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Aus den Augen, aus dem Sinn? Nicht bei uns! Wir verraten Euch Woche für Woche, wie sich die Ex-Bundesliga-Stars im Ausland schlagen.

Berlin. Goodbye Deutschland! Spieler kommen und gehen, Spieler wechseln in die Bundesliga und Kicker verlassen Deutschlands höchste Spielklasse. Aber wie geht es den Profis, die nun im Ausland auf Torejagd gehen? Sind sie aufgeblüht oder nur noch Bankdrücker. Haben sie sich prächtig entwickelt, oder folgte ein Karriereknick?

Jeden Dienstag stellt Euch Goal im Rahmen von "Was macht eigentlich..." drei Ex-Spieler der Bundesliga vor und zeigt, wie es ihnen an anderer Wirkungsstätte ergeht.

Roque Junior
In der Bundesliga: Von 2004 bis 2008

Vereine in Deutschland: Bayer Leverkusen, MSV Duisburg

Einsätze:
39

Tore:
0

Erfolge:
keine
Dieser Roque rockte nicht

In Deutschland war Roque vor allem eines. Verletzt. Seine Zeit in Deutschland war vom Pech geprägt. Die 39 Spiele in vier Jahren sprechen für sich.

Als sich Bayer Leverkusen und Abwehrchef Lucio im Sommer 2004 trennten, stand ein Name ganz oben auf der Liste. Jose Vitor Roque Junior oder kurz einfach nur Roque Junior, spielte bei Milan und war immerhin Champions-League- und italienischer Pokalsieger 2003, sowie Weltmeister 2002. Während er bei seinem Klub nicht so oft zum Einsatz kam, war er in der Nationalmannschaft gesetzt. Wohl auch ein Grund, ihn zu holen. Noch dazu war er ablösefrei.

Leider liefen nur die ersten sechs Monate gut, als er Stammspieler wurde und auch bis auf einmal stets die volle Distanz absolvierte. Daraufhin fiel er bis April 2005 aus, dennoch spielte er 2005 beim Confed Cup in Deutschland und gewann diesen. Das gleiche Verletzungsschauspiel wiederholte sich in der darauffolgenden Saison, als er erneut ab Dezember, dieses Mal bis Mai 2006, ausfiel. Nach einer Negativ-Saison 2006/07 wurde sein Vertrag nicht mehr verlängert und der Abwehrmann stand auf der Straße.

Im Oktober holte ihn Aufsteiger Duisburg als Verstärkung für die ausgemergelte Abwehr. Nach nur vier Spielen gab der Brasilianer aber bekannt, er fühle sich mental nicht mehr in der Lage in der Bundesliga zu spielen. Sein Vertrag blieb bestehen, doch im April 2008 ging er nach Katar zum Al-Rayyan Sport-Club. Nach fünf Monaten dort ließ er seine Karriere mit nur 32 Jahren bei seinem früheren Klub Plameiras ausklingen.

Juan
In der Bundesliga: Von 2002 bis 2007

Vereine in Deutschland: Bayer Leverkusen

Einsätze:
139

Tore:
10

Erfolge:
Keine
Leverkusens Abwehr-Mauer mit Lucio

Nicht nur bei der Werkself war er in der Innenverteidigung gesetzt. Auch in der Selecao bildete er lange mit Lucio das Gerüst der Abwehr.

Lucio und Juan - ein Traumduo in der Abwehr Leverkusens. Nach seinem Durchbruch bei Flamengo wechselte er 2002 nach der Vize-Saison Bayers zum Werksklub. Doch ohne Michael Ballack und Ze Roberto schrammte man nur knapp am Abstieg vorbei, da konnte auch die starke Innenverteidgung der beiden Brasilianer nichts ändern.

Titel feierte er mit Leverkusen nicht, war aber unangefochtenen Stammkraft. Seine Leistungen ließen ihn auch zum gesetzten Mann in der Selecao werden. Scheiterte er 2002 noch knapp an einer Berufung in den WM-Kader, wurde der Abwehrrecke ab 2003 immer wieder berücksichtigt und führte die Selecao zwischenzeitlich auch als Kapitän aufs Feld.

2007 verließ er Deutschland, trotz Vertrags bis 2009, für knapp sechs Millionen in Richtung AS Rom. Hier wurde er 2008 italienischer Pokalsieger. Mit der Nationalmannschaft holte er zweimal den Confed Cup (2005 und 2009) und wurde zweimal Südamerikameister (2004 und 2007). Nach einer verletzungsreichen Saison 2011/12 ging er in seine Heimat zurück. Hier spielt er in Rio Grande do Sul bei Erstligist Internacional Porto Alegre.

Dunga
In der Bundesliga: Von 1993 bis 1995

Vereine in Deutschland: VfB Stuttgart

Einsätze:
54

Tore:
7

Erfolge:
Als Spieler des VfB Weltmeister 1994
Weltmeister-Ehren im Schwabenland

In der Saison 1993/94 war Dunga nicht nur eine wichtige Stütze der Schwaben, nein auch in der Selecao lenkte er die Fäden im Mittelfeld und führte Brasilien nach 24 langen Jahren wieder zum WM-Titel.

An Dunga scheiden sich die Geister. Zum einen wird er für das blamable Achtelfinal-Aus der Selecao bei der WM 1990 verantwortlich gemacht, zum anderen wird er als Kapitän der Weltmeisterelf 1994 gefeiert, die als eines der besten brasilianischen Teams überhaupt gilt. Nicht so stark wie jene von 1970 mit Pele, Jairzinho, Tostao, Gerson und Roberto Rivelino, doch aber direkt dahinter. In der Offensive glänzten, angeleitet von Spielmacher und Kapitän Dunga, Romario und Bebeto.

Für Dunga war 1994 bereits der zweite WM-Titel mit einer brasilianischen Auswahl. Vor 110.000 Zuschauern im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt wurde er 1983 als Kapitän U20-Weltmeister. Von da an nahm seine Karriere ein rasantes Tempo auf. Ein Jahr nach dem Titelerfolg wechselte er als dreimaliger Staatsmeister von Rio Grande do Sul von Internacional Porto Alegre zu Corinthians. Nach den Stationen Santo sund Vasco da Gama kam er nach Italien.

Nach einer Saison bei Pisa unterschrieb er 1988 bei Florenz. Den AC führte er bis ins UEFA-Pokalfinale, in dieser Zeit feierte er den Sieg bei der Copa America im eigenen Land 1989 und wechselte über Prescia schließlich für vier Millionen Mark zu Stuttgart.

Der VfB lächzte wieder nach internationalem Flair und wollte mit Dunga zurück an die Spitze. Mit den Plätzen sieben und zwölf gelang dieses Vorhaben nicht, da half auch der WM-Titel 1994 nicht. Nach zwei Jahren in schwäbischen Gefilden zog es Dunga für zwei Millionen Mark nach Japan. Hier feierte 1997 seinen ersten nationalen Meistertitel mit Jubilo Iwata. Zur Jahrtausendwende ließ er seine Karriere bei seinem Stammklub Inter ausklingen.

Seit 2006 trainierte er ohne jegliche Erfahrung die Selecao. Zwar gewann er 2007 die Copa America und zwei Jahre später den Confed Cup, sowie 2008 die Olympische Bronzemedaille, doch richtig begeistert waren die Fans wieder nicht von ihm. Seine Idee vom Fußball fand keinen Anklang in der Öffentlichkeit. Er setzte mehr auf Spielkontrolle als auch Sambazauber. In Südafrika scheiterte seine Elf im Viertelfinale gegen die Niederlande. Dunga trat unmittelbar nach Abpfiff zurück.

Seit Dezember 2012 betreut er seinen Stammverein Internacional in der brasilianischen Serie A.

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