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Ottmar Hitzfeld sieht den FC Bayern München vorn - nach dem Ausfall von Mario Götze erst recht

Ottmar Hitzfeld hat sowohl mit Borussia Dortmund als auch mit dem FC Bayern München die Champions League gewonnen - und er glaubt an einen Triumph des Rekordmeisters.

Unterföhring. Ottmar Hitzfeld fliegt lieber nicht nach London, das "German Endspiel" verfolgt und analysiert der TV-Experte aus München. Hitzfeld will seine Emotionen schon ein wenig verbergen am Samstag während der 90 Minuten im Wembleystadion, nicht, dass dem 64-Jährigen in seinem Gefühlszwiespalt noch jemand Parteilichkeit nachsagt. So bevorzugt der Fußball-Nationaltrainer der Schweiz die doch etwas karge Umgebung eines Fernsehstudios.

Bei beiden Vereinen aktiv gewesen

Hitzfeld hat Borussia Dortmund 1997 zum Champions-League-Sieg geführt und den Henkelpott 2001 auch mit Bayern München gewonnen, beide Klubs stehen ihm nahe. "Zwei tolle Lebensabschnitte" habe er mit diesen Vereinen gehabt, sagte er während einer Gesprächsrunde beim Pay-TV-Sender Sky, für den er das Finale bewerten wird. In Dortmund war Hitzfeld von 1991 bis 1998 als Trainer und Sportdirektor beschäftigt, in München coachte er von 1998 bis 2004 und dann noch einmal von 2007 bis 2008.

Hitzfeld ist deshalb dieser Tage ein begehrter Gesprächspartner, weil er beide Klubs aus dem Effeff kennt, weil er um die Psychologie vor einem solchen K.o.-Duell weiß, und, natürlich, weil er weiß, wie man solch ein Spiel für sich entscheidet - auch im Elfmeterschießen. "Die Mannschaft muss in der Ansprache spüren, der Trainer ist total überzeugt vom Sieg. Du darfst auch nichts Neues erfinden, nur weil es ein Finale ist", sagt Hitzfeld.

Hitzfeld: "Die Bayern sind klarer Favorit"

Hitzfeld sieht den FC Bayern knapp mit 2:1 vorne, aber wenn er genauer über beide Gegner spricht, bekommt man das Gefühl, dass er eher 3:0 meinen könnte. Die Art und Weise der Dominanz in der Bundesliga sei für die Münchner ein Vorteil, das Spiel gegen den Ball, die Laufbereitschaft sei viel besser als vergangene Saison. "Dazu spielt die Offensive wie aus einem Guss, ist unberechenbar und unglaublich flexibel. Die Bayern sind klarer Favorit, und sie werden eine sehr gute Tagesform haben."

Dortmund sei zwar äußerst torgefährlich, habe aber zuletzt ein bisschen abgebaut. Der erhöhte Druck habe zu Verletzungsanfälligkeit geführt. Das Spiel gegen den Ball sei eben nicht mehr so intensiv, die Gegentore seien zu zahlreich. Und weil nun Mario Götze tatsächlich ausfällt, ist der BVB nach Hitzfelds Ansicht praktisch chancenlos. "Das wäre fatal, wahrscheinlich sogar entscheidend. Und ich rechne nicht mit seinem Einsatz", hatte er gesagt, noch ehe Götzes Aus offiziell feststand.

Hitzfeld über Schweini und Lahm: "Sie hätten es verdient, belohnt zu werden"

Der Erfolgstrainer würde auch Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm diesen großen Titel gönnen. Nicht, dass die beiden ohne diesen Triumph einer verlorenen Generation angehören würden. Aber: "Diese Titel werden ewig in Erinnerung bleiben, da kann man Geschichte schreiben. Sie hätten es verdient, belohnt zu werden", sagt Hitzfeld.

Er sprach natürlich auch über das Elfmeterschießen 2001 gegen Valencia, als in Mailand Oliver Kahn den entscheidenden Schuss parierte. Und er sprach über die besondere Konstellation vor diesem Showdown - und wie ein Trainer reagieren sollte. Den Münchnern wird ja dieser Tage das "Drama dahoam" aus dem Vorjahr gegen den FC Chelsea immer wieder vor Augen geführt.

Als Coach dürfe man keinen zweifelnden Spieler zwingen, diesen scheinbar endlosen und gedankendurchfluteten Weg von der Mittellinie zum Punkt zu gehen. "Es ist wichtig, dass ein Spieler überzeugt ist. Wer hat Mumm, wer glaubt an sich? 2001 hatte ich eine Liste und habe die Spieler danach abgefragt", sagt Hitzfeld, für den der Samstag auch der Schlüssel zum möglichen historischen Triple für den Rekordmeister ist. "Wenn der FC Bayern die Champions League gewinnt, dann wird der DFB-Pokal ein Selbstläufer."

Treten seine Vermutungen ein, steht dem nichts im Wege.

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