Arjen Robben: "Ich habe mir gesagt 'Es kommt noch eine Chance', und die kam"

Zwei Finals haben sie in der Königsklasse gnadenlos vergeigt und es musste erst ein Finale gegen den Liga-Erzrivalen kommen, um den Pott in den Süden an die Isar zu holen.
London. Man konnte den gelösten Gesichtern nach dem Spiel ansehen, wie groß der Druck gewesen sein muss, der auf den Spielern des FC Bayern München vor dem Finale der Champions League gegen den Ligakonkurrenten Borussia Dortmundlastete. Man war platt – körperlich und mental. Und doch auch erlöst. Der Final-Fluch war besiegt.

Eine besondere Final- und Dortmund-Geschichte für Robben

Wie oft hatte Robben gerade gegen Dortmund versagt? Vom Punkt nicht getroffen und es gnadenlos vergeigt. Man kann kaum erahnen, was in ihm vorgegangen sein muss, nachdem er im Spielverlauf beste Möglichkeiten liegen ließ.

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So sagte der Niederländer bei Sky: "In der Halbzeit habe ich gedacht, dass kann nicht schon wieder passieren. Nicht schon wieder kannst Du eine große Chance vergeben und am Ende reicht es nicht. Aber ich habe mir sofort gesagt, 'es kommt noch eine Chance' und die kam." So war es und Robben war Mann des Spiels, der Matchwinner.

Große Erleichterung auch bei Philipp Lahm

Im ZDF zeigte sich Kapitän Lahm sichtlich ge- und erlöst: "Unglaublich. Riesen Freude. Riesige Erleichterung. Wenn du zwei Finals verloren hast, ist das enormer Druck, der auf dem Team lastet. Man hat es ja am Anfang gesehen. Wenn du das dritte Finale verlierst, weißt du nie, gibt es nochmals die Chance auf ein Finale. Darum war der Druck extrem, die Anspannung riesig. So wie heute habe ich das selten vorher erlebt. Wir waren oft nah dran und ich habe oft gesagt, wenn man eine goldene Generation sein will, muss man Titel holen. Es ist schön, mit Basti gemeinsam die Trophäe zu holen und zu feiern. Wirt haben viel an Positivem und Negativem erlebt. Heute wird gefeiert und dann wollen wir nächste Woche das Triple klar machen. Das Team ist im richtigen Alter. Wegen mir kann es nach einem Triple so weitergehen."

Auch Hoeneß stellte sich den Kameras

Dem ZDF war es nach dem Finalsieg dann auch gelungen, Uli Hoeneß vor die Kameras zu bringen. So sagte der Kopf des Klubs, der aktuell im Verdacht der Steuerhinterziehung steht: "Beim Abpfiff war ich nicht mehr nervös. Aber zwischen den 1:1 und dem 2:1 war es kritisch. Ich sagte zu Karl-Heinz: 'Hoffentlich geht es in die Verlängerung', denn man sah, wir hatten mehr Kraft. Aber ein Tor für Dortmund hätte ja gereicht und es wäre vorbei gewesen. Nach 12 Jahren endlich wieder ein Titel auf europäischer Ebene. Egal, wie das Pokalendspiel ausgeht, es war eine grandiose Saison für uns. Man hat gesehen, dass wir nicht alles in den letzten Jahren falsch gemacht haben."

Schweinsteiger zu platt zum Feiern?

Mit dem Pott in der Hand sagte der Mittelfeldantreiber gegenüber dem ZDF: "Ich freue mich einfach drüber, dass wir es geschafft haben. Wir haben es einfach verdient und wir haben große Teams besiegt. Wenn du Barcelona besiegst, dann hast du es auch verdient. Dortmund hat es gut gemacht, das Pressing war wirklich sehr stark. Da ist es dann klar, dass ihnen am Ende etwas die Luft fehlt. Mich freut es für die ganze Mannschaft. Wir haben die Saison in der Liga und der Champions League unfassbare Dinge erreicht. Die Wunden sind geheilt. Es ist etwas wie eine Geschichte. Wir verlieren in München gegen eine Londoner Mannschaft und fahren nach London, um da den Pott zu holen. Aber auch der Trainer hat es sich verdient. Feiern? Ja, werden wir, aber man sieht, wir sind alle etwas platt. Wir werden intensiv feiern und dann bereiten wir uns auf Berlin vor."

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