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Karl-Heinz Rummenigge: "Dürfen nicht arrogant werden"

Der FC Bayern eilt derzeit von Gala zu Gala: Vorstandsboss Rummenigge warnt dennoch vor Arroganz. Franck Ribery lobt er dagegen - und kennt dessen großen Antrieb.

München. Der FC Bayern München macht in der Champions League dort weiter, wo er Ende Mai aufhörte: Im Gruppenspiel führte man Viktoria Pilsen nach allen Regeln der Kunst vor, siegte letztlich mit 5:0. Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des Rekordmeisters, sprach danach mit dem SID über Arroganz, Mario Götze und Franck Ribery.

Karl-Heinz Rummenigge, es scheint derzeit so, als sei es egal, welcher Spieler bei Bayern München auf welcher Position spielt?

Karl-Heinz Rummenigge: Ich glaube, man muss sich von dem Gedanken, den es früher einmal gab, endlich verabschieden. Eine Mannschaft besteht aus 22 oder 23 hochklassigen Spielern. Wir haben den Kader nicht ganz umsonst mit dieser Qualität zusammengestellt. Dementsprechend hat Pep Guardiola jetzt viele Möglichkeiten. Glücklicherweise klappt das derzeit sehr gut.

Ist es wichtiger, der Mannschaft dieses Denken beizubringen - oder ist es wichtiger, sich auf den Gegner zu konzentrieren?

Rummenigge: Das Wichtigste ist, dass wir weiter versuchen, in dieser Qualität Fußball zu spielen und dass wir nicht arrogant werden. Dann wird es nicht so einfach, gegen uns zu gewinnen.

Was sagen Sie zum Auftritt von Franck Ribery?

Rummenigge: Franck ist im Moment vielleicht der beste Spieler der Welt. Wenn er so weitermacht, dann ist er auf dem besten Weg, im Januar bei der FIFA-Wahl in einer aussichtsreichen Position ins Rennen zu gehen. Das wird ein großes Ziel von ihm sein, und wir versuchen, ihn dabei zu unterstützen.

Wie sehen Sie die Entwicklung von Mario Götze?

Rummenigge: Mario hat sich ganz wunderbar eingefügt in die Mannschaft und gezeigt, welche Qualität er besitzt. Aber das überrascht mich nicht. Für ihn ist es jetzt nur wichtig, dass er fit wird und in seine beste Verfassung kommt. Dann werden wir wahnsinnig viel Spaß mit diesem Spieler haben, weil er über ausgezeichnete Qualitäten verfügt. Mario passt gut zu unserer Mannschaft und gut zu Bayern München.

Sind Sie nicht verwundert, dass die Mannschaft auch bei einem 4:0 noch nicht satt ist?

Rummenigge: Die Mannschaft hat Spaß am Fußball, das ist das Wichtigste. Das war im vergangenen Jahr bei Jupp schon so, und jetzt haben wir noch mal ein neues Niveau erreicht. Es macht ihnen Spaß, und das vermitteln sie auch den Zuschauern. Früher wäre das ein Spiel gewesen, von dem man keine Standing Ovations erwartet hätte. Heute ist das glücklicherweise aber der Fall.

Glauben Sie angesichts der momentanen Entwicklung an eine Titelverteidigung in der Champions League?

Rummenigge: Das ist viel zu früh. Wir haben drei Spiele hinter uns, und es sind noch zehn Begegnungen bis zum Finale. Ab dem Achtelfinale wird die Qualität wesentlich höher werden, als es gegen Pilsen der Fall war. Wir tun ganz gut daran, die Dinge in Ruhe anzugehen und nicht schon jetzt an das Finale in Lissabon zu denken. Davon sind wir noch ein Stück weg.

Am Samstag geht es in der Bundesliga gegen Aufsteiger Hertha BSC. Die Mannschaft von Jos Luhukay ist erfolgreich in die neue Saison gestartet. Überrascht Sie das?

Rummenigge: Es ist die positive Überraschung der Bundesliga-Saison bis dato. Die Hertha ist bisher wirklich sehr gut aufgetreten. Das liegt auch an ihrem Trainer. Jos Luhukay macht einen sehr guten Job. Er hat einen klaren Plan und offenbar auch eine hohe Qualität. Das Spiel am Samstag wird deshalb einiges schwerer werden als die Partie gegen Pilsen.

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