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Nach dem torlosen Remis in Bukarest muss Schalke das Vorrundenfinale gegen den FC Basel unbedingt gewinnen. Sonst ist die Champions League schon im Dezember vorbei.

Bukarest. Als die Mannschaft von Schalke 04 mit Flug AB 1005 ihre Heimreise antrat, lag Bukarest unter einer Schneedecke. Sie schien für manch einen auch die graue Realität zu verhüllen. "An unserer Ausgangsposition hat sich nichts geändert", behauptete Trainer Jens Keller nach dem tristen 0:0 beim krassen Außenseiter Steaua Bukarest.

Dabei hatte sein Team gerade seinen einst komfortablen Vorsprung vollständig verspielt, nur noch ein Sieg im Vorrundenfinale am 11. Dezember gegen den FC Basel kann den Bundesliga-Sechsten in der Königsklasse halten. "Wir freuen uns jetzt auf das Endspiel", sagte der Coach allen Ernstes. Einen Tag zuvor hatten alle noch davon geredet, dass sie einen Showdown im letzten Gruppenspiel unbedingt vermeiden wollten.

Heldt: "Egal, so blöd es sich auch anhört"

Sportvorstand Horst Heldt war die Nullnummer im Schneetreiben in der Nationalarena sogar "am Ende egal - so blöd es sich auch anhört". Weil Basel überraschend 1:0 gegen Tabellenführer FC Chelsea gewann, war der vorzeitige Einzug ins Achtelfinale sowieso nicht möglich. Das Abrutschen auf Platz drei sei weniger schlimm - im Gegenteil: "Wir wissen jetzt, woran wir sind, dass wir gewinnen müssen", meinte Heldt.

Wenn in zwei Wochen gegen Basel ein Remis gereicht hätte, hätte er "nicht so ein gutes Gefühl gehabt, wir sind nicht so gut in Unentschieden", sagte der Manager - nach der fünften Punkteteilung der Saison.

Dass die königsblaue Millionentruppe nach 90 schwachen Minuten gegen die seit 17 Jahren in der Champions League zu Hause sieglosen Rumänen mit dem 0:0 noch gut bedient war, blieb in den Schalker Analysen unerwähnt. Stattdessen führte Keller die Personalsituation als Entschuldigung an. "Wir reden im Moment von neun Ausfällen", sagte der Trainer.

Offensivstar Kevin-Prince Boateng und Jungnationalspieler Julian Draxler fehlten in der Tat an allen Ecken und Enden, nicht nur der 18-jährige Max Meyer vermisste "einen Schuss Kreativität und Torgefährlichkeit".

Der verletzte Torhüter Timo Hildebrand hingegen wurde von Ralf Fährmann, der sein Champions-League-Debüt gab, ordentlich vertreten. Mehrmals verhinderte der 25-Jährige, der nach langer Verletzungspause erst sein zweites Spiel in zwei Jahren bestritt, einen Rückstand. Die "eine oder andere Unsicherheit" sei "normal, wenn man so lange nicht gespielt hat", äußerte Keller.

Boateng gegen Stuttgart einsatzbereit

Glück hatte Fährmann, als er bei einer misslungenen Faustabwehr Steaua-Stürmer Federico Piovaccari zu Boden boxte, der niederländische Schiedsrichter Bas Nijhuis aber nicht auf Elfmeter entschied (68.). "Ich brauche noch ein paar Spiele, um bei 100 Prozent zu sein", gab der Keeper zu. Ob er sie bekommt, ist fraglich. Denn Hildebrand dürfte nach seiner Genesung wieder die Nummer eins sein.

Ärgerlicher war Boatengs Ausfall. Dass der 26-Jährige schon vor dem Anpfiff abgereist war, lag vor allem - so die Schalker Verantwortlichen - an dessen Länderspielreise mit Ghana. "Die Statik seines Knies bedarf einer ständigen Kontrolle", erklärte Heldt. Die notwendige Behandlung in München sei wegen der WM-Qualifikation nicht möglich gewesen. Jetzt jedoch sei sein sensibles linkes Knie wieder belastbar: "Er hat schon grünes Licht gegeben." Am Samstag gegen den VfB Stuttgart "ist er auf jeden Fall einsetzbar - zu 100 Prozent", so Heldt.

Der grippegeschwächte Draxler kam immerhin noch in der Schlussphase zum Einsatz und hatte sogar den Siegtreffer auf dem Fuß. Er hätte nichts geändert - wenn man Keller und Heldt glauben will.

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