehen. Phasenweise standen die ZSKA-Linien eng, versuchten das Passspiel zu unterbinden. Interessant: Guardiola verzichtete auf größere Anpassungen und vertraute seiner Ausrichtung.

Der Katalane bevorzugt im Mittelfeld in der Regel eine gestaffelte Achteraufteilung. In der ersten halben Stunde war zumeist Lahm bis zu seiner Auswechslung der höher stehende Achter, während Kroos vermehrt als erste zentrale Anspielstation für den Aufbau diente. Auffällig war zudem die teilweise breitere Ausrichtung der Doppelacht in höheren Räumen. Kroos spielte dann eher im linken Mittelfeld und agierte zusammen mit David Alaba auf dieser Seite.

Dies hatte zur Folge, dass Thomas Müller konstanter in der Zentrale blieb und selbst Arjen Robben zuweilen in Götzes Schatten oder neben dem vordersten Spieler agierte. Dadurch besetzten die Bayern sehr gut den Zehnerraum und versuchten zwischen die beiden Moskauer Ketten zu gelangen.

Stratege Kroos

Gerade mit zunehmender Spielzeit wurden die Räume größer, sofern die ersten Pressinglinien der Gastgeber überspielt wurden, dadurch kam auch Götze besser ins Spiel, der vor allem Effektivität entwickelte, wenn er sich fallen ließ und entweder den Ball zum Dribbling aufnahm oder sich in die Zirkulation einbringen konnte.

Toni Kroos blieb seinerseits in der zweiten Halbzeit in einer mittigen Achterposition, war weiterhin wichtiger Spielgestalter der Bayern. Er hatte die mit Abstand meisten Ballkontakte, er spielte die meisten Pässe und gab in vielen Situationen den Rhythmus vor. Insgesamt war es wieder eine Partie, in der Kroos unter Beweis stellte, dass er häufig das Gehirn der Bayern ist. Zudem konnte er, in Phasen als Bayern unter Druck geriet, für Ballsicherheit sorgen. 

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