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Vor den Spielen gegen den BVB hat der Gunners-Star seine ersten Eindrücke vom FC Arsenal geschildert. Die Diskussionen um die falsche Neun in der Nationalelf nerven ihn.

London. Vor dem Champions-League-Duell gegen Borussia Dortmund hat der neue Gunners-Regisseur Mesut Özil über seine Eindrücke beim FC Arsenal sowie über die Umstände seines Weggangs aus Madrid gesprochen. Weiterhin machte der 25-Jährige seinem Ärger über die Diskussion um die "falsche Neun" Luft.

Mesut Özil ist in London auf Anhieb zum Superstar avanciert. Beim 4:1 gegen Norwich City gelangen dem 50-Millionen-Mann seine ersten beiden Saisontore in der Premier League. Die englische Presse überschlug sich nach dem Spiel mit Lobeshymnen. So rühmte unter anderem die Daily Mail: "Özil macht den Unterschied."

Der Hochgelobte gab die Komplimente gleich an seinen neuen Arbeitgeber FC Arsenal weiter: "So einen Verein habe ich nie zuvor erlebt. Es läuft alles sehr familiär ab. Alle begegnen sich mit Höflichkeit und Respekt, alle sind sehr offen auf mich zugekommen und haben mich sofort unterstützt", schwärmte Özil im Interview mit dem Kicker.

Vertrauen von Wenger ausschlaggebend

Diese familiäre Atmosphäre ist für den Nationalspieler mit entscheidend für seine guten Leistungen: "Mir war immer klar: Wenn ich das Vertrauen des Trainers habe und spüre, kann ich solche Leistungen bringen." Bei Real Madrid habe er dagegen "nach dem Trainerwechsel kein Vertrauen mehr gespürt." Als sich Gunners-Coach Arsene Wenger schließlich kurz vor dem Ende der Transferfrist am 2. September bei ihm meldete, habe er sich "dabei sehr wohl gefühlt" und sich deshalb spontan zum Vereinswechsel entschieden.

Der Nachhall seines Abschieds aus Madrid war ebenfalls Seelenbalsam für den sensiblen Techniker: "Ich empfinde es als großen Respekt vor mir als Person, dass sich Spieler und Fans über den Transfer beschwert haben. Ich hatte in allen drei Jahren eine sehr gute Statistik bei Real Madrid. Das soll mir ein Mittelfeldspieler dort erst mal nachmachen."

Diskussionen um falsche Neun nerven

Auch auf die souveräne Qualifikation mit der Nationalmannschaft für die WM 2014 in Brasilien ist Özil stolz. Allerdings zeigte sich der 25-Jährige genervt über die Diskussionen um seine Rolle als sogenannte falsche Neun im Irland-Spiel: "Ich finde allein schon diesen Namen total daneben. Falsche Neun? Was soll denn daran falsch sein? Nichts. Es ist eine leichte Veränderung des Systems, aber kein so großer Unterschied zwischen den Positionen."

Der Mittelfeldstar führte aus: "Dieser Begriff ist mir einfach zu negativ, es geht doch nur um eine Rotation in der Offensive. Ich habe in meiner Karriere schon alle möglichen Positionen gespielt, aber immer das Ergebnis wichtiger genommen. Falsch fand ich die Positionen nie. Schon gar nicht, wenn man damit erfolgreich war."

Nie Zweifel an Premier League

Die Umstellung von der vergleichsweise körperlosen Primera Division auf die von Leidenschaft und Einsatz geprägte Premier League hat Özil nach eigenem Bekunden gut bewerkstelligt: "In Mannschaften, die viel mit Ballbesitz und vielen Pässen spielen, kriegst du von vielen Gegnern richtig was auf die Socken, gerade als Zehner. In jeder Liga. Ich hatte nie Zweifel, dass ich trotzdem meine Leistung auf dem Platz bringe."

Der Fußball auf der Insel hat es dem gebürtigen Gelsenkirchener sofort angetan: "Egal, wo wir bisher in England gespielt haben, es ging immer hin und her, es ging immer auf Angriff, und ich habe riesigen Spaß, in der stärksten Liga der Welt dabei zu sein."

Respekt vor deutschem Fußball

Mit Blick auf das Champions-League-Duell mit Borussia Dortmund hat Özil sowohl in Spanien wie auch in England eine hohe Wertschätzung für den Fußball made in Germany registriert: "Der Respekt ist schon da, ganz klar, das gilt nicht allein für Dortmund. Ich werde auch immer wieder auf die deutsche Nationalmannschaft angesprochen, auf den attraktiven Fußball, den wir spielen. Ich denke, es gibt inzwischen im Ausland generell großen Respekt vor dieser jungen deutschen Spielergeneration."

Dennoch glaubt er daran, mit dem FC Arsenal in den anstehenden Champions-League-Gruppenspielen gegen den BVB viel erreichen zu können: "Arsenal hat in der Vergangenheit seine Stärken bewiesen, jetzt ist die Mannschaft noch etwas reifer geworden. Wir wissen, welche Klasse wir haben. Wir haben eine gute Ausgangsposition, aber der Job ist noch nicht erledigt."
 

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