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Mit Edinson Cavani zündeten die Franzosen im Sommer die große Transferbombe. Es liegt nun an Laurent Blanc, wie er dessen Variabilität neben Superstar Zlatan Ibrahimovic nutzt.

Paris. Paris Saint-Germain hat sich in diesem Sommer mit der Verpflichtung von Edinson Cavani nochmals signifikant verstärkt. Im Offensivspiel des amtierenden französischen Meisters ergeben sich dadurch neue Möglichkeiten - und Trainer Laurent Blanc hat in den letzten Spielen einige Kombinationen ausprobiert.

War Zlatan Ibrahimovic in der vergangenen Saison noch der uneingeschränkte offensive Führungsspieler, in der Rückrunde häufig von Ezequiel Lavezzi und Lucas Moura flankiert, so ergibt sich diese Saison ein etwas anderes Bild. Der Franzose kann dabei beispielsweise auf ein 4-2-2-2 setzen und Ibrahimovic sowie Cavani in vorderster Reihe aufbieten.

Situativ lässt sich dabei einer fallen, bietet den Anspielanker. Mit zwei verstärkt starren Neunern kann PSG nicht agieren. Cavani ist in diesem Fall sehr gut dafür geeignet, um sich in die Räume hinter Ibra fallen zu lassen.

Der Uruguayer zeigte auch in seiner Zeit beim SSC Neapel in der Regel ein sehr laufintensives Spiel, wurde für seinen Einsatzwillen gefeiert. Eine Szene im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinales gegen den FC Chelsea war dafür symptomatisch. In der Verlängerung mimte Cavani kurzzeitig eine Art Libero. Ob der Spielweise kann der 65-Millionen-Euro-Einkauf mit Ibrahimovic im Zentrum harmonieren, da beide kaum zur selben Zeit in dieselben Zonen stoßen.

Außenbahn oder Zentrum?

Eine andere Facette könnte sich Blanc zunutze machen, wenn er den Uruguayer etwa im 4-3-3-System auf die Außenbahn zieht, was in den letzten Spielen des Öfteren der Fall war. Cavani kennt das Flügelspiel aus der uruguayischen Nationalmannschaft, wo er für Luis Suarez oder Diego Forlan häufig auf die Außenbahn ausweicht.

Dort bewies er in der Vergangenheit, dass er defensiv mannorientiert gegen gegnerische Außenverteidiger arbeiten kann und zugleich durch Einrücken neue Pressing-Möglichkeiten schafft. Zudem kann Cavani durch seinen Zug nach innen die gegnerische Kette ins Zentrum drücken und für die Mitspieler auf der jeweiligen Seite Platz schaffen.

ZLATAN IBRAHIMOVIC & EDINSON CAVANI
Ligue 1 und Champions League 

Einsätze:
16

Tore:
15

Vorlagen:
 3

Passquote:
74,6%

Schlüsselpässe pro Spiel:
1,7

Schüsse pro Spiel: 5,4
Ligue 1 und Champions League
 
Einsätze: 12

Tore:
12

Vorlagen:
 0

Passquote:
85%

Schlüsselpässe pro Spiel: 
0,6

Schüsse pro Spiel: 
2,7

Ein wichtiger Aspekt des Pariser Offensivspiels ist die Anbindung der zentralen, defensiven Mittelfeldspieler zu den vorderen Linien. Blanc vertraute bei vorherigen Stationen tiefer stehenden Sechsern sowie Achtern und einer entsprechenden Ballzirkulation. Spieler wie Blaise Matuidi oder Thiago Motta finden zuweilen noch nicht konstant die Verbindung nach vorne.

Beide Genannten sind genauso wie Top-Talent Marco Verratti sehr passsicher. Allerdings fehlen in manchen Partien noch die Zuspiele in die Vertikale. Deshalb wird immer wieder der Ruf nach Javier Pastore laut, der bei Blanc einen schlechten Stand hat.

Mit Pastore zu unausgewogen

Der Argentinier spielte am letzten Wochenende beim 3:1 gegen OGC Nizza von Beginn an, übernahm dabei eine hybride Position zwischen zentral-offensivem und linkem Mittelfeld. Zuweilen ergab sich dadurch eine Raute, bei der Cavani mehrheitlich die rechte Seite hielt und Linksverteidiger Maxwell seinen Flügel im Solo bearbeitete.

Diese eher unausbalancierte Formation bildet gegen Mannschaften aus dem mittleren oder unteren Drittel der Ligue 1 keine großen Probleme und die Offensivspieler können in manchen Situationen zocken. Für die entscheidenden Spiele in der Champions League dürfte dies allerdings keine Option sein. Somit bleibt die Frage, wie Blanc künftig seine Achter-Sechser-Verteilung und die Verbindungen zu Ibrahimovic und Cavani gestalten möchte.

Insgesamt gibt der Kader der Pariser einige Variationsmöglichkeiten her und Blanc kann unterschiedlichste Grundformationen sowie Anpassungen im Spiel anwenden. Ibrahimovic ist im Sturmzentrum gesetzt. Cavani kann hingegen zwischen Positionen hin- und herwechseln, ermöglicht sowohl größere Breite und die Chance des Abkippens sowie Verbindungsaufbaus zu den Pariser Achtern.

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