thumbnail Hallo,

FC Bayern München: Heynckes mit neuem "Pep" noch besser

Beim Open Media Day in der Allianz Arena zeigte sich der FC Bayern München von seiner lockeren Seite. Spieler und Verantwortliche können das Finale in London kaum erwarten.

München. Es war angerichtet. Im Pressezentrum der Allianz Arena angekommen, roch es bereits nach einer gewissen Lässigkeit, die sich durch die beinahe ganztägige Veranstaltung ziehen sollte. 190 Journalisten, 36 Kamerateams "zum Teil aus Amerika, aus Japan, aus China. Aus allen Ländern sind sie heute zu uns gekommen", wie Pressechef Markus Hörwick so flapsig erwähnte – sie alle saßen bereits um 9 Uhr morgens in der Arena und genossen ein deftiges Weißwurstfrühstück.

Spätestens als der Pressechef persönlich vorbeikam und mit einem Grinsen fragte, wo denn das Weißbier sei, war klar: Hier ist heute etwas anders als sonst. Ein kurzer Blick auf das traurige Bild einer einsamen halbenthäuteten Weißwurst, einer Brezn und einem Glas Orangensaft, bevor es um 9:30 dann richtig losging. Markus Hörwick und Sportvorstand Matthias Sammer hießen die Pressevertreter willkommen und gaben ein paar einführende Worte zum Besten. Die Weltpresse war versammelt, nun lag es an den Protagonisten des FC Bayern.

Volles Programm

Um 10 Uhr Trainingsbeginn, um 12 Uhr startete der PK-Marathon, danach ging es in das FCB-Museum. Es war eine Menge geboten, weil der FC Bayern viel bieten wollte. Dieser Dienstagvormittag gehörte aber vor allem Jupp Heynckes. Der 68-Jährige ließ im Training die Spieler schwitzen, zeigte der Weltpresse bereits seine A-Elf im abschließenden Trainingsspiel und präsentierte sich später auf der Pressekonferenz locker aber fokussiert.

Heynckes hört auf

"Es wird das letzte Bundesligaspiel als Trainer für mich sein. Wenn ich zehn oder 15 Jahre jünger wäre, dann würde ich ganz profund an ein Engagement im Ausland denken. Aber ich bin nicht mehr der Jüngste, und die Vereine wollen ja einen Generationswechsel vollziehen – und das kann man mit einem 68-Jährigen natürlich nicht", gab Heynckes schon zu Beginn der Pressekonferenz bekannt. Es ist sein Abschied aus dem Trainergeschäft.

Auch wenn sich der Bayern-Trainer selbst nicht so wichtig nimmt wie viele seiner Kollegen, den Schlusspunkt mit seiner ganz eigenen Geschichte wollte sich der Erfolgstrainer nicht nehmen lassen. Für den jungen Nachfolger Pep Guardiola könnte es das schwerstmögliche Erbe bedeuten, nachdem Heynckes bereits Peps Erbe in Barcelona vor wenigen Tagen zum Bröckeln brachte. Es hat den Anschein, als hätte der vollzogene Generationswechsel beim FC Bayern auch den Trainer noch einmal einen Motivationsschub gegeben. Den neuen Pep bei Heynckes bestätigte auch Kapitän Philipp Lahm: "Er arbeitet sehr akribisch mit uns, als wäre er, sagen wir mal…40. Er ist jung geblieben."

Spaßvogel Müller

Es war nicht die einzige Aussage an diesem Tag, die für lautes Gelächter sorgte. Der ganze Verein wirkt geschlossen, zielstrebig aber eben auch locker und flapsig. Allen voran Thomas Müller, der wieder einmal seinen erfrischenden Humor bewies. Gerade er, der drei Finals in vier Jahren erreicht hat, will unbedingt den Titel. Sollte man wieder verlieren, bekäme man "nicht zu Unrecht den Loser-Stempel" aufgedrückt. Der junge Bayern-Profi ließ jedoch selbst bei dieser Aussage keinen Zweifel daran, dass dies nicht passieren würde. Es ist das Selbstbewusstsein und vielleicht auch die Gelassenheit aus zwei Finalteilnahmen in drei Jahren. Man ist jede Saison in der Lage sich ein weiteres Finale zu ermöglichen, und "der Druck liegt immer beim FC Bayern", so Müller weiter.

Neben den Sticheleien zwischen Müller und einem ebenfalls bestens aufgelegten Arjen Robben fragte ein Journalist schlussendlich, ob der „Open Media Day“ denn anstrengend oder angenehm sei. Der 23-Jährige grinste: "Der Arbeitsweg war heute Morgen etwas länger, das war schon anstrengend. Ansonsten ist es ja auch unsere Aufgabe, den Fußball nach draußen in die Welt zu tragen." An diesem Dienstag war die Welt noch in der Allianz Arena vertreten. Am 25. Mai verlegt sich der Schauplatz dann nach London in das Wembley Stadium – dann ist es "Zeit, dass Ding endlich zu holen."

 

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf
oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig