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Jürgen Klopp: "Traue uns zu, im Endspiel den entscheidenden Tick besser zu sein"

Der Trainer von Borussia Dortmund hofft auf ein rechtzeitiges Comeback von Götze und glaubt an die Chance des BVB, die Münchener in Wembley zu schlagen.

Dortmund. Borussia Dortmund wird im Finale der Champions League auf Augenhöhe mit dem FC Bayern München sein, so sieht es zumindest Jürgen Klopp. Der BVB-Trainer äußerte sich in einem Interview außerdem zu Mario Götze, Manchester United und möglichen neuen Spielern.

Nach zwei Meistertiteln war Jürgen Klopp und seiner Mannschaft klar: Die Bayern kommen zurück. "Tatsächlich war Platz zwei unser Ziel. Auch wenn uns dann keiner auf den Lastwagen packt und durch die Stadt fährt", so der Borussen-Coach im kicker-Interview.

Dass der deutsche Rekordmeister nun im Finale der Champions League mehr zu verlieren hat als der BVB, interessiert Klopp nicht. "Uns geht es darum, dass wir uns um die Dinge kümmern, die uns selbst betreffen", sagte der 45-Jährige und ergänzte: "Wir wollen das Spiel gewinnen, weil wir gewinnen wollen. Und nicht, damit die Bayern verlieren."

BVB kann einen "entscheidenden Tick besser" sein

Gerne betonte der ehemalige Mainzer Trainer dabei, wie eng die Partien mit den Münchenern liefen: "In der Bundesliga endeten beide Spiele 1:1-Unentschieden. Das Pokalspiel im Februar verloren wir mit 0:1 durch ein Traumtor Robbens, wir hatten einen sehr schlechten Tag damals." Dass man sich nun im bereits fünften Duell gegenseitig überraschen könne, glaubt Klopp nicht: "Dass wir jetzt komplette Hasen aus dem Hut zaubern, wird schwierig."

Dortmunds Meistermacher ist sich sicher, Bayern wird kein leichtes Spiel haben. "Die Bayern haben Barcelona und Juventus so aus dem Stadion gefegt, dass sie den Ausgang kaum gefunden haben. Das ist mit uns nicht möglich", so "Kloppo", der noch anfügt: "Wir sind ein unangenehmer Gegner für jede Mannschaft auf diesem Planeten. Der Unterschied zwischen Bayern und uns ist nicht so groß, dass ich uns nicht zutrauen würde, im Endspiel den entscheidenden Tick besser zu sein."

Es kommt auf den Mut an

Für Jürgen Klopp spielt im Finale vor allem Mut eine Rolle, aber: "Mut ist nichts Einforderbares. Ich kann einem, der pfeifend durch den Wald läuft, nicht sagen: Du brauchst keine Angst zu haben. Wer Schiss hat vorm Wald, hat eben Schiss vorm Wald. Viel wird davon abhängen, wie mutig, frech, konsequent und diszipliniert wir unseren Plan umsetzen."



Gewinn der Champions League besser für Götze und "Lewa"

Mario Götze spielt im kommenden Jahr in München, Robert Lewandowski wird zumindest mit Bayern in Verbindung gebracht. Auf die Frage, was das Finale für beide Spieler bedeute, antwortete Klopp: "Für beide wäre es 1000-mal besser, als Champions-League-Sieger zum neuen Verein zu gehen als zum Triple-Gewinner zu kommen. Es gibt für Trainer wie Spieler bessere Momente, als auf dem absoluten Höhepunkt eines Vereins dort ein neues Engagement anzutreten."

Lob an Manchester United

Der 45-Jährige lobte dabei Manchester United, weil der englische Meister nach der Äre Ferguson seinem neuen Trainer gleich einen Vertrag bis 2019 gab: "Alex Ferguson zu ersetzen – dagegen ist der Job von Markus Lanz als Nachfolger Thomas Gottschalks ein Kindergeburtstag."

Hinsichtlich Götzes rechtzeitiger Rückkehr zum Finale gibt sich Klopp optimistisch: "Er soll vom heutigen Montag an laufen. Dann haben wir eine starke Woche für Lauftraining – und für den Wiedereinstieg in eine höhere Belastung. Wenn wir dann vor London noch eine Woche Mannschaftstraining hätten, wäre das eine nahezu perfekte Konstellation."

BVB beschäftigt sich mit "vielen guten Jungs"

Mit den Geldern aus der Champions League und der Ablösesumme von Mario Götze kann der BVB sich auf dem Transfermarkt zwar tatkräftig umschauen, leichter wird es aber nicht. "Bei den wenigsten Spielern, für die wir uns interessieren, laufen die Verträge aus. Und es ist entweder so, dass die Vereine keine Kohle brauchen, oder sie zocken so lange, bis wir aussteigen", gab Klopp zu Protokoll und versicherte: "Wir haben wirklich viele gute Jungs, mit denen wir uns beschäftigen. Wir werden auch im nächsten Jahr eine sehr, sehr gute Mannschaft haben."

Dass Leistungsträger mal den Verein wechseln, ist für Klopp erstens nicht schlimm und zweitens auch nötig. "Würde die Truppe ewig zusammenbleiben – dann müsste ich spätestens in ein, zwei Jahren gehen", so der BVB-Trainer, der weiß: "Es müssen neue Impulse her. Du musst eine Gruppe verändern. Natürlich lösen Veränderungen auch Unsicherheiten aus, aber wir sind zu stabil, um nachhaltig darunter zu leiden."

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