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Kein Gegentor, vier selbst geschossen, zwei Spiele, zwei Siege. So lautet die Anfangsbilanz des S04 in der Königsklasse. "Königsblau" tankt Selbstvertrauen für die Bundesliga.

ANALYSE
Von Hassan Talib Haji

Basel. Als der Schlusspfiff im "Joggeli" ertönte, war jedem geübten Beobachter klar, dass Jens Keller eine unheimliche Erleichterung und Freude zugleich empfand. Er riss die Arme von sich weg, ballte die Fäuste und schrie mit einem "Jaaaa..." nahezu alles aus sich heraus. Der FC Schalke 04 gewann das erwartet schwere Auswärtsspiel beim FC Basel durch ein sehenswertes Tor von Julian Draxler. Damit gelang dem deutschen Vertreter in der Champions League ein Traumstart.

Dramaturgie a la James Bond

Das Spiel im St.-Jakob-Park zu Basel lieferte viel Stoff für allerhand Geschichten abseits des Fußballs. Nach wenigen Minuten musste Schiedsrichter Alberto Undiano Mallenco das Spiel unterbrechen, weil Greenpeace-Aktivisten sich vom Stadiondach abseilten und mit einem großen Plakat gegen Öl-Bohrungen in der Arktis protestierten. Zuvor zündeten Schalke-Fans im Gästeblock Pyrotechnik und ließen ihre Ecke in gleißendem Rot erstrahlen. Noch vor dem Spiel soll es außerhalb vom Stadion zu Krawallen und Schlägerein gekommen sein. Die Pyro-Show der Schalker wird von der UEFA sanktioniert, der Verein darf mit einer saftigen Geldstrafe rechnen. Doch auch Fußball wurde gespielt.

Und das vom FC Schalke 04 mit einer starken Defensivleistung! Trainer Jens Keller verpasste Jermaine Jones eine Denkpause, aber offenbar nicht nur ihm. Auch Joel Matip, Stammspieler in der Innenverteidigung, musste seinen Platz räumen. Das taktische Konzept von Keller ging voll auf. Schalke stand kompakt und verteidigte im Verbund, machte die Räume sehr eng. Sogar Sturmspitze Kevin-Prince Boateng verteidigte in vereinzelten Situationen bis hin zur eigenen Grundlinie. Das sagt schon einiges aus, der Revierklub machte den Laden dicht.


Julian Draxler (l.) im Tempodribbling (Foto: getty images)

Draxlers Moment

Das Tor des Abends lieferte einmal mehr den Beweis, welch' Intelligenz und Können im 20-jährigen Julian Draxler stecken. Nach einem Eckball schien die Gefahr zunächst gebannt, doch Draxler ließ es dennoch krachen. Der deutsche Nationalspieler bekam den Ball vor dem Strafraum nicht maßgenau in den Fuß, da er noch auftickte. Er berechnete die Flugkurve bereits und ging einen Schritt zurück, schaute und wirkte sehr konzentriert. Dann ließ er das Leder gekonnt über den Spann gleiten und schoss halbhoch ins lange rechte Eck. Ein Sahnetor.

Dieses wundervolle Tor reichte dem FC Schalke 04, um drei Punkte aus der Schweiz zu entführen. Der Revierklub thront nun mit drei Punkten Vorsprung (insgesamt sechs Punkte) an Platz eins der Champions-League-Gruppe E und hat sich vor den schweren beiden Spielen gegen den FC Chelsea ein wichtiges Polster herausgespielt. Doch solch ein Triumph ist auch Balsam für die strapazierten Nerven aufgrund der Situation in der Bundesliga. Dort hechelt Schalke 04 der Konkurrenz hinterher.

Ob dieses Spiel eine Initialzündung sein kann, ist schwer zu beurteilen. Jedenfalls taugt es dazu, das Selbstvertrauen zu stärken. Mit einer kompletten Mannschaftsleistung bezwang Schalke 04 gefährliche Basler. Nun kommt der FC Augsburg am kommenden Bundesliga-Wochenende in die Veltins Arena. Richtig viel Zeit sich zu freuen hat der Traditionsklub nicht.

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