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Samstag in Wembley: Messis Nachfolger gesucht

Neben dem Champions-League-Pokal wird auch der "Weltfußballer des Jahres" am kommenden Samstag ermittelt. Favorisiert scheint Frank Ribery, aber auch viele deutsche Spieler.

München. Früher, sagt Franck Ribery, sei er richtig scharf gewesen auf den Ballon d'Or. Jetzt aber, versichert der Franzose vom Fußball-Rekordmeister Bayern München, verschwende er keinen Gedanken mehr an den Titel "Weltfußballer des Jahres". "Wichtig ist für mich erst mal, dass wir den Champions-League-Pokal holen", sagt er.

Doch das eine hängt mit dem anderen zusammen. Wenn die Münchner am Samstag (20.45 Uhr/ZDF und Sky) in London mit Borussia Dortmund um Europas Fußball-Krone ringen, werden außerdem auch die Nachfolger von Lionel Messi und Europas Fußballer des Jahres, Andres Iniesta, gesucht. Auf beiden Seiten gibt es aussichtsreiche Kandidaten.

Ribery ist wohl der heißeste, für viele Experten war er der überragende Kicker der abgelaufenen Bundesliga-Saison. Er selbst spielt in Wembley aber vor allem um den Henkelpott. "Für mich ist das sehr wichtig, ich warte schon lange auf diesen Pokal. Und erst, wenn ich ihn gewinne, bin ich ein echter Münchner", sagt er.

Bayer oder Dortmunder?

Auf die individuelle Krone dürfen auch seine Kollegen Manuel Neuer und Bastian Schweinsteiger hoffen. Für den künftigen Münchner Mario Götze wird es nicht reichen, als erster Deutscher seit Lothar Matthäus 1991 höchste Weihen zu empfangen, verpasst er das Spiel doch verletzungsbedingt. Götzes Teamkamerad Robert Lewandowski indes will die Borussia und sich selbst in den Fußball-Olymp schießen. "Wenn Lewandowski noch mal so zuschlägt wie gegen Real Madrid, dann wird man das auch im hintersten Afrika mitbekommen", sagt Matthäus

Für Ottmar Hitzfeld, als Trainer Champions-League-Sieger mit dem BVB und den Bayern, ist der Pole ebenso ein heißer Anwärter wie der Münchner Thomas Müller. Der Bayern-Angreifer schaffte es wie Neuer, Schweinsteiger und Kapitän Philipp Lahm in den vergangenen drei Jahren in die Vorauswahl der FIFA. Bester Deutscher war aber zuletzt immer Mesut Özil (Real Madrid/Plätze 13, 11 und 14). Diesmal aber, sagt Sky-Experte Hitzfeld, werde das Endspiel "beantworten, wer es macht, auch wenn die Wahl immer über Messi und Cristiano Ronaldo geht". Ribery habe "eine überragende Saison gespielt, aber er muss auch im Finale herausragend sein", sagt Hitzfeld.

Allerdings: Erst vier Mal seit 1991, dem Jahr, in dem es erstmals einen offiziellen Weltfußballer gab, hatte der Wahlsieger zuvor auch den Henkelpott gewonnen. Dies gelang 2007 Kaka (AC Mailand), 2008 Ronaldo von Manchester United und 2009/2011 Barcelonas Messi, der den Goldenen Ball in den vergangenen vier Jahren abräumte. Europas Fußballer des Jahres sicherten sich 14 Mal die Trophäe der Champions League oder des Landesmeisterpokals. Matthias Sammer, im Jahr des deutschen EM-Triumphs 1996 letzter Deutscher auf Europas Thron, wurde erst ein Jahr später Champions-League-Sieger.

Iniestas Erbe als "UEFA Best Player in Europe" wird von einer Jury aus 53 Sportjournalisten gewählt, der Sieger wird Ende August in Monte Carlo von UEFA-Präsident Michel Platini geehrt. Erst Anfang 2014 wird dann in Zürich der Weltfußballer gekürt, gewählt von den Trainern und Kapitänen der Nationalmannschaften sowie Journalisten.

Heynckes tippt auf Ribery

Bayern-Trainer Jupp Heynckes darf nicht abstimmen, hat aber eine klare Priorität. Immer wieder bezeichnet er Schweinsteiger als "den besten Mittelfeldspieler der Welt". Der jedoch lobt Kollege Ribery. "Franck hat noch einen Schritt nach vorne gemacht. Er ist absolute Weltklasse, darüber brauchen wir nicht sprechen."

Also doch Ribery? Nein, sagt Matthäus. "Es wäre schön und auch mal wieder an der Zeit, wenn wir die Spanier ablösen würden." Aber, fügt er an: "Es gewinnt ein Spieler, der auch mit seiner Mannschaft Erfolg hat." Zum Beispiel am Samstag, in Wembley.

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