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Den beiden Torhütern könnte im Champions-League-Endspiel eine entscheidende Rolle zukommen. Was macht die beiden Klasse-Keeper aus?

Dortmund/München. Die unumstrittene Nummer eins gegen den besten Nicht-Nationaltorwart der Welt, der häufig beschäftigungslose Millionenmann gegen den Verhinderer von Großchancen: Die höchst unterschiedlichen Torhüter Manuel Neuer und Roman Weidenfeller rücken beim Champions-League-Finale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund am Samstag in den Blickpunkt.

Und zumindest für Neuer geht es um mehr als "nur" den Henkelpott. "Ich bin immer heiß gegen Dortmund, das ist eine Art persönliches Derby", sagt der frühere Schalker.

Natürlich stehe seine Schalker Vergangenheit in Wembley nicht im Vordergrund, betont Neuer, "während des Spiels denke ich nicht an die Rivalität". Doch er macht keinen Hehl daraus, dass ein Triumph gegen "Lüdenscheid-Nord" für ihn eine besondere Note hätte. Anders als zuletzt in der Bundesliga wird Neuer aber in London nicht wieder im blauen Trikot auflaufen, diesmal trägt er Grün - und hebt sich stark von Weidenfeller ab, der in Grau mit gelbem Brustring spielt.

Auch in ihrer Interpretation des Torhüterspiels sind Neuer und Weidenfeller verschieden. Auf der einen Seite steht der ständig mitspielende und ballsichere Neuer, nicht nur für Kollege Franck Ribéry "der beste Torwart der Welt, etwas Besonderes". Mit dem FC Bayern feierte der 27-Jährige in dieser Saison den Gewinn seiner ersten Meisterschaft - mit einem Rekord: Weniger als 18 Gegentore ließ in 50 Jahren Bundesliga kein Keeper zu.

Neuer leistete sich aber, speziell in seinem ersten Bayern-Jahr, auch Patzer, wirkte mitunter übermotiviert. "Aber wenn es auf ihn ankommt, ist er da", sagt Bundestorwarttrainer Andreas Köpke in der Rhein-Neckar-Zeitung.



Seine große Bühne findet Neuer indes in der Champions League. Im Halbfinale 2011 verhinderte er mit unzähligen Glanzparaden beim Aus von Schalke 04 gegen Manchester United ein Debakel, im vergangenen Jahr avancierte er beim Münchner Halbfinalerfolg im Elfmeterschießen zum Helden von Madrid, und beim "Drama dahoam" traf Neuer selbst vom Punkt. In London würde er wieder schießen, sagt er.

Diesmal blieb er in Viertel- und Halbfinale ohne Gegentor - oft geprüft wurde er aber auch dabei nicht. "Ich kann den Abwehrspielern ja schlecht sagen, lasst mal einen durch", sagt er.

Über mangelnde Arbeit konnte sich Roman Weidenfeller hingegen noch nie beklagen. Beim Halbfinal-Rückspiel in Madrid ließ der 32-Jährige Superstar Cristiano Ronaldo und Co. verzweifeln. Insgesamt vereitelte der Vertreter der alten Torwartschule in dieser Champions-League-Saison zwölf Großchancen - mit Abstand die meisten.

"Er hat eine sehr gute Saison gespielt und war in der Champions League immer da", sagt Neuer, "er ist ein großer Rückhalt, wichtig für Dortmund, aber ich denke, dass wir ihn auch überwinden können." Weidenfeller sei für ihn aber nicht Gegner, sondern Gegenüber.

Mitspieler dagegen war der Dortmunder für Neuer noch nicht. Der mit 1,88 m fünf Zentimeter kleinere Borusse hat noch kein einziges Länderspiel absolviert. Eine Tatsache, die auch Bayern-Coach Jupp Heynckes nicht verstehen kann. "Ich weiß nicht, was er noch alles halten muss, um mal eine Chance zu bekommen", sagte Heynckes nach dem 1:1 in der Bundesliga gegen Dortmund im vergangenen Dezember.

"Er hat sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt", sagt Köpke zwar über Weidenfeller. Wenn Bundestrainer Joachim Löw im kommenden Jahr seinen WM-Kader nominiert, wird der Name Weidenfeller aber wohl trotzdem wieder fehlen - egal, was am Samstag passiert.

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