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Gegen Borussia Dortmund wollte Mesut Özil erneut unter Beweis stellen, dass er die Erwartungen des FC Arsenal erfüllen kann. Das gelang ihm nur teilweise.

ANALYSE
Von Constantin Eckner

Beim 1:0 des FC Arsenal am vierten Gruppen-Spieltag der Champions League bei Borussia Dortmund blieb Mesut Özil lange farblos. Beim Siegtor wirkte er jedoch entscheidend mit. Es war die 62. Minute. Er konnte nahezu ungestört von der rechten Seite aus in den Strafraum flanken. Olivier Giroud leitete per Kopf auf Aaron Ramsey weiter, der seinen Körper gut einsetzte und den Ball ins Tor brachte.

Zuvor hatte der deutsche Nationalspieler genau wie seine Offensivkollegen lange Zeit Probleme, gefährlich ins letzte Drittel vorzudringen. Immer wieder pendelte er wie im Hinspiel zwischen Zentrum und Außenbahn. Erst nach dem Führungstor bekam man Räume, die Dortmund preisgeben musste, so konnte Arsenal gute Ballstafetten aufziehen.

Ansonsten erinnerte Özils Auftritt in einigen Phasen an das Hinspiel in London. Vor zwei Wochen blieb er in der ersten Halbzeit im Zentrum ohne große Bindung und wich dann nach der Pause konstant auf die rechte Seite aus. Er ergriff die Flucht vor dem Zugriff der BVB-Doppelsechs.

Wieder nach rechts abgedriftet

Am Mittwochabend schien es beim Anpfiff im Signal Iduna Park erneut so, als würde er im Zentrum starten. Allerdings rotierte der 25-Jährige gerade mit Tomas Rosicky von Minute eins an, wechselte sehr häufig die Position bei Ballbesitz. Auch wenn es darum ging, mit Giroud gegen die aufbauenden Innenverteidiger zu pressen.

MESUT ÖZIL - SPIELDATEN
Ballkontakte
Pässe
Passgenauigkeit (in %)
Erfolgreiche Dribblings
Ballverluste

*Daten von WhoScored.com
72
48
71,0
4
2



Insgesamt war auffällig, wie häufig Özil den Tschechen suchte. Er spielte zehn Pässe und damit nahezu ein Drittel der erfolgreichen Zuspiele zu Rosicky. Umgekehrt übergab dieser Özil sieben Mal das Spielgerät.

Da es Arsenal im Kollektiv an Tempo mangelte und der BVB bis zum Seitenwechsel den Spielaufbau weitgehend unterbunden hat, blieben die Rotationen oder situativen Dreiecke der beiden Genannten etwa zusammen mit Ramsey ohne große Auswirkungen. Dass Özil selbst unzufrieden war, konnte man gut an Szenen wie in der 19. Minute erkennen, wo er sich tief auf der halblinken Seite das Leder abholte.

Er suchte die Ballkontakte. Agierte er vorne im Zentrum oder auf einer Halbposition war er im Deckungsradius von Nuri Sahin und Sokratis, oder wurde eben von Sven Bender und Neven Subotic abgeschirmt. Durch die hohe Verteidigungslinie Dortmunds war Arsenals Spielaufbau häufig unkontrolliert, geprägt von hohen, unpräzisen Vertikalbällen, die über die Ketten flogen. 

Konstant auf der rechten Seite

In Halbzeit zwei konzentrierte sich Özil wie im Hinspiel konstanter auf die rechte Außenbahn und bearbeitete diese im Stile eines Flügelspielers. Er wurde insgesamt 14-mal von Bacary Sagna bedient, versuchte mehr Druck auf Marcel Schmelzer auszuüben, der sich im zweiten Abschnitt sehr auf Özil konzentrierte und auch konzentrieren musste. Durch die Räume, die sich nach dem Führungstor der Londoner öffneten, konnte auch Özil besser agieren und wurde nicht sofort stark gepresst.

Insgesamt hatte der Auftritt des Ex-Schalkers in Dortmund Licht und Schatten. Der Regisseur ist auch davon abhängig, wie Arsenal das Spiel aus der Abwehr gestaltet und wie viel Raum der Gegner zum Kombinieren lässt. Dortmund hat das eine Stunde lang sehr gut gemacht, Özil in seinen Aktionen stark eingeschränkt.

Nach dem Führungstor kam gerade Schmelzer, der eine schwache Zweikampfquote aufwies, das eine oder andere Mal in Bedrängnis. Özil war an diesem Abend nicht der entscheidende Verbindungsspieler zwischen den Londoner Linien. Dafür brachte er seine Fähigkeiten im zweiten Spielabschnitt in einigen Szenen vom Flügel aus gut ein. Wie beim Goldtor von Ramsey.

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