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Jürgen Klopp: FC Bayern München wie Goldfinger oder Blofeld

Vor dem anstehenden Champions-League-Finale sind Kommentare von beiden Seiten begehrt wie sonst nichts. Der BVB-Trainer verglich die Rivalen dabei mit James-Bond-Bösewichten.

Dortmund. Das Finale der Champions League rückt immer näher, auf beiden Seiten werden reichlich Interviews geführt. Jürgen Klopp verglich den FC Bayern in einem solchen mit James Bonds Gegenspielern. Dazu sprach er über den Abgang Mario Götzes und was dieser bei Borussia Dortmund auslöste.

Kein exzessives Geldausgeben

"Was soll ich sagen? Wenn es das ist, was Bayern will...es ist wie bei James Bond – nur, dass sie der andere Typ sind [der Bösewicht]", sagte der 45-Jährige mit Blick auf die Personalien Götze und Robert Lewandowski gegenüber dem Guardian.

"Die Bayern wollen eine Dekade voller Erfolg", ergänzte er: "Das ist ok, wenn du das Geld hast, denn es erhöht die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg. Es ist aber keine Garantie."

Weiter sagte Klopp, man sei "kein Supermarkt, aber sie wollen unsere Spieler", da die Bayern in der Lage wären, bessere Gehälter zu zahlen. Exzessives Geldausgeben käme für die Borussia jedoch nicht infrage: "Es kann nicht unser Weg sein, die Dinge so wie Real oder Bayern anzugehen, ohne an die Steuern zu denken und die nächste Generation die Probleme beheben zu lassen. Wir müssen ernsthaft und akribisch arbeiten. Wir haben eine gewisse Menge Geld, also können wir genau diese Menge ausgeben."

Kagawa gehört in die Mitte!

Dabei verliere man dann halt den einen oder anderen Spieler, was der Coach auch nachvollziehen kann. Als ein Beispiel nannte er dabei Shinji Kagawa, der im letzten Sommer zu Manchester United wechselte. "Shinji Kagawa ist einer der besten Spieler der Welt und spielt nun 20 Minuten bei Manchester United – auf dem linken Flügel! Es bricht mir das Herz, wirklich, das treibt mir Tränen in die Augen. Im zentralen Mittelfeld ist er am besten aufgehoben. Er ist ein offensiver Mittelfeldspieler mit einem der besten Torriecher, die ich je gesehen haben", zeigte sich Klopp ob der Entwicklung des Japaners in England enttäuscht.

Mit Blick auf (mögliche) Abgänge reagierte er fast schon philosophisch: "Es ist absolut normal, dass Menschen getrennte Wege gehen. Als ich 18 war, wollte ich die ganze Welt sehen. Seitdem war ich aber nur in Mainz und Dortmund...und beides ist nicht die Mitte der Welt. Es ist ok, dass sie an andere Orte wollen. Aber dann landen sie da und merken, verdammt, es ist nicht dasselbe."

Götze-Wechsel brachte Schockstarre

Wenn seine Spieler geduldig genug seien, könne der BVB "zu einem der besten Vereine weltweit werden". Diese Geduld besaß Götze offenbar nicht. Als Klopp von der Wechselabsicht des 20-Jährigen erfuhr, war er schockiert, es kam einem Herzinfarkt gleich, beschrieb er. Ein Treffen mit der BVB-Führung lehnte der Trainer an diesem Abend ab, schottete sich stattdessen komplett ab.

Einige Spieler seien ebenfalls extrem bestürzt gewesen, konnten deshalb nicht schlafen. "Das ist die Wahrheit", bestätigte der 45-Jährige und ergänzte: "Ich habe sechs oder sieben Spieler angerufen, die unglaublich betroffen waren. Sie dachten, sie wären nicht gut genug – und sie wollten gemeinsam gewinnen. Das ist der Grund, warum es ihnen so weh tat."

"Man muss auf unserer Seite sein"

Für die Zukunft verspricht Klopp einen leicht modifizierten Spielstil, da ein direkter Ersatz für Götze kaum realisierbar sei: "Es braucht nur etwas Zeit."

Auf die Frage, für welchen Klub die neutralen Fans beim Champions-League-Finale sein sollten, folgte ein Plädoyer für das eigene Team: "Wenn er die neue, spezielle Geschichte will, muss es Dortmund sein. Ich denke, in diesem Moment in der Fußball-Welt muss man auf unserer Seite sein."

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