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Affengeschrei gegen Yaya Toure: "Sehr traurig" - Ermittlungen gegen Moskau eingeleitet

Der ivorische Nationalspieler musste sich bei ZSKA Moskau Affengeschrei anhören. Seine Reaktion ist emotional. Der Vorfall wirft erneut ein schlechtes Licht auf Russland.

Moskau. Yaya Toure zeigte empört auf die Schreihälse in der Moskauer Fankurve, auf seiner Kapitänsbinde stand es weiß auf blau: "Nein zu Rassismus." Doch der Toleranz-Slogan der UEFA war für ihn beim 2:1-Auswärtserfolg in der Champions League von Manchester City bei ZSKA Moskau ein einziger Hohn.

Immer wieder musste sich der dunkelhäutige Mittelfeldspieler lautes Affengeschrei anhören - und das am Aktionstag gegen Rassismus. Der Vorfall wird vermutlich Konsequenzen für den russischen Double-Gewinner haben und wirft ein schlechtes Licht auf das Land, das 2018 die WM ausrichten wird.

"Ich bin nicht nur enttäuscht, ich bin wütend", erklärte Toure nach Abpfiff. "Das ist unglaublich, sehr traurig. Ich als Kapitän trage diesen Spruch auf dem Arm, ich bin vollkommen niedergeschlagen. Die UEFA muss jetzt handeln, sonst werden Spieler mit meiner Hautfarbe immer wieder in der gleichen Position sein", sagte er und forderte eine harte Strafe: "Vielleicht können sie das Stadion für ein paar Spiele schließen - oder für ein paar Jahre!"

"Fußball hat nichts mit Hautfarbe zu tun"

Die UEFA reagierte prompt und leitete Ermittlungen gegen Moskau ein. Die Verhandlung des Falles ist für Mittwoch (30. Oktober) angesetzt. Toure hatte sich noch während der laufenden Begegnung beim rumänischen Schiedsrichter Ovidiu Hategan über die Schmähungen beklagt. "Ich habe ihn informiert", sagte er. ZSKA wies die Vorwürfe zurück. Trainer Leonid Sluzkij erklärte, er habe nichts gehört.

Toure konnte die Anfeindungen, die in Russland alles andere als eine Seltenheit sind, kaum fassen. "Das ist sehr, sehr, sehr schade. Als afrikanischer Spieler ist es immer schlimm, so etwas zu hören", sagte er.

Bei Twitter fügte er hinzu: "Ich glaube an die Fußball-Institutionen. Ich weiß, die Entscheider werden ihrer Verantwortung gerecht werden und Rassismus die Rote Karte zeigen. Fußball hat nichts mit Hautfarbe, Religionen oder Staatsgrenzen zu tun." City-Trainer Manuel Pellegrini nannte die Angriffe "tragisch für Yaya und eine Schnade für diese Stadt".

Toure erhält auch Zuspruch

Es dauerte nicht lange, bis der Fall eine größere Dimension annahm. Vize-Präsident Jim Boyce von der FIFA erinnerte Russland im einem BBC-Interview an dessen Pflichten. "Der russische Verband muss gemeinsam mit der Regierung sicherstellen, dass derartige Vorfälle ausgemerzt werden, denn sie geschehen zu häufig", sagte Boyce, der sich "entsetzt" zeigte.

Strafen gegen Vereine hält der Nordire aber für das falsche Mittel. "Die können die Idioten nicht aufhalten. Der einzig richtige Weg ist, hart gegen diese Leute vorzugehen. Verbietet ihnen, die Spiele zu besuchen. Vielleicht hören sie auf, wenn sie nicht ins Stadion dürfen."

Auch Toure forderte eindringlich, den Schmähungen "sofort" ein Ende zu setzen. "Denn zu viel ist zu viel", sagte der 30-Jährige, der den ebenfalls dunkelhäutigen Ex-HSV-Profi Vincent Kompany als Spielführer vertreten hatte. Der Zuspruch seiner Fans allerdings bewahre ihn davor, sich diese Rufe allzu sehr zu Herzen zu nehmen: "Hass oder Rassismus können mich nicht beeindrucken, wenn mir so viele Menschen ihre Liebe und Unterstützung ausdrücken", schrieb er seinen 100.000 Twitter-Followern.

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