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Völler zieht den Hut: "Kießling ein harter Kerl"

Diesmal war der Ball wirklich drin. Eine Woche nach seinem Phantomtor war Stefan Kießling bei Bayer Leverkusen wieder der gefeierte Mann.

Leverkusen. Als "Phantomtor"-Schütze Stefan Kießling mit einem verschmitzten Lächeln vom Platz schlich, erhoben sich die Zuschauer von ihren Sitzen, und die Stadion-Regie spielte spontan Händels Hallelujah-Choral ein. Mit seiner Gala auf europäischer Bühne hat der Bundesliga-Torschützenkönig eine beeindruckende Antwort auf die Schmähungen und Vorwürfe der letzten Tage gegeben.

"Hut ab vor Stefan! Er hat bewiesen, was für ein harter Kerl er ist", sagte Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler nach dem 4:0 (1:0) gegen Schachtjor Donezk. Den höchsten Champions-League-Sieg in der Geschichte des Finalisten von 2002 machte Kießling mit zwei Treffern (22./72.), einem herausgeholten Elfmeter (Simon Rolfes/50.) und einer Torbeteiligung (Sidney Sam/57.) erst möglich. Freilich habe er, so ergänzte Völler schmunzelnd, "erst mal genau hingeschaut, ob der Ball auch richtig drin war".

Kießling dankt Fans über Facebook

Vor dem Anpfiff wurde Kießling durch ein meterlanges Plakat ("Stefan Kießling - Kämpfer, Identifikationsfigur und Persönlichkeit") ermutigt, bei der Auswechslung wurde er euphorisch gefeiert, auf das wohltuende Bad in der Menge und Erklärungen vor der Presse musste er aber zunächst verzichten. Stattdessen lag der 29-Jährige auf dem Behandlungs-Tisch, weil seine Wunde am Fuß wieder aufgeplatzt war.

"Mir fehlen etwas die Worte", teilte der in der vergangenen Woche so schweigsame Bundesliga-Torschützenkönig aber gleich am nächsten Morgen via Facebook mit: "Ich kann mich nur bei euch allen bedanken. Das tat so gut, was ihr für mich gemacht und getan habt. Danke."

Rolfes: Druck auf Kießling "ungemein hoch"

Auch die Mannschaft hatte uneingeschränkt hinter dem Torjäger gestanden, dem in den letzten Tagen so mancher Experte öffentlich mangelndes Fair Play vorgeworfen hatte. Es sei "viel auf ihn eingeprasselt", berichtete Völler. "Was Kieß in den letzten Tagen schlucken musste, ist nicht schön und war auch nicht berechtigt", meinte Torhüter Bernd Leno. "Es war nicht einfach für ihn, aber jetzt hat er es allen gezeigt", sagte Sam. Und auch Simon Rolfes hielt ein flammendes Plädoyer für seinen Kollegen. "Der Druck auf ihn war ungemein hoch. Aber so, wie ihn manche nach dem Hoffenheim-Spiel hingestellt haben, ist er nicht", sagte der Bayer-Kapitän: "Er ist ein superfairer Spieler - und viel besser als gegen Donezk geht es nicht."

Die Diskussion um das Phantomtor "hat uns alle genervt", erzählte derweil Leno. Doch im Endeffekt kann die unangenehme Geschichte für Bayer sogar positive Folgen haben. "Das Gute an solch einer Geschichte ist ja, dass alle zusammenstehen, dass einer dem anderen hilft", meinte Völler: "Die Größe einer Mannschaft zeigt sich, wenn mal ein bisschen Gegenwind kommt."

In der Champions League hat der Bundesliga-Dritte derweil Kurs auf das Achtelfinale genommen. Durch den Sieg vom Mittwoch verdrängte Bayer den ukrainischen Meister vom begehrten zweiten Platz. Ein Unentschieden am 5. November in Donezk, und die Tür zur K.o.-Runde steht sperrangelweit offen. "Wir wollten diesen zweiten Platz. Jetzt müssen wir ihn verteidigen", erklärte Rolfes.

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